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So plant Apple den Angriff auf Netflix

Apple macht sich bereit für ein neues Geschäftsfeld. Nach Musik- ist nun Videostreaming dran. Dazu will Apple wohl Time Warner kaufen - inklusive dem Game-of-Thrones-Sender HBO.

Apple Videostreaming Game of Thrones HBO

Mit Serien-Hits wie "Game of Thrones" könnte Apple die Nutzer für seinen Streaming-Dienst begeistern. Die fünfte Staffel gab es als Stream zunächst exklusiv für Nutzer von Apple-Geräten.

Die meisten Menschen sehen Apple vor allem als den iPhone- und Mac-Hersteller. Kein Wunder, schließlich ist das iPhone 6s Apples Einnahmequelle Nummer 1. Dabei gerät aber schnell in Vergessenheit, dass Apple mit iTunes auch den Verkauf von Musik im Internet revolutioniert hat. Auch das Kaufen und Mieten von Filmen auf Abruf hat der Konzern früh betrieben. Seit einigen Jahren machen allerdings Streaming-Anbieter wie Spotify den Musik- und Netflix den Video-Markt unsicher. Doch jetzt will Apple zurückschlagen.

Ins Musikstreaming-Geschäft stieg Apple bereits im September mit dem eigenen Dienst Apple Music ein. Mit Erfolg: 10 Millionen zahlende Kunden kann der Konzern bereits vorweisen. Beim Videostreaming steht Netflix aktuell noch unangefochten an der Spitze. Das könnte sich bald ändern. Gerüchten zufolge will Apple sich den Medienkonzern Time Warner unter den Nagel reißen. Das meldet die New York Post. Eddy Cue, bei Apple zuständig für die Verhandlung von Medieninhalten, soll bereits entsprechendes Interesse gezeigt haben und die Entwicklungen bei Time Warner genau verfolgen.

Serien-Hits und ein Filmkatalog

Der Konzern ist angeschlagen, seit einigen Tagen steht der Verkauf im Raum. Als weitere Interessenten sind unter anderem Rupert Murdochs Mediennetzwerk 21th Century Fox und der Mobilfunk-Anbieter AT&T im Gespräch. Für Apple hätte das Geschäft gleich eine ganze Reihe von Vorteilen. Neben dem Nachrichtensender CNN gehört nämlich auch der bekannte Pay-TV-Sender HBO zu Time Warner, von dem Hit-Serien wie "Game of Thrones" und "Sex and the City" stammen. Damit könnte Apple in direkte Konkurrenz zu den exklusiven Serien bei Netflix gehen. Das Filmstudio Warner Bros. und seine Filme gehören ebenfalls zum Paket.

müsste also nicht mehr mühsam mit den Rechteinhabern über exklusive Inhalte verhandeln, sondern könnte sie gleich selbst produzieren lassen. Zusätzlich kommen mit dem großen Katalog gleich eine riesige Auswahl an fertigen Inhalten ins Programm. Ein neuer Streaming-Dienst könnte sich so schnell attraktiv für die Kunden machen. Denn auch wenn es für die Kunden keine schöne Entwicklung ist: Die Streaming-Anbieter definieren sich immer mehr über diejenigen Inhalte, die sonst kein anderer zu bieten hat.

Gegen einen Kauf gibt es allerdings mindestens ebenso gute Argumente. Zum einen sorgte Apple auch im Musikmarkt nicht für eigene Inhalte, sondern lizensierte lieber exklusive Lieder von Dritten. Auch, dass Apple bisher nicht den deutlich näher stehenden Disney-Konzern übernommen hat, spricht gegen eine Strategie, Inhalte selbst produzieren zu wollen. Die Risiken des Filmgeschäfts dürften für einen erfolgsverwöhnten Konzern wie Apple ebenfalls alles andere als attraktiv sein. So spricht vieles dafür, dass es bei einer engen Partnerschaft bleiben dürfte.

Exklusive Inhalte von HBO

Mit HBO hatte Apple bereits in der Vergangenheit zusammengearbeitet. Der Streamingdienst HBO Now ist exklusiv für Apple-Geräte verfügbar. Kurz vor dem Start der fünften Staffel von "Game of Thrones" war das ein starker Deal für Apple. Ob ein Videostreamingdienst des Konzerns ebenfalls ausschließlich für die eigenen Geräte wie Apple TV und iPhone zur Verfügung stehen würde, ist allerdings fraglich. Auch Apple Music gibt es mittlerweile für Android.

Dass deutsche Fans ebenfalls in den Genuss der HBO-Kracher kommen, wäre aber selbst dann nicht garantiert. Hierzulande hat etwa Sky die exklusiven Rechte für viele HBO-Serien wie "Game of Thrones" oder "True Detective". Diese Rechte wird der Sender nicht einfach ohne weiteres aufgeben. Und so könnte es kommen wie bei : Die dritte Staffel der Eigenproduktion "House of Cards" sahen die deutschen Nutzer erst Monate später beim Streaming-Riesen. Zuerst waren die Sky-Kunden dran.

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