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22. Juni 2011, 19:51 Uhr

Die Invasion der Shreklichen

Ist das die Rache der "Hässlichen"? Das Dating-Portal für schöne Menschen beautifulpeople.com musste 30.000 irrtümlich aufgenommene Mitglieder löschen. Dafür sorgte ausgerechnet ein Virus namens "Shrek". Von Christoph Fröhlich

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Ein Virus namens "Shrek" sorgte für Aufregung beim Schönheits-Portal beautifulpeople.com© Rainer Jensen/DPA

Es ist ein Ort der Schönheit und Exklusivität: Wer Zugang zur Dating-Seite beautifulpeople.com hat, zählt zu einem elitären Kreis, der strenge Auswahlregeln kennt. Wer dazugehören möchte, muss sich mit einem Foto den kritischen Augen der Mitglieder stellen. Nur sie entscheiden, ob man schön genug ist - oder eben nicht. Mehr als 5 Millionen Mitglieder hat das Portal momentan, nur jeder Fünfte wird angenommen.

Einem ehemaligen Mitarbeiter war das elitäre Gehabe wohl ein Dorn im Auge. Ein Virus hebelte das Auswahlverfahren im vergangenen Monat aus. Der Virus trug ausgerechnet den Namen "Shrek", benannt nach dem grünen Oger aus der gleichnamigen Animationsfilm-Reihe. Die Botschaft des Films: Das Aussehen spielt keine Rolle, wahre Schönheit kommt von innen. "Shrek" öffnete die Pforte und 30.000 Menschen wagten einen Blick in die Welt der vermeintlich Schönen.

"Viele von ihnen waren wirklich kein Ölgemälde"

Den rasanten Zuwachs bemerkte auch das Management: "Wir wurden misstrauisch, als plötzlich Zehntausende Mitglieder in wenigen Wochen angenommen wurden. Viele von ihnen waren wirklich kein Ölgemälde", sagte Geschäftsführer Greg Hodge gegenüber dem Guardian

Die Website sorgte schon in der Vergangenheit für kontroversen Gesprächsstoff. So löschte die Seite bereits im vergangenen Jahr knapp 5000 Mitglieder, weil sie über die Weihnachtsfeiertage zu viel Gewicht zunahmen. Erst vergangene Woche löste die Webseite Empörung in Irland aus: Die Betreiber bezeichneten die Iren als die möglicherweise hässlichsten Menschen der Welt, da nur 9 Prozent der irischen Männer und 20 Prozent der Frauen in dem Dating-Portal angenommen werden. Spitzenreiter sind dagegen die schwedischen Frauen - zwei von drei erhalten Zugang in den elitären Kreis.

"Diese unglücklichen Menschen, die zu Unrecht in unsere Datenbank aufgenommen wurden, glaubten für kurze Zeit, dass sie schön waren", so Hodge gegenüber dem Guardian. "Das tut mir aufrichtig leid." Schwacher Trost: Gerade einmal 4500 Betroffene haben ihre 25 Dollar für eine Monatsgliedschaft wieder zurückbekommen. Der Rest darf das Portal noch für einen Monat ausprobieren.

Von Christoph Fröhlich
 
 
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