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Was Sie auf Facebook dürfen - und was nicht

Die 1800-Euro-Abmahnung wegen eines Miniaturbilds sorgt für Verwirrung: Was ist alles auf Facebook verboten? Darf man Konzertmitschnitte teilen? Promibilder? Witzige Cartoons? Ein Überblick.

Von Christoph Fröhlich

  Vorsicht beim Posten von Fotos und VIdeos in sozialen Netzwerken wie Facebook

Vorsicht beim Posten von Fotos und VIdeos in sozialen Netzwerken wie Facebook

Ein unbedachter Klick kann schnell teuer werden, wie der Fall eines abgemahnten Facebook-Nutzers zeigt: Weil er einen Link samt Mini-Vorschaubild postete, ohne die Rechte an dem Foto zu besitzen, bekam er Post von einem Anwalt, der knapp 1800 Euro forderte.

Es ist kein Einzelfall: Täglich werden Millionen Fotos, Videos und Nachrichten in sozialen Netzwerken geteilt und verschickt; sei es das witzige Foto eines Freundes oder der Partyschnappschuss von letzter Nacht. Das Problem: Viele User gehen mit Inhalten zu sorglos um. Mal werden Urheberrechte verletzt, ein anderes Mal werden Personen ohne ihre Einwilligung gezeigt. Doch was ist erlaubt - und was nicht? stern.de gibt einen Überblick.

Eigene Fotos und Videos

Mit selbstgemachten Fotos und Videos ist man in der Regel auf der sicheren Seite: Sie können ohne rechtliche Konsequenzen auf der eigenen Pinnwand gepostet oder an Freunde geschickt werden. Allerdings sollte stets das sogenannte Recht am eigenen Bild beachtet werden. Das heißt: Sind andere Personen als man selbst auf einem Foto zu sehen, müssen diese vor der Veröffentlichung um Erlaubnis gebeten werden. Anderenfalls können diese eine Unterlassung in Form einer Abmahnung in Anspruch nehmen. Auch Bilder mit rechtsradikalen, rassistischen, beleidigenden oder andere Personen verletzenden Inhalten dürfen weder auf dem eigenen noch auf fremden Profilen gepostet werden.

Prominente und Comicfiguren als Profilbild

Obelix, Micky Maus, Winnie Pooh oder die Teenage Mutant Ninja Turtles: Im November 2010 sorgte ein Facebook-Aufruf für Schlagzeilen, der alle Nutzer bat, ihr eigenes Profilbild durch die Comic-Helden der Jugend zu ersetzen. Tausende folgten dieser Bitte und überschwemmten das soziale Netzwerk mit Kindheitsidolen. Was viele nicht ahnten: Durch das Austauschen des Profilbilds riskierten die meisten User eine Abmahnung. Denn auch bei Comicfiguren gilt: Ohne Rechte am Bild darf das Foto nicht verwendet werden.

Ebenfalls beliebt ist es, die Lieblingsschauspielerin, Musiker oder Fußballspieler als Profilbild zu nehmen. Auch hier riskiert man Abmahnungen seitens des Prominenten, des Managements oder des Fotografen. Zudem dürfen Bilder von Prominenten auch nicht auf der Pinnwand gepostet werden.

Konzertaufnahmen

Konzerte gehören zu besonders prägenden Momenten, und um die Erinnerung nicht verblassen zu lassen, werden die Auftritte der Lieblingsband häufig auf Video festgehalten. Um auch Freunde und Bekannte an der Performance der Musiker teilhaben zu lassen, laden viele User die Videos auf Youtube hoch und posten den Link auf der eigenen Pinnwand. Doch das ist meist verboten, außer der Veranstalter erlaubt es explizit. Auch Filme von Theateraufführungen und Mitschnitte von Kinoblockbustern sollten lieber nicht hochgeladen werden.

Zitate, Songtexte, Rezepte

Berühmte letzte Worte und mehr oder weniger geistreiche Sprüche gehören zum Standardrepertoire vieler Facebook-Profile. Doch es gilt: Erst 70 Jahre nach dem Tod des Zitierten erlischt das Urheberrecht. Davor kann kräftig abgemahnt werden, was in Einzelfällen auch schon passiert ist: Den Gegenstandswert eines Ausspruchs des bayrischen Komikers und Filmproduzenten Karl Valentin bezifferten Anwälte auf 10.000 Euro, als die Erben des Künstlers die Rechte mit Abmahnungen wahren wollten. Für Erich-Kästner-Zitate wurden bereits hunderte Euros fällig. Auch das Posten von Songtexten, Gedichten, Buchausschnitten, Rezepten oder Bedienungsanleitungen kann juristische Folgen haben.

Videos von Songcovern

Wer seinen Freunden zeigen will, wie gut die eigene Band berühmte Songs nachspielen kann, sollte lieber in den Probenraum gehen und auf öffentlich einsehbare Videoaufnahmen verzichten. Denn bei bekannten Musikstücken werden häufig Lizenzgebühren fällig, an denen die Interpreten, die Plattenfirma und Songwriter verdienen. Unter Umständen werden sogar Gema-Gebühren fällig. Besser stehen die Chancen, wenn ein Song soweit verändert wird, dass er als eigenständiges Werk erkennbar ist.

Witzige Bilder

Lustige Katzenfotos, Promis mit Sprechblasen, ein netter Cartoon: Witzige Bilder sind ein wesentlicher Bestandteil von sozialen Netzwerken. Doch wenn Fotografen, Rechteinhaber oder sogar einer der Abgebildeten eine Abmahnung verschickt, wird aus dem lustigen Bildchen schnell Ernst. Denn ob ein Bild lustig ist oder nicht, spielt vor Gericht keine Rolle, sodass die Rechteinhaber ihre Ansprüche auf jeden Fall geltend machen können.

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