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Für fünf Euro gibt es alles

Ob Weckservice, Ernährungsplan oder Beziehungsratgeber: Bei diversen neuen Minijob-Diensten kann jeder seine Dienste im Internet anbieten - für einen Festbetrag von fünf Euro. Jetzt kämpfen gleich mehrere Portale auch um die deutschen Nutzer.

Von Christoph Fröhlich

  Die Branche der Fünf-Euro-Jobs wächst jetzt auch in Deutschland.

Die Branche der Fünf-Euro-Jobs wächst jetzt auch in Deutschland.

Minijob-Portale sprießen wie Pilze aus dem Boden. Ob Fünfi, Fiverdeal oder Fiveo - sie alle kopieren das Prinzip des US-amerikanischen Originals Fiverr und unterscheiden sich vom großen Vorbild fast nur durch die Währung. Identisch ist das Prinzip: Mit Hilfe eines Onlineformulars können Nutzer ein Angebot erstellen und ihre Tätigkeit für fünf Euro anbieten. Einen Euro behält das Unternehmen für sich, die restlichen vier werden an den Dienstleister weitergeleitet. Die Bezahlung erfolgt über Paypal oder Kreditkarte.

Kreatives Geldverdienen

Wer eine Dienstleistung auf einem der zahlreichen Portale anbietet, braucht vor allem eine gute Idee. Vom morgendlichen Weckdienst über Gitarrenunterricht via Skype bis zur Logogestaltung ist alles zum Festpreis von fünf Euro vertreten. Besonders häufig werden Übersetzungshilfen oder Fotobearbeitungen angeboten. Viele Anbieter versprechen auch, die Zahl der Facebook-Freunde zu vergrößern. Nur "Erwachsenen-Inhalte" sind in der Jobbörse ausgeschlossen, alles andere ist erlaubt.

Denn erst die kuriosen Einfälle mancher Nutzer machen die Seiten zu etwas Besonderem: Ein Nutzer bietet beispielsweise an, eine Spinne zu essen und das Ganze auf Video festzuhalten. Zwei Leute haben bei diesem Angebot bereits zugeschlagen, um sich genüsslich zu ekeln.

Wer sich über einen vollen Briefkasten freut, kann sich für fünf Euro Postkarten aus der ganzen Welt zuschicken lassen - egal ob aus Ghana, Russland oder London. Für Briefmarkensammler vielleicht eine lohnende Investition.

Auch für unbeliebte Tätigkeiten finden sich auf den diversen Minijob-Seiten zahlreiche Abnehmer. So bietet ein Nutzer an, mit der Freundin Schluss zu machen oder Angestellte zu entlassen, ein anderer spielt auf Wunsch ungeliebten Personen Telefonstreiche.

Sicher und fair

So kreativ die Geschäftsidee auch ist, die Auflagen sind streng. "An erster Stelle steht die Sicherheit - sowohl für Käufer als auch Verkäufer", sagt Ali Albazaz, Geschäftsführer von Fünfi. "Wenn sich die Kunden für einen Deal entschieden haben, überweisen Sie das Geld zunächst an uns. Wir verwahren das Geld als Treuhänder und überweisen es an den Verkäufer erst nach abgeschlossener Dienstleistung und Bestätigung des Käufers." Das gibt beiden Seiten Sicherheit: Der Käufer kann sein Geld im Falle eines Betrugs problemlos zurückerhalten, der Verkäufer hingegen weiß, dass seine Dienstleistung bereits bezahlt wurde. Ähnlich wie beim Online-Marktplatz Ebay gibt es die Möglichkeit, den Verkäufer zu bewerten und nachfolgenden Kunden somit zu helfen.

Spezielle Wortfilter und die Redaktion sorgen dafür, dass Betrüger erst gar nicht auf die Website kommen. Jeder Deal wird individuell geprüft: "Das ist eine Menge Arbeit bei fast 2000 Angeboten, doch nur so können wir das Vertrauen unserer Kunden halten", so Albazaz.

Internationales Kräftemessen

Reich wird man bei den Fünf-Euro-Deals nicht, mit einer guten Idee ist ein kleiner Nebenverdienst aber möglich. So fand der Telefonstreichanbieter bereits 17 Abnehmer in nur 25 Tagen und erwirtschaftete somit fast 70 Euro in einem Monat. Für den morgendlichen Weckdienst erhält ein Fünfi-Nutzer durchschnittlich 100 Euro monatlich, ein Logodesigner schafft sogar bis zu 700 Euro im Monat. Diese beeindruckenden Zahlen werden nur noch in den USA getoppt: Ein Nutzer bot auf Fiverr an, drei einminütige Videos zu einem beliebigen Thema zu erstellen - in nur wenigen Monaten verkaufte er rund 900 Clips und füllte den eigenen Geldbeutel mit mehr als 3600 Dollar.

Im April 2011 startete Fiverr auch in Deutschland und hat neben Fünfi noch einen weiteren großen Verfolger: Gigalo hat in Deutschland bereits mehr als 900 Facebookfans, bietet aktuell über 1400 Angebote und drängt bereits auf den spanischen und südamerikanischen Markt. Sollte Fiverr auch diese Regionen für sich beanspruchen wollen, könnte es zum nächsten Schlagabtausch zwischen dem Original und den aufwendigen Nachahmern kommen.

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