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Die Abkassierer von Adblock Plus

Der Werbeblocker "Adblock Plus" ist eines der populärsten Browser-Addons der Welt. Ein renommierter Techblogger erhebt nun schwere Vorwürfe und bezeichnet die Software als "mafiöses Werbenetzwerk".

Von Christoph Fröhlich

  Das Browser-Add-On Adblock Plus steht in der Kritik

Das Browser-Add-On Adblock Plus steht in der Kritik

Sie blinken in leuchtenden Farben, klappen sich auf, lassen sich nicht wegklicken oder verfolgen gar den Mauszeiger: Online-Werbebanner sind für viele User ein nerviges Übel. Abhilfe schaffen sogenannte Adblocker, bequem im Browser installierbare Werbefilter. Einer der populärsten ist Adblock Plus: Das Tool gibt es für Firefox und Chrome. Allein für den Mozilla-Browser wurde es mehr als 200 Millionen Mal heruntergeladen. Täglich nutzen es 15 Millionen User, ein Fünftel davon stammt aus Deutschland. Ähnlich populär ist die Erweiterung bei Googles Chrome-Browser.

Hinter der Mini-Software steckt die Eyeo GmbH, ein Unternehmen mit Sitz in der Kölner Altstadt. Doch die Firma steht in der Kritik: Der Techblogger Sascha Pallenberg, der im Netz fast ebenso populär wie der Adblocker und Gründer diverser Seiten wie "Netbooknews" und "Mobilenext" ist, wirft den Machern vor, seine Nutzer übers Ohr zu hauen. Denn das Unternehmen, das nerviger Werbung eigentlich den Kampf angesagt hat, habe Verbindungen zu "strategischen Partnern aus der Werbeindustrie", schreibt Pallenberg in einem ausführlichen Artikel auf "mobilegeeks.de". Das Fazit des Bloggers: Adblock Plus sei ein "mafiöses Werbenetzwerk".

"Perfide konzipiertes Hintertürchen"

Mit der Aktualisierung auf Version 2.0 im Dezember 2011 hatten die Adblock-Plus-Macher eine sogenannte Whitelist für nicht störende Werbung ("Accepable Adds") eingeführt. Im Erklärtext der Erweiterung heißt es dazu: "Mit Adblock Plus 2.0 wurde die Möglichkeit eingeführt, einige nicht aufdringliche Werbung zu erlauben. Der Sinn dabei ist, Webseiten, die solche Werbung einsetzen, zu unterstützen." Die Option ist standardmäßig aktiviert, kann aber in den Einstellungen ausgeschaltet werden. Nur, wer tut das schon.

Doch wer entscheidet, welche Werbung auf der Liste landet? "Wer ist dieser weiße Ritter, der uns allen 'ein Web ohne nervige Werbung' (der offizielle Adblock-Plus-Slogan) verschaffen will?", fragt Pallenberg. Laut der Eyeo GmbH entscheiden die User in einem öffentlich zugänglichen Forum, welche Banner als nervig eingestuft werden und welche nicht. Pallenberg widerspricht dieser Aussage und erhebt schwere Vorwürfe: Website-Betreiber könnten Werbebanner schalten, die von vornherein zu den "Acceptable Ads" gehören würden, schreibt der Blogger. Die Unternehmen benötigen für ihre Werbung demnach keine Zustimmung der User. Kauften die Nutzer nach einem Klick auf die Banner ein Produkt, erhalte ein Unternehmen, das zu den Geldgebern von Adblock Plus gehört, eine 30-prozentige Provision der Einnahmen, behauptet Pallenberg. Beweise liefert er allerdings keine.

Umsatz mit dubiosen Internetangeboten

Till Faida, Mitgründer und Geschäftsführer von Adblock Plus, wehrt sich gegen die Vorwürfe - wenn auch halbherzig: "Ein Großteil der Informationen zu der Zusammenarbeit mit unseren Partnern ist korrekt recherchiert, einiges nicht", erklärt er in einer Pressemitteilung. "Im Gegensatz zu Sascha Pallenberg, sehen wir in der Vernetzung keinen Gewissenskonflikt, sondern profitieren von den Erfahrungen und Kontakten unserer Mitarbeiter und Unterstützer." So sei es möglich, neue Werbeformen und Technologien zu testen, erläutert der Geschäftsführer.

Auf viele Kritikpunkte des Bloggers geht der Adblock-Plus-Macher allerdings gar nicht erst ein. In seinem Beitrag wirft Pallenberg den beiden Geschäftsführern Till Faida und Wladimir Palant sowie zwei weiteren Mitarbeitern vor, mit teils dubiosen Internetangeboten wie Gewinnspielseiten und dem mittlerweile insolvente Coupon-Portals "wergehthin.de" Geld verdient zu haben.

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