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Bauboom jetzt auch im Browser

Die Videospielreihe "Anno" soll noch erfolgreicher werden: Statt als Vollpreistitel startet das Startegiespiel als Gratisversion im Web. Und zeigt, dass Browsergames mehr sind als bloße Spielerei.

Von Nina Ernst

  "Anno" gibt es nun auch als Browsergame: Statt dröger Excel-Tabellen punktet das Spiel mit schöner Grafik und vielen Möglichkeiten

"Anno" gibt es nun auch als Browsergame: Statt dröger Excel-Tabellen punktet das Spiel mit schöner Grafik und vielen Möglichkeiten

  • Nina Ernst

Das fühlt sich ja an wie ein richtiges Spiel." Für Benedikt Grindel ist es das größte Kompliment für seine Arbeit. Denn was für viele klassische Videospielentwickler wohl ein Armutszeugnis wäre, ist für einen der Macher von Browsergames wie "Die Siedler Online" ein dickes Lob. "Früher waren Browserspiele interaktive Websites. Jetzt sind sie mehr Spiel geworden", sagt Grindel. Nachdem er jahrelang als Produzent für die Strategiereihe "Die Siedler" gearbeitet hat, ist er nun beim Entwickler Blue Byte in Düsseldorf verantwortlich für die neuen, kostenlosen Online-Spiele. Nach dem erfolgreichen Start der Web-Version der Siedler will Blue Byte im Herbst die Marke "Anno" gratis ins Web schicken.

Die Masse macht's

Der Markt mit den Spielen, die ohne Installation im Internetbrowser laufen, boomt. Im vergangenen Jahr spielten 11,9 Millionen Deutsche Browserspiele, davon 47 Prozent Frauen. Das sind nicht alles eingefleischte Spieler, sondern "ganz neue Zielgruppen, die die einfache Verfügbarkeit schätzen", sagt Grindel. "Ich gehe in den Browser, klicke auf einen Button, und ein paar Minuten später bin ich im Spiel. Ohne die Hürden Kauf, Installation und Patchen." Die Games sind so aufgebaut, dass sie über lange Zeit immer mal wieder zu kurzen Spielphasen animieren: hier ein paar Klicks in der Mittagspause, dort ein paar Klicks nach Feierabend.

Obwohl der interaktive Spaß kostenlos ist, wird der Wirtschaftsfaktor immer größer. Wer keine Lust hat, sich nützliche Gegenstände durch langes Klicken zu verdienen, kauft sie gegen Cash. Das sogenannte Micro-Payment umfasst pro Kauf in der Regel nur kleine Summen von ein paar Euro - die Masse macht's. Und die legte im vergangenen Jahr kräftig zu: 233 Millionen Euro wurden 2011 in Deutschland mit virtuellen Zusatzinhalten für Browser- und klassische Spiele umgesetzt, 70 Prozent mehr als im Vorjahr.

Grund genug für Blue Byte, eine eigene Sparte für die Gratisspiele ins Leben zu rufen. Über 150 Mitarbeiter werkeln gerade an den verschiedenen Neuerscheinungen. Nachdem der erste Test mit "Die Siedler Online" im vergangenen November mit inzwischen 1,2 Millionen Spielern allein in Deutschland erfolgreich verlaufen ist, soll nun die Anno-Reihe folgen.

Beim Blick auf die ersten Spielszenen von "Anno Online" wirkt für Kenner der Serie alles vertraut. Kleine Männchen schieben Schubkarren über die Wege, hacken Holz, produzieren Güter. Die Mittelalter-Idylle sieht mit seinen hübschen Häusern und detaillierten Szenarien aus wie gewohnt. Auch im Browser besteht das Ziel von Anno darin, mit Handel und Produktion die Bedürfnisse der Bewohner zu decken, um neue Evolutionsstufen zu erreichen und später Inseln voller riesiger Städte zu managen.

Spagat zwischen den Zielgruppen

"Die Grundidee ist dieselbe geblieben. Bei Screenshots werden einige Leute den Unterschied vielleicht gar nicht feststellen", sagt Grindel. Hier gibt es von der Hütte über die Werft bis hin zum Dom über 120 verschiedene Gebäudetypen und je nach Geschicklichkeit des Spielers über 800 einzelne Gebäude pro Stadt und Insel. Auch in der Online-Version spielt der beliebte "Aquarium-Effekt" eine Rolle, wenn der Spieler sich zwischen den Klicks zurücklehnt und das rege Treiben auf dem Bildschirm beobachtet. Menschen auf dem Marktplatz, rauchende Schornsteine und kreuzende Segelschiffe statt mit Bildchen geschmückter Tabellen wie in den Anfangstagen der Browserspiele.

Die ersten Browsergames waren alles andere als hübsch. Text und Tabellen haben das Geschehen auf dem Bildschirm dominiert. Eher etwas, das Computer-Nerds in der Mittagspause gespielt haben als massentaugliches Feierabendvergnügen. Als vor zwei bis drei Jahren eine Vielzahl an leicht zugänglichen Spielchen in Comic-Optik erschienen, fanden immer mehr Gelegenheitsspieler Gefallen an der kurzen Klickerei in Internet Explorer, Firefox, Chrome und Co. Von langjährigen Gamern wurden aber die wenigsten dieser oft simplen Spiele ernst genommen. "Anno Online" versucht den Spagat zwischen beiden Zielgruppen.

Die Entwickler rechnen damit, zu gleichen Teilen Fans der Anno-Serie und Neueinsteiger gewinnen zu können. Neue Spieler aufgrund der leichten Zugänglichkeit und des Gratis-Faktors, langjährige Fans wegen des ungewohnte Online-Spielgefühls. Hier können und müssen mittelalterliche Bauherren miteinander handeln, um im Metropolenbau erfolgreich zu sein. Sie können sich in Gilden zusammenschließen, den Inseln der Mitspieler einen Besuch abstatten und gemeinsam an riesigen Monumenten bauen.

Zukunftsmodell statt belächeltes Stiefkind

Damit die Nutzer lange am Ball bleiben, soll es wie in der Welt der Browserspiele üblich ständig neue Funktionen, Aufgaben und Events im Game geben. Denn für die Macher ist hier die Arbeit nach Spielstart nicht vorbei, sondern sie fängt erst richtig an. Das komplette Team soll nach dem Start weiter an dem Titel werkeln, Details verbessern und Neuerungen einführen.

Grindel glaubt, dass Entwickler nur aus der Masse der vielen Onlinespiele herausstechen können, wenn sie Qualität bieten. Im Fall von "Anno Online" in Form von einer bekannten Marke, deren Ableger ebenso aufwendig produziert wird wie die Verkaufsversion. "Das ist wie in jedem neuen Bereich. Nachdem sich dort die ersten Firmen etabliert haben, kommen die Marken hinterher. Bekannte Serien werden ein großer Faktor werden", ist sich Grindel sicher.

Wurden Browserspiele früher von Entwicklern belächelt und von einer handvoll Leute im sprichwörtlichen dunklen Kämmerlein produziert, ist das Team von "Anno Online" mit rund 40 Mitarbeitern ungefähr so groß wie das der Verkaufsversion. Und die sind nach anfänglicher Skepsis dem Spielmodell gegenüber sogar richtig stolz auf ihr Spiel. Die Erwartungen sind groß: Das Game soll nach dem Deutschlandstart in mehrere Sprachen übersetzt und weltweit zugänglich gemacht werden. Ziel ist es, noch erfolgreicher zu werden als mit dem klassischen "Anno". Das wurde über fünf Millionen mal verkauft.

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