. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. Mai 2006, 08:27 Uhr

Wikipedia ad absurdum

In China wird ein "offenes" Onlinelexikon aufgebaut: Wie beim dort verbotenen Vorbild Wikipedia darf jeder seine eigenen Beiträge veröffentlichen - vorausgesetzt, sie finden Gefallen bei den Zensurbehörden.

Baidu-Homepage ohne "Angriffe auf Regierungsinstituionen und Funktionäre"© baike.baidu.com

Chinas größte chinesische Suchmaschine Baidu baut eine zensierte eigene Online-Enzyklopädie wie Wikipedia auf, die in China wegen ihrer politischen Inhalte gesperrt ist. Chinas Konkurrenz für das von Internetnutzern geschriebene Nachschlagewerk verbietet "bösartige Beurteilungen des gegenwärtigen nationalen Systems" oder "Angriffe auf Regierungsinstituionen und Funktionäre", wie aus den neuen Bestimmungen des Baidu Baike genannten Dienstes hervorgeht.

Verboten sind Beiträge, die "die gesellschaftliche und öfffentliche Ordnung schädigen" oder "Streit im Zusammenhang mit Minderheiten, Rassismus, Religion und Regionen anzetteln". Baidu behält sich die Interpretation "angemessener" Beiträge vor.

Noch 2004 Wikipedia gelobt

Das internationale Wikipedia, das Ausgaben in vielen Sprachen hat, begann seine chinesische Version 2001 und hat heute 67.000 Einträge. Zunächst waren vor allem wissenschaftliche und geschichtliche Themen aufgegriffen worden, so dass sich Chinas staatliche Zeitungen Anfang 2004 lobend über Wikipedia äußerten.

Die erste Blockade durch die chinesische Zensur wurde aber 2004 um den Jahrestag der blutigen Niederschlagung der Demokratiebewegung am 4. Juni 1989 dokumentiert. Um das Massaker von Tiananmen entwickelte sich bei Wikipedia eine lebhafte Debatte - ähnlich über die demokratische Inselrepublik Taiwan, die Peking nur als abtrünnige Provinz betrachtet.

Als heikle Themen kamen die Ein-Kind-Politik sowie die Herrschaft der Kommunistischen Partei hinzu, so dass der Zugang zu Wikipedia nach sporadischen Unterbrechungen im Oktober 2005 endgültig gesperrt wurde. Selbst die deutschen oder englischen Versionen sind nicht mehr zugänglich.

Das Internetunternehmen Baidu nutzt die Sperre jetzt, um sich selbst als Nummer Eins der offenen Enzyklopädien in China zu etablieren. In einem Interview der "Financial Times" gab Baidu-Chef Robin Li vor, nicht einmal zu wissen, dass Wikipedia in China gesperrt sei. Er bestätigte, das "Baidupedia", wie seine Enzyklopädie auf Englisch genannt wird, das gleiche Prinzip kopiert hat.

Nach eigenen Angaben enthält Baidu Baike kurz nach dem Start im April bereits 107.662 Wörter. Autoren, deren Beiträge erfolgreich die Zensur passieren, können Titel erwerben und praktisch online Karriere machen. Anders als bei Wikipedia, deren Texte wie freie Software veröffentlicht werden, sichert sich Baidu alle Urheberrechte.

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Wikipedia Schönfärber manipulieren Internet-Lexikon

In der freien Internet-Enzyklopädie Wikipedia darf jeder User sein Wissen zu Themen niederschreiben, sofern er es belegen kann. US-Abgeordnete nutzten die Gestaltungsmöglichkeiten auf ihre Weise. mehr...

Wikimania Die Wissen-Globalisierer

Bei ihrer weltweit ersten Konferenz, der Wikimania in Frankfurt, haben sich rund 400 Aktive getroffen, die an der freien Online-Enzyklopädie Wikipedia mitarbeiten. Für die Wikipedianer ist das Lexikon erst der Anfang... mehr...

Wikipedia-Kongress In vier Jahren die Welt erobert

Das kostenlose Online-Nachschlagewerk "Wikipedia" ist nach nur vier Jahren nicht mehr aus dem Web wegzudenken. In Frankfurt treffen sich die "Wikipedianer", um die Zukunft zu besprechen. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft