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9. September 2008, 13:10 Uhr
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Bundesamt rät von Google-Browser ab

Nach dem überschwänglichen Medienecho auf Googles neuen Internetbrowser Chrome regt sich nun heftiger Widerstand: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt: "Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden." Und das gleich aus zwei Gründen.

Schnell und sammelwütig: Googles neuer Browser Chrome© Jens Büttner/DPA

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sich kritisch zum neuen Google Browsers Chrome geäußert. "Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden", sagte Sprecher Matthias Gärtner der "Berliner Zeitung". Es sei problematisch, dass Google ein Produkt in der Testversion aufgrund seiner Marktmacht einer breiten, zum Teil technisch wenig versierten Öffentlichkeit zugänglich mache. Chrome sei zwar bequem, aber kritisch, nicht nur weil das Programm noch nicht ausgereift sei, sondern auch wegen der Daten-Sammelwut von Google.

Vor dem Hintergrund, dass der kalifornische Suchmaschinenkonzern mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet vom Email- Programm über die Suche bis zu rein internetbasierten Textverarbeitungsprogrammen abdecke, warnte der BSI-Sprecher: "Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch."

Google stellt seine Neuentwicklung seit dem 2. September in 100 Ländern und 40 Sprachen zum Download bereit, zunächst nur für Windows. Seitdem ist die Software nach Brancheninformationen bereits viele Millionen Mal heruntergeladen worden.

Was sich alles aus dem Browser entwickeln kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Unter der Haube stecken nämlich zwei entscheidende Entwicklungen. Erstens wird innerhalb der Software jeder Tab als ein eigener Prozess betrachtet: Gibt es Probleme mit einer Website, zum Beispiel weil sie nicht mehr reagiert, stürzt nicht der ganze Browser ab, sondern die anderen Tabs funktionieren weiter.

Zweitens steckt in Chrome Googles "Gears"-Plattform, die die Nutzung von Online-Anwendungen in gewissem Umfang auch ohne Internetverbindung ermöglicht. Google bietet seit Jahren fast jede Standardanwendung wie Text- und Bildbearbeitung, Kalender und Tabellenkalkulation kostenlos als webbasiertes Programm an. Chrome könnte diesen Produkten zum Durchbruch verhelfen, weil sie im Falle von Problemen mit der Internetverbindung oder anderen Browserfenstern immer noch funktionieren würden.

Hauptkritikpunkt der Datenschützer aber bleibt, dass Chrome alle Aktivitäten des Nutzer protokolliert, um sich auf den Nutzer einzustellen und ihm das Browsen zu erleichtern.

DPA
KOMMENTARE (10 von 28)
 
bR4iNST0RM (08.09.2008, 18:44 Uhr)
Wirklich lachhaft!
Habe gerade mal den Kommentar von „0c3z0“ gelesen… hätte ich mal lieber sein lassen, jetzt muss ich leider doch was schreiben.
Sie scheinen ja ein wirklicher „Pro“ zu sein… „pro-google“. Aber das war es dann auch.
Die „History“ ist ihr einziger Aufhänger? Ok. Die Funktion kann man abschalten. So what?!
Was ist aber mit den „Scripts“, die sich nach Installation nur so auftürmen, sobald man das Internet besucht, von denen der „Ottonormal-User“ gar nichts mitbekommt? Da gehen Meldungen an Firmen, die so viel mit Google zu tun haben, wie Flugzeuge mit Waschmaschinen.
Sicher auch hier kann man mit entsprechenden Tools die Meldewut eindämmen, aber auch nur, wenn man das weiß. Es ist allerdings Korrekt, dass man sich VOR Installation eines Programms die AGB des Herstellers durchliest! Ganz Wichtig: Datenschutz und wie der Hersteller damit umzugehen pflegt! Das schützt am besten vor Schaden! Machen nur leider die Wenigsten… lesen könnte ja auch helfen und man ist ja schließlich nicht dumm und weiß schon alles, also wozu lesen...
Wenn man sich die AGB zu „Chrome“ durchliest, ist der Browser plötzlich nicht mehr so „Chrome“… eher matt Silber bis stumpf Schillernd.
bR4iNST0RM (08.09.2008, 11:46 Uhr)
Jetzt haut das Bundesamt schon dazwischen!
Warum haben wir Noobs wohl schon beim ersten Artikel gewarnt? Aus Spaß am Warnen natürlich, wir haben ja sonst nix zu tun. Mann, Mann, Mann…
Naja, jetzt habt ihr, die da ja niemals was zu verbergen habt, es auch von der „offiziellen“ Seite bestätigt. Google ist nicht umsonst momentan stark umstritten. Es werden hier Ziele verfolgt, die im B-Ton, im Sinne von „Internetmonopol“ und „Datenverifizierung“, einen bitteren Beigeschmack hinterlassen.
Mechmo (07.09.2008, 13:39 Uhr)
Fragen über Fragen
Ist es nicht komisch, dass das Bundesamt vor dem Chrome Browser warnt? Welche und wessen Interessen sollen da vertreten werden? Über alle Browser bzw. Provider werden Nutzerdaten gesammelt und genutzt, jetzt ist Google der Buhmann. Arbeitet das Bundesamt für Microsoft? Ist das Bundesamt bereits Microsoft?
0c3z0 (07.09.2008, 11:29 Uhr)
Lachhaft
"Bundesamt rät von Google-Browser ab" Und ich dachte hier kämen nun Schlagkräftige Argumente wie Sicherheitslücken, etc. Doch ne. "nicht nur weil das Programm noch nicht ausgereift sei, sondern auch wegen der Daten-Sammelwut von Google." ?!?! Mann on Mann, das sind ja Argumente.
1.Es wird ausführlich darauf hingewiesen das der Browser Beta ist. Beta = Program in Testphase, welches für die Entwikclung zur endversion dem User zur Verfügung gestellt wird. Das ist bei Software Entwicklung eine ganz normale handhabe. Beta`s können immer Probleme mit sich bringen und wer keine Ahnung hat, soll halt die Finger davon lassen.
2. Sammelwut. Im Endeffekt sammelt Google nicht mehr in der Historie als jeder andere Browser, es wir nur anders dagestellt.
Im Gegensatz dazu kann jeder Int Provider über seine Kunden mehr Information bekommen, als ihm lieb und recht ist. Denn im Endeffekt läuft alles was ich auf meinem Monitor sehe, was an Daten rein und rausgeht, über deren Server. Warum ruft hier keiner nach mehr Anonymität?!? ODer auch unser lieber Staat, der Trojaner erlauben will?!? Das sind wirkliche Sicherheitslücken. Und das Amt regt sich wegen meiner Browser Histoy auf !?!? Einfach nur lachhaft
Eisenbaer (07.09.2008, 11:00 Uhr)
@terrax - "Gesunder Menschenverstand"
Den meisten Poster hier ist überhaupt nicht klar, wie das Internet funktioniert. Wenn ich mir einzelne Postings so durchlese habe ich das Gefühl, als wenn manche Leute glauben, dass man durch eine Suchmaschine eine Seite aufrufen und diese dann anonym an Ort und Stelle, also dort wo diese Seite gespeichert ist, einsehen und lesen kann.

Diese Leute begreifen es einfach nicht, dass sie stattdessen ein Datenpaket bei diesem Server bestellen, welches ihnen dann an den bestellenden PC geliefert wird und sie dann diese Informationen erst lesen können, wenn sich diese Daten auf ihrem eigenen PC befinden.

Desweiteren ist den Leuten unklar, dass diese Informationen nicht in einem dicken Block, sondern in kleinen Paketen geliefert werden. Der Absender verschickt diese Pakete an die Empfängeradresser, entweder direkt auf schnellstem Wege oder etwas gebremst über Proxi-Server. Das ist genauso anonym, wie wenn ein solcher Brief mit der "Gelben Post" versendet wird und auf diesem dann Absender und Empfänger vermerkt sind.

Das würde keiner tun, der einigermaßen bei Sinn und Verstand ist. Im Internet soll das aber alles gehen. Professor Komarow, der ehemalige Leiter des Moskauer Planetariums erklärte den "Gesunden Menschenverstand" einmal wie folgt:
"Wissen und Nichtwissen, das als Wissen angesehen wird."
terrax (07.09.2008, 10:24 Uhr)
@alle die hier meckern
Schaltet doch mal einen tcpdump davor und ihr werdet schnell feststellen, daß das Bundesamt recht hat. Aber zuerst mal rummeckern typisch deutsch. Es gehen nämlich sehr wohl fast alle Daten an Google!
@0c3z0 an Sie sei gesagt, daß sie scheinbar garkeinen Plan haben, denn wenn Sie eine Adresse aufrufen, beispielsweise stern.de, läuft dies bei ihrem Internetprovider über zieg Router bis zum Stern-Server, d.h. erst vom Stern.de-Server kommen die Daten welche Sie auf ihrem Bildschirm haben. Und die zeit der anonymen Proxys ist vorbei, da sie bei den immer schnelleren Netzen den Verkehr nur bremsen. So und was Sie eventuell tun können ist ihr Namensauflösung also DNS über ausländischen Server zu beziehen, beispielweise Opendns.com. Das ist die einigste Stelle wo ihr Provider sehen kann, was Sie aufgerufen haben. Alles andere wäre zu aufwendig und zu teuer. Da aber die meisten den automatischen DNS eingestellt haben, nutzt man die DNS-Server-Protokolle. Aber der Anbieter kann nicht sehen, was die eingeben, das ist unsinn. Er kann nur sehen, daß sie z.B. gerade Stern.de aufgerufen haben.
SirDidimus (07.09.2008, 09:31 Uhr)
grundsätzlich finde ich
alle die hier schimpfen, dass ein bundesamt sich erdreistet, einen rat zu geben, gebe ich zu bedenken, dass häufiger gesagt wird, dass der staat nichts für seine bürger tut. hier werden ratschläge gegeben. wer sie nicht haben will - o.k. aber wer nicht so viel ahnung hat ist dankbar für diese infos.
ich fand es erstaunlich, dass diese information es sogar in die hauptnachrichten geschafft hat: ntv und die ard zum beispiel. man hört also auf die meinung dieser experten. und ich bin mir sicher, dass die mehr auf dem kasten haben als so mancher schreiberling hier.
Kalox (07.09.2008, 09:18 Uhr)
kein banking
ausser wirklich brisante daten wie beim online-banking würde ich in chrome alles eingeben. aber ich frage mich ernsthaft wer so dämlich ist zu glauben, dass eine so hervorragende software für nix zu haben ist - soll google doch wissen, dass ich ein filmfreak bin und mir nur werbung für filme aufdrücken - ignoriere ich ohnehin. und was irgendein otto-normal-vollprolet für müll veranstaltet - sagen wir fussball oder formel1 ergebnisse abcheckt - wird wohl kaum zum großen staatsgeheimnis werden das als schützenswertes gut erachtet werden kann...
p.s.: das bundesamt sollte sinnvollere statements abgeben können - was zur hölle sagt denn diese nichtssagend meldung eigentlich bedeuten? etwa "hände weg von beta-software"? oder "hände weg von google"?
0c3z0 (07.09.2008, 08:30 Uhr)
Lachhaft
"Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden. Und das gleich aus zwei Gründen." -- Und ich dachte es kommen jetzt ein paar kräftige Argumente, wie gefundene Sicherheitslücken, etc. Doch nein, alles was Sie schreiben ist "nicht nur weil das Programm noch nicht ausgereift sei, sondern auch wegen der Daten-Sammelwut von Google" -- Wahinsinn. Das sind wirklich stichhaltige Argumente. Besonders einem Programm gegenüber dass selbst noch in Beta ist. Für das Amt: Beta = eine Software die sich noch im Entwcklungs-/Teststadium befindet, und nun dem User zugänglich gemacht wird, um die End- Vollversion zu entwicklen.
Und das mit dem Datensammeln ist doch lachhaft. Jeder Int Provider kann mehr Daten sammeln als irgendein anderes Unternehmen. Warum wird hier nicht mehr Anonymität gefordert?!?Den alles was auf meinen Bildschirm ist fliest am Ende über deren Server.Auch ist es für mich weitaus mehr bedenklich wenn der Staat Trojaner zum Schutz der Bürger verbreiten darf, als meine gesamte Browser History bei Google. Komisch das hier das Amt nicht schreit. Internet und PCs sind eine eigene Welt. Wer sich auskennt hat Narrenfreiheit. Doch die Masse, die einfach die Standards installiert und verwendet wird immer gläsern und leicht attackierbar sein. Denn das Internet als solches ist kein existierender Ort, wie eine Einkaufshalle. Sondern einfach nur Millionen PCs die sich miteinander verbinden. Und dazwischen existiert nichts als Leitungen.
tagora-sagittara (07.09.2008, 01:56 Uhr)
Ich benötige keinen Bundesamt Zeigefinger,...
um für mich zu enscheiden.
Abgesehen davon geht jeder mit ein bisserl Grips mit anonymen Proxis und Alias Person ins Netz,... und wer nicht,... selbst schuld!!!
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