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6. September 2008, 12:45 Uhr

Bundesamt rät von Google-Browser ab

Nach dem überschwänglichen Medienecho auf Googles neuen Internetbrowser Chrome regt sich nun heftiger Widerstand: Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik warnt: "Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden." Und das gleich aus zwei Gründen.

Schnell und sammelwütig: Googles neuer Browser Chrome© Jens Büttner/DPA

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat sich kritisch zum neuen Google Browsers Chrome geäußert. "Google Chrome sollte nicht für den allgemeinen Gebrauch eingesetzt werden", sagte Sprecher Matthias Gärtner der "Berliner Zeitung". Es sei problematisch, dass Google ein Produkt in der Testversion aufgrund seiner Marktmacht einer breiten, zum Teil technisch wenig versierten Öffentlichkeit zugänglich mache. Chrome sei zwar bequem, aber kritisch, nicht nur weil das Programm noch nicht ausgereift sei, sondern auch wegen der Daten-Sammelwut von Google.

Vor dem Hintergrund, dass der kalifornische Suchmaschinenkonzern mit dem Browser nun alle wichtigen Bereiche im Internet vom Email- Programm über die Suche bis zu rein internetbasierten Textverarbeitungsprogrammen abdecke, warnte der BSI-Sprecher: "Aus sicherheitstechnischen Gründen ist die Anhäufung von Daten bei einem Anbieter kritisch."

Google stellt seine Neuentwicklung seit dem 2. September in 100 Ländern und 40 Sprachen zum Download bereit, zunächst nur für Windows. Seitdem ist die Software nach Brancheninformationen bereits viele Millionen Mal heruntergeladen worden.

Was sich alles aus dem Browser entwickeln kann, ist derzeit noch nicht abzusehen. Unter der Haube stecken nämlich zwei entscheidende Entwicklungen. Erstens wird innerhalb der Software jeder Tab als ein eigener Prozess betrachtet: Gibt es Probleme mit einer Website, zum Beispiel weil sie nicht mehr reagiert, stürzt nicht der ganze Browser ab, sondern die anderen Tabs funktionieren weiter.

Zweitens steckt in Chrome Googles "Gears"-Plattform, die die Nutzung von Online-Anwendungen in gewissem Umfang auch ohne Internetverbindung ermöglicht. Google bietet seit Jahren fast jede Standardanwendung wie Text- und Bildbearbeitung, Kalender und Tabellenkalkulation kostenlos als webbasiertes Programm an. Chrome könnte diesen Produkten zum Durchbruch verhelfen, weil sie im Falle von Problemen mit der Internetverbindung oder anderen Browserfenstern immer noch funktionieren würden.

Hauptkritikpunkt der Datenschützer aber bleibt, dass Chrome alle Aktivitäten des Nutzer protokolliert, um sich auf den Nutzer einzustellen und ihm das Browsen zu erleichtern.

DPA
 
 
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