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25. September 2006, 13:23 Uhr

Privatanwender im Visier

Computerkriminelle suchen inzwischen vor allem Privatanwender als Opfer. Das ergibt eine Studie eines Sicherheitssoftware- Unternehmens. Besonders Phishing und andere Betrugsvarianten seien inzwischen immer ausgefeilter.

Inzwischen geht es Computerkriminellen vor allem um Geld© Symantec

Privatanwender haben sich nach einer aktuellen Studie des IT-Sicherheitsunternehmens Symantec zum Hauptziel für Hacker und Internet-Kriminelle entwickelt. Bereits 86 Prozent aller registrierten Angriffe hätten mittlerweile die Rechner von Privatpersonen zum Ziel, ergab der 10. Sicherheitsreport des Unternehmens. "Angreifer sehen Endanwender als das schwächste Glied in der Sicherheitskette an", sagte Symantec-Manager Olaf Linder. "Von dieser Schwäche wollen sie profitieren."

Die zweitgrößte Gruppe der Betroffenen sind der Studie zufolge Finanzdienstleister, die mit rund 14 Prozent den größten Teil der restlichen Angriffe auf sich konzentrieren. Im Vergleich zu der Gruppe der Privatanwender gehe es in diesem Sektor aber "fast friedlich zu", heißt es. Da Heimcomputer über weniger ausgereifte Sicherheitstechnologien verfügten und Privatanwender Sicherheitsregeln weniger konsequent einhielten, seien sie ein leichtes Ziel für direkte Angriffe.

Es geht ums Geld

Das Motiv ist zum weit überwiegenden Teil die finanzielle Bereicherung. Bereits 30 der 50 am meisten verbreiteten Schädlinge bestünden aus Programmen, die vertrauliche Daten wie Kennwörter oder PIN-Nummern etwa für Online-Konten ausspionieren, heißt es. Zwar sei das Aufkommen von den so genannten Phishing-Mails im untersuchten Zeitraum rückläufig gewesen, die Zahl der Varianten sei aber deutlich um 81 Prozent auf 157.477 gestiegen. Das bestätige den Trend, dass Kriminelle ihre Mails immer besser gestalteten und ihre Opfer gezielter auswählten.

Führend in der Verbreitung von Schädlingen aller Art sind der Studie zufolge mit 37 Prozent die USA, gefolgt von China (10 Prozent). Bei der Verbreitung von Spam-Mail führen die USA mit 58 Prozent ebenfalls, weit vor China (13 Prozent) sowie Kanada und Südkorea, die beide für jeweils fünf Prozent des weltweiten Spam- Aufkommens verantwortlich sind. Inzwischen macht Spam der Studie zufolge 54 Prozent des gesamten überwachten E-Mail-Verkehrs aus.

Zwei Millionen Köder

Für den 10. Sicherheitsreport hat Symantec nach eigenen Angaben die Internetaktivitäten von Januar bis Ende Juni 2006 beobachtet und analysiert. Die Internet-Aktivitäten werden dafür in über 180 Ländern beobachtet. Mit mehr als zwei Millionen fingierten E-Mail-Konten versuchen die Sicherheitsexperten, Kriminelle zu ködern. Daneben werden weitere Quellen, unter anderem aus Datenbanken und einem globalen Verbund aus verschiedenen Informationssystemen analysiert.

DPA
 
 
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