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14. Februar 2008, 11:05 Uhr

Würmer statt Rosen zum Valentinstag

"Ich liebe dich so sehr", "Du bist in meinen Träumen", "Liebe ist ..." - das sind Betreffzeilen, die am Valentinstag jeder gerne in seiner Mail findet. Das wissen auch die Autoren von Computerwürmern und Trojanischen Pferden. Sicherheitsexperten warnen vor Valentinstag-Viren.

Valentinstag-Rosen haben vielleicht Blattläuse, aber keine Computerviren© Reuters

Eine erste Testphase haben sie Mitte Januar schon überstanden: Liebesbotschaften per E-Mail - ein wenig verfrüht, aber wirksam für eine Vorinfektion.

Die Premiere soll am Valentinstag folgen. Dann nämlich bringt der ein oder andere Liebesgruß über das weltweite Datennetz Würmer statt Rosen. "Ich liebe dich so sehr", "Du bist in meinen Träumen", "Liebe ist ...": Vermeintlich wahre Romantik im Betreff öffnet nicht nur das menschliche Herz, sondern unentdeckt auch die Hintertür des Computers. Hinter dem nächsten Klick steckt das Schlamassel: Der PC ist infiziert, wird zur Marionette Fremder.

"Das wird immer funktionieren", ist sich Markus Mertes vom Antiviren-Softwareentwickler Panda Security in Duisburg sicher. "Die Leute fallen immer wieder darauf rein", sagt der Sicherheitsexperte. Auch in diesem Jahr werden unzählige Standard-Liebesschwüre in den elektronischen Postfächern landen - von bekannten und unbekannten Absendern. Die Gefahr verbirgt sich meist hinter der Verknüpfung (Link) zu einer Internetseite oder hängt dem "Liebesbrief" als Bild oder Grußkarte getarnt an. Per Mausklick wird unbemerkt ein Programm, der Wurm, aktiviert.

Zwei Valentinswürmer unterwegs

Derzeit sind mindestens zwei Valentins-Würmer unterwegs: "Nuwar.OL" leitet den Neugierigen per Link auf eine Web-Seite mit romantischen Grüßen und einem rosa Herz. "Valentin.E" erweckt Hoffnung auf neue Bekanntschaften und hängt der Mail die "friends4u"-Datei an. Werden die Programme installiert, kriechen die Würmer aus den Schlupflöchern. "Der Wurm kopiert sich selbstständig und verteilt sich dann über die auf dem Computer gespeicherten Kontakte", erklärt Mertes. Die Folge: Er landet im Post-Eingang von Freunden, Bekannten oder Geschäftspartnern und wirkt auf die Empfänger vertrauenswürdig, denn der Absender ist ihnen bekannt. Wird der Wurm von ihnen ebenfalls aktiviert, verbreitet er sich weiter.

Hintergrund für die Angriffe auf Rechner ist "das schnöde Geld", weiß Candid Wüest, Sicherheitsexperte beim Antiviren-Spezialisten Symantec. Die infizierten Computer erweisen sich als wahre Goldgrube für Cyber-Kriminelle. E-Mail-Adressen werden verkauft, infizierte Rechner für das Versenden von unerwünschten (Spam)-Mails vermietet, vertrauliche Daten vom Online-Banking oder dem Kreditkarten-Kauf werden ausspioniert und gehandelt. Infizierte Rechner werden auch für Angriffe auf Internet-Seiten und ihre Server missbraucht.

Geldwäscher werden benötigt

"Das ist ein Milliardengeschäft", sagt Wüest. Ein Geschäft, dass weitere kriminelle Handlungen nach sich zieht, denn die "Einnahmen" müssen "gewaschen" werden. "Dahinter steckt definitiv organisierter Cyber-Kriminalismus", sagt Wüest. Die Fäden reichen nach Russland, China und in die USA. "2006 wurde mit Online-Diebstahl weit mehr erwirtschaftet als mit Drogenhandel und Prostitution", sagt Mertes.

Was aber tun, wenn Neugier die Vorsicht überrannt hat? "Wer Bedenken hat, sollte zunächst ruhig bleiben", rät Wüest. Ist eine Antiviren-Software installiert, sollten alle Daten auf eine mögliche Infektion hin überprüft werden. "Bis dahin auf Online-Banking und Kreditkarten-Einkäufe verzichten", empfiehlt Wüest. Ist der PC wieder "sauber", sollten alle wichtigen Passwörter geändert werden. Auf der sicheren Seite ist, wer seine Neugier etwas zurückschraubt oder zum Valentinstag die gute alte Papierkarte verschickt. "Das ist sowieso viel romantischer", findet Wüest.

Alexandra Balzer/DPA
 
 
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