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6. Dezember 2011, 12:10 Uhr

Das taugt der iTunes-Herausforderer

Google Music läuft in den USA seit drei Wochen. Wann der Musikdienst nach Deutschland kommt, ist ungewiss. Wir haben den digitalen Musikladen dennoch mal unter die Lupe genommen, um zu testen, ob er ein ernstzunehmender Gegner für Apples iTunes ist.

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Mehr als 13 Millionen Songs bietet der neue Dienst Google Music, der Onlinespeicher und Musikportal in einem ist© Techradar

Wenn Google neue Dienste startet, schaut die Technikwelt genauer hin. Das neueste Angebot des Suchmaschinenriesen: der iTunes-Herausforderer Google Music. Mehr als 13 Millionen Lieder stehen zur Auswahl, neben den kostenpflichtigen Songs werden seit dem Start vor drei Wochen auch eine Vielzahl an Gratis-Liedern angeboten. Neben täglichen kostenlosen Singles können sich Musikbegeisterte auf Live-Aufnahmen für lau (beispielsweise von der Dave Matthews Band und Pearl Jam) sowie exklusive Live-Mitschnitte wie zum Beispiel ein Live-Album der Rolling Stones aus dem Jahr 1973 freuen.

Bei Google Music handelt es sich nicht nur um einen Cloud-Speicher, von dem aus die eigene Musik gestreamt werden kann, sondern auch um ein Kaufportal. Der Dienst besteht aus drei beziehungsweise vier Komponenten, wenn man die Android-Apps für Smartphones und Tablets mit einbezieht.

1. Music Manager:

Beim Music Manager handelt es sich um ein Programm, das die Musiksammlung der Anwender auf Google Music lädt. Im Grunde handelt es sich hierbei um einen reinen Upload-Dienst. Die hochgeladenen Titel können dann über die Google-Music-Webseite angehört werden.

Dadurch wird außerdem ermöglicht, dass die Lieder via der Google-Music-Webseite auf jedem Gerät (das über einen Internetzugang verfügt) wiedergegeben werden können. Google scheint die Anzahl der Geräte nicht limitieren zu wollen. Anwender können 20.000 Songs auf den Cloud-Dienst laden. Das hört sich nach sehr viel an, im Vergleich zu den 13 Millionen Titeln, die über Google Music erstanden werden können, verblasst diese Zahl allerdings schnell. Zum Vergleich: Apples Musikdienst iTunes bietet mehr als 20 Millionen Songs.

Der Music Manager wird in der Taskleiste angezeigt, was einige Anwender möglicherweise als störend empfinden könnten. Von Vorteil ist, dass mit Google Music die Bandbreite, die für Uploads verwendet wird, kontrolliert und individuell gewählt werden kann. iTunes-Podcasts können ebenfalls hochgeladen werden. Der Music-Manager-Uploader arbeitet still und effizient. Selbst beim Upload von Tausenden von Songs und Hunderten von Megabytes gab es keine Probleme, allerdings muss man sich bei einer großen Menge in Geduld üben.

2. Google-Music-Seite:

Die zweite Komponente ist die Google-Music-Webseite. Hier können Anwender ihre Musik speichern, Lieder über das Internet abspielen, Songs umbenennen und Playlisten kreieren. Alle Lieder, die über den Android Market gekauft oder über den Music Manager hochgeladen wurden, werden innerhalb der Google-Music-Seite zur Verfügung gestellt.

Die Seite ist sehr einfach zu bedienen. In der Spalte am linken Seitenrand findet der Anwender die Option, seine Lieder nach Künstler, Album oder Genre anzeigen zu lassen. Außerdem können Playlisten für die besten, aktuellsten oder gekauften Songs genutzt werden. Auch Tracks, die dem Anwender gefallen und die er mit einem "Daumen nach oben"-Symbol bewertet hat, stehen in der Spalte am linken Seitenrand als Playlist zur Verfügung.

Überraschend ist, dass es sich zwar einfach gestaltet, ganze Alben zu kaufen, es sich aber als schwer erwiesen hat, diese auf den Computer abzuspeichern. Anwender müssen jeden Song einzeln abspeichern. Es gibt allerdings die Möglichkeit, alle gekauften Songs über den Music Manager auf den PC herunterzuladen. Diese Option ist jedoch standardmäßig deaktiviert.

Die Google-Music-Seite bietet natürlich auch eine Suchfunktion. Bereits während der Anwender ein Wort eintippt, bekommt er Künstler, Alben und Playlisten angezeigt.

3. Android Market:

Die dritte Komponente von Googles Musikdienst ist der Android Market. Hier können Anwender nach neuer Musik suchen, Einkäufe tätigen, sich Hörproben anhören und den sogenannten "Artist Hub" anschauen, auf dem sich Biographien und Informationen zu den Künstlern befinden.

Die Angaben sind jedoch noch sehr spartanisch. Beispielsweise sind einige Alben der Band "The Black Keys" überhaupt nicht bewertet worden. Auch die Band-Biographie ist nicht wirklich aktuell. Es gibt zum Beispiel keinerlei Informationen zum neuen Album, das in einigen Wochen erscheinen wird.

Auch einige Musikgruppen wie Led Zeppelin oder Prince glänzen auf dem Google-Musikdienst größtenteils durch Abwesenheit, da der IT-Gigant bisher keinen Vertrag mit der Warner Music Group abschließen konnte. Die Anzahl der Musikgruppen, die auf Google Music nicht zu finden sind, wird von Musikbegeisterten sicherlich für Enttäuschung sorgen. Von Led Zeppelin sind lediglich Tribute-Alben vorhanden. Hingegen sind aber eher unbekannte Künstler wie "Grand Atlantic" auf dem Google-Dienst zu finden.

4. Google-Music-App:

Mit der letzten Komponente, der Google-Music-App, können Titel auf mobilen Geräten wie Android-Tablets und -Smartphones wiedergegeben werden. Die App ist allerdings noch nicht ausreichend entwickelt. Anwender erhalten zwar Zugang zu ihren Liedern in der Cloud und gekaufte Lieder werden automatisch hinzugefügt, allerdings fehlen einige nützliche Funktionen.

Automatisch heruntergeladene Podcasts sind beispielsweise nicht einfach zu finden und zu konfigurieren. Selbstverständlich wurde Google Music nur für den Konsum von Musik und nicht für Filme, TV-Shows oder andere Medieninhalte entwickelt. Um solche Inhalte nutzen und verwalten zu können, muss also auf eine andere App zurückgegriffen werden.

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