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27. Mai 2010, 10:46 Uhr

Zuckerberg gesteht Fehler ein

Datenschützer wurden befragt, Verbraucherschützer ebenso und zum guten Schluss gestand Facebook-Chef Mark Zuckerberg ein, Fehler gemacht zu haben. Das größte Soziale Netzwerk will daher seinen Nutzern die Kontrolle über die eigenen Daten zurückgeben. Der Druck der vergangenen Wochen hat Wirkung gezeigt.

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Facebook-Gründer Zuckerberg versucht, freundlich zu Nutzern und Kritikern zu sein© Paul Sakuma/AP

Nach anhaltender Kritik an seiner Datenschutz-Politik will das Online-Netzwerk Facebook den Nutzern mehr Kontrolle über ihre persönlichen Informationen geben. Sie sollen einfacher und genauer einstellen können, wer ihr Profil sowie Inhalte wie Fotos, Videos und Statusmeldungen sehen kann. Die Umsetzung beginne sofort, dauere aber einige Tage, kündigte das Unternehmen am Mittwoch im kalifornischen Palo Alto an.

Facebook vereinfacht die bislang unübersichtlichen Kontrollen. Änderungen sollen künftig mit wenigen Klicks möglich sein. Die Sichtbarkeit bereits veröffentlichter Informationen wie Fotos können Nutzer auf einen Schlag einschränken. "Das ist eine ziemlich große Überarbeitung des Systems", betonte Firmenchef Mark Zuckerberg. Das Unternehmen versprach zudem, die Einstellungen der Nutzer für alle künftigen Produkte zu übernehmen.

Auch die Programme von Drittanbietern bezieht Facebook in die Änderungen ein. Nutzer bekommen genauer angezeigt, welche Informationen diese sogenannten Applikationen erhalten - zum Beispiel die E-Mail-Adresse, Profilinformationen oder Fotos. Zudem sollen sie die Programme mit wenigen Klicks deaktivieren können. Zu den populärsten Anwendungen zählt das Spiel Farmville, dessen Betreiber Zynga wegen der Sammlung umfangreicher Nutzerdaten Negativ-Schlagzeilen gemacht hat.

Zuckerberg gestand bei der Präsentation der Neuerungen Fehler ein. Facebook habe in den vergangenen Monaten viele Dinge auf einmal geändert. "Das haben wir nicht so kommuniziert, wie wir es gekonnt hätten, viel ging unter." Das Unternehmen will die Privatsphäre-Einstellungen daher künftig seltener verändern.

Facebook beriet sich nach eigenen Angaben mit dem US-Senator Charles Schumer sowie diversen Datenschutz- und Verbraucherschutz-Organisationen. Die Ergebnisse der Gespräche hätten großen Anteil an der Umsetzung der neuen Regeln, erklärte das Unternehmen.

Facebook war in den vergangenen Wochen nach mehreren Änderungen an seinen Datenschutz-Einstellungen massiv unter Beschuss geraten. Selbst in den USA, wo Datenschutz traditionell eine geringere Rolle spielt als in Europa, fiel der Protest von Nutzern, Politikern und Datenschützern heftig aus.

Kritiker monierten zum einen, der Betreiber dränge die Nutzer zu einem freizügigen Umgang mit ihren Daten. Zum anderen seien die Datenschutz-Einstellungen zu kompliziert und verhinderten so eine effektive Kontrolle.

DPA
 
 
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