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Domian wirft Facebook Zensur vor

WDR-Talker Domian wirft Facebook vor, mehrere Beiträge gelöscht zu haben, in denen er sich mit der Kirche auseinandersetzte. Facebook hat sich mittlerweile entschuldigt - doch Domians Fans sind sauer.

Von Christoph Fröhlich

  WDR-Talker Domian wirft Facebook Zensur vor, weil mehrere seiner Beiträge gelöscht wurden

WDR-Talker Domian wirft Facebook Zensur vor, weil mehrere seiner Beiträge gelöscht wurden

Große Aufregung bei WDR-Talker Jürgen Domian: "Ihr Lieben, ich bin äußerst verärgert und fassungslos", beginnt der bekannte Radiomoderator am Montagabend einen Aufruf an seine fast 65.000 Facebook-Fans. "Facebook hat meine Beiträge und ebenso eure Kommentare gelöscht." Das wolle er sich nicht bieten lassen, schreibt er in seinem jüngsten Posting, und ruft seine Fans auf, den Beitrag weiterzuverbreiten: "Ich bitte euch, diesen Text hier zu teilen. Euer Domian." Mehr als 15.000 Facebook-User sind dieser Aufforderung in weniger als zwölf Stunden nachgekommen, rund 2500 vorwiegend empörte Kommentare finden sich mittlerweile unter Domians Zeilen. Über 20.000 Mal wurde der Beitrag geteilt. Was war passiert?

Diskussion um Papst-Beitrag

"Stein des Anstoßes ist wohl mein kritischer Beitrag zu dem Auftritt des erzkonservativen Katholiken Martin Lohmann bei Günther Jauch", schreibt Domian. Im Februar 2013 sorgte Lohmann, Chefredakteur des katholischen Privatsenders K-TV, beim Jauch-Talk zum Thema Abtreibung für heftige Reaktionen. Er lehne Abtreibung strikt ab, auch wenn der Eingriff nach einer Vergewaltigung vorgenommen werde, so der Kirchenmann. Selbst bei seiner eigenen Tochter würde er nicht anders entscheiden, erklärte er auf Jauchs Nachfrage. Das Publikum reagierte ungläubig und lachte ihn aus.

Auch Domian war empört und schrieb auf Facebook nach einem Auftritt Lohmanns bei Markus Lanz: "Was für ein Bullshit!" Man dürfe "solche Leute nicht unkommentiert durch die Talk-Shows tingeln lassen", schrieb Domian und lobte Jauch: "Bravo ... Sie haben es am Sonntag genau richtig gemacht. Und lassen Sie sich von diesem Mann und seinem missionarischen Durchfall nicht beeindrucken".

Der zweite Beitrag, der angeblich gelöscht wurde, beschäftigte sich mit dem neuen Papst Jorge Mario Bergoglio. Nach der Wahl zum Kirchenoberhaupt schrieb Domian: "Manche Menschen wachsen mit und in ihrem Amt. Und so werden wir uns vielleicht noch über Franziskus wundern. Hoffen wir es! Geben wir ihm eine Chance! In einem halben, spätestens einem Jahr wissen wir mehr." Mehr als 1,1 Millionen Menschen haben laut Domian den Beitrag gelesen, bevor Facebook den Post entfernte.

Der Beitrag entspreche "nicht den Richtlinien von Facebook", heißt es in einer Mitteilung des sozialen Netzwerks an den WDR-Talker. "Das ist ungeheuerlich. Mit Meinungsfreiheit hat das nun rein gar nichts mehr zu tun", schreibt Domian in seinem Beitrag. Und ergänzt: "Die Texte hätten als Kommentar in jeder öffentlich rechtlichen Rundfunkanstalt über den Sender gehen können, hätten in jeder Zeitung stehen können."

Die Beiträge sind mittlerweile wieder auf seiner Facebook-Seite freigeschaltet.

Zensur oder Versehen?

Domian wirft dem sozialen Netzwerk Zensur vor. Doch wollte Facebook dem WDR-Talker wirklich einen Maulkorb verpassen - oder handelt es sich bloß um ein Missverständnis? Es ist nicht das erste Mal, dass Facebook fälschlicherweise Bilder und Beiträge löscht. Ende November entfernte das soziale Netzwerk das Bild einer jungen Blondine, die sich in einer schaumbedeckten Wanne räkelte und vermeintlich ihren Busen zeigte. In Wirklichkeit handelte es sich aber um ihren Ellenbogen. Prompt wurde das Foto gelöscht und Facebook zum weltweiten Gespött, weil es wieder einmal ein harmloses Bild wegen Unsittlichkeit sperrte.

Im Fall von Domian dürfte der Fall noch lapidarer sein: Vermutlich haben Domian-kritische User den Beitrag wiederholt gemeldet, wodurch Facebook den Beitrag automatisch gelöscht haben könnte. Normalerweise sichtet ein Facebook-Mitarbeiter den gemeldeten Beitrag und entscheidet dann anhand der Richtlinien, ob der Post gelöscht wird oder erhalten bleibt.

Im Fall von Domian sei ein Fehler passiert, entschuldigt sich Tina Kulow, die deutsche Pressesprecherin von Facebook. "Unsere Reporting-Systeme sind dafür entwickelt, Menschen vor Missbrauch, Hass-Rede und Mobbing zu schützen und es ist bedauernswert, dass gelegentlich Fehler gemacht werden, wenn solche Reports bearbeitet werden."

Auch wenn es sich offenbar um ein Versehen handelt, reagieren Domians Fans genervt: "Na, Tina, Kurve so gerade noch gekriegt?", schreibt eine Userin in einem Facebook-Kommentar. Ein anderer User meint: "Mich wundert dann, dass diverse Neonazi-Gruppen hier ihre Meinungsfreiheit trotz tausendfacher Meldung ihrer Seiten und Beiträge ausleben dürfen und dann kritische Beiträge zum Thema Homo-Ehe, Katholische Kirche gelöscht werden..."

Domian übt sich in Zurückhaltung

"Ich werde in der nächsten Zeit nichts posten, um die Dinge zu klären. Auch um zu vermeiden, dass meine Texte wieder gelöscht werden. Dennoch versuche ich euch auf dem Laufenden zu halten", schreibt Domian seinen Fans. Mit seinen Worten hat er offenbar einen Nerv beim Facebook-Publikum getroffen: Viele Kommentare kritisieren das rigide Vorgehen des sozialen Netzwerks. So schreibt Christian Friemel: "Wer hat je behauptet, Facebook sei ein Instrument der Meinungsfreiheit?!" Der User Juan Manuel Herrero-Pombo ergänzt: "Facebook ist halt ein eigener Staat mit seinen eigenen Regeln und Gesetzen. Die brauchen einen ja nicht mal um Erlaubnis fragen um mit Daten aus den Profilen noch Geld zu scheffeln."

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