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Telekom beerdigt DSL-Flatrate

Den ganzen Tag Filme und Serien schauen? Damit könnte es bald vorbei sein: Die Telekom hat angekündigt, demnächst DSL-Verträge mit Volumenbegrenzung einzuführen. Im Netz laufen die User Sturm.

  Die Deutsche Telekom plant Medienberichten zufolge eine Drosselung für DSL-Anschlüsse

Die Deutsche Telekom plant Medienberichten zufolge eine Drosselung für DSL-Anschlüsse

In Mobilfunkverträgen ist es längst die Regel, dass nach einem gewissen Datenkontingent Schluss ist mit High-Speed-Internet. Nun hat die Telekom bestätigt, dass auch DSL-Flatrates künftig nach Überschreiten eines bestimmten Datenvolumens gedrosselt werden. Ab 2. Mai wird es neue Call&Surf- und Entertain-Verträge geben, die - abhängig vom gebuchten Paket - ein begrenztes Datenvolumen enthalten.

"Ist die Volumengrenze erreicht, sehen die Leistungsbeschreibungen eine einheitliche Reduzierung der Internetbandbreite auf 384 Kbit/s vor", heißt es in der Erklärung der Telekom. Diejenigen, die nach Überschreiten des Datenvolumens mit hoher Geschwindigkeit weitersurfen wollen, müssten zukünftig ein weiteres Datenpaket kaufen. Tarife dafür sollen später bekanntgegeben werden. Bestandskunden sollen von der neuen Regelung nicht betroffen sein.

75 Gigabyte Mindestkontingent

Neukunden des Vertrags "Call & Surf mit DSL" und "Entertain mit 16 MBit/s" dürften zukünftig 75 Gigabyte Datenvolumen zur Verfügung stehen, bevor die Datenbremse aktiviert wird. So viele Daten passen auf zwei Blu-rays. Für Kunden, die viele HD-Filme und -Serien herunterladen, intensiv Cloud-Speicher nutzen oder beruflich mit großen Datenmengen zu tun haben, könnte dieser Vertrag eng werden.

Der Grund für die Umstellung seien die hohen Kosten, die höhere Bandbreiten mit sich bringen würden, sagt Michael Hagspihl, Marketing-Geschäftsführer der Telekom Deutschland. "Den Kunden mit sehr hohem Datenaufkommen werden wir in Zukunft mehr berechnen müssen". Das Datenvolumen der neuen Telekom-Tarife ist wie folgt gestaffelt:

Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s: 75 GB
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 50 Mbit/s: 200 GB
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 100 Mbit/s: 300 GB
Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 200 Mbit/s: 400 GB

Drosselung ab 2016?

Wann die Telekom die Geschwindigkeitsdrosselung tatsächlich einführt, ist noch nicht bekannt. "Wir gehen bisher davon aus, dass wir die Limitierung technisch nicht vor 2016 umsetzen", so Hagspihl. Das Datenvolumen werde sich Experten zufolge bis dahin vervierfachen.

Unklar sei, wie die Telekom das hauseigene IPTV-Angebot Entertain mit den neuen Tarifen regulieren wird. Mit hochauflösenden Filmen und Fernsehsendern dürfte das Mindestkontingent von 75 Gigabyte schnell verbraucht sein. Vermutlich werden solche Angebote nicht in die Zählung miteinbezogen. Wie das funktioniert, hat die Telekom mit dem Spotify-Tarif für Smartphones gezeigt: Für 9,95 Euro monatlich können Mobilfunkkunden unterwegs Musik streamen, ohne dass das Datenkontingent belastet wird.

Kopfschütteln im Netz

Für den Kunden sei die neue Regelung ein Vorteil, betont die Telekom in einem Blog-Beitrag vom März. Es müsse nur so viel Datenvolumen bezahlt werden, wie verbraucht wird. "Bisher ist es so, dass sämtliche Nutzer die intensivere Nutzung einiger quersubventionieren."

Die Kunden scheinen das anders zu sehen: "Da kann man doch eigentlich nur den Kopf schütteln", schreibt Twitterer "@zayc_". Ein weiterer Nutzer bezeichnet die neuen Tarife als "Rückschritt ins Jahr 2000", ein anderer hat bereits scherzhaft ein weiteres Einsparpotential für den Mobilfunkriesen angekündigt: "Idee: Telekom verringert Sprachqualität für Vieltelefonierer."

cf

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