18. Juni 2008, 15:43 Uhr

Die Masche mit der Tasche

Michael Tonello hat herausgefunden, wie man bei Ebay viel Geld verdienen kann: Einfach unverschämt teure Luxusartikel kaufen - und noch viel teurer weiterverkaufen. Sein Bestseller: die extrem seltene Birkin Bag von Hermès.

Das Objekt der Begierde: die extrem seltene Birkin Bag von Hermès©

Mister Tonello, Sie sind in kürzester Zeit bei Ebay zu einem erfolgreichen Verkäufer geworden. Wie haben Sie das angestellt?

Das war Zufall. Ich bin vor acht Jahren aus den Vereinigten Staaten nach Barcelona gezogen und hatte dort keine Arbeit. Also habe ich angefangen, alte Bücher und Kleidungsstücke bei Ebay zu verkaufen. Darunter war auch ein altes Halstuch von Hermès, das ich für 400 Dollar versteigert habe. Nach der Auktion haben mich Bieter gefragt, ob ich ihnen Halstücher besorgen kann. Also bin ich in den nächsten Hermès-Laden gegangen, habe Halstücher ein- und sie mit Gewinn weiterverkauft. So fing alles an.

In dem Buch, das Sie über Ihr Leben als Ebay-Händler geschrieben haben, erzählen Sie, dass Sie erst keine Ahnung hatten, warum Sie so erfolgreich waren.

Meine ersten Auktionen waren ziemlich schlicht: Ein Foto, ein oder zwei Sätze, das war's. Aber ich hatte Glück, weil mir eine reiche Kundin, die schon viel bei Ebay eingekauft hatte, Tipps gab. Sie hat mir beigebracht, wie man eine gute Auktion aufsetzt.

Eine Sache haben Sie aber gleich richtig gemacht: Sie hatten ein gutes Produkt.

Ich habe mich immer für Mode interessiert und schnell verstanden, dass die Leute bereit sind, viel Geld für Hermès auszugeben. Und je mehr Auktionen ich gemacht habe, desto besser kannte ich mich mit den Produkten aus.

Warum sind Ihre Käufer eigentlich nicht selbst in den Laden gegangen? Bei Ihnen haben sie ja immer draufgezahlt.

Das ist nicht so einfach, wie es sich anhört. Die meisten meiner Kunden waren Amerikaner. Dort gibt es nur in 19 Städten Geschäfte von Hermès - und das bei 50 Bundesstaaten! Hermès hatte auch lange keinen eigenen Online-Shop. Ich habe anderen also Arbeit abgenommen und sie haben mich dafür bezahlt.

Sie haben auch die sogenannte Birkin- Tasche von Hermès verkauft, auf die man sonst zwei oder drei Jahren warten muss. Was ist das Besondere an dieser Handtasche?

Die Birkin Bag ist eine der beliebtesten Handtaschen der Welt. Und ziemlich teuer: In Europa kostet die billigste mehr als 5000 Euro. Die Birkin Bag ist also nur etwas für Reiche oder Stars. Diese Leute sind es gewohnt, alles zu kriegen, was sie sich wünschen - nur die Birkin Bag nicht. Wer in einen Laden geht, muss sich auf eine Warteliste setzen lassen und ist selbst dann nicht sicher, dass er sie kriegt. Insofern ist sie das ideale Produkt: Sie ist teuer und selten.

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Gefunden im ... Ebay-Magazin, Ausgabe 02/08. Jetzt im Handel

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KOMMENTARE (6 von 6)
 
Eisenbaer (20.06.2008, 17:53 Uhr)
Arme, Reiche...
...gibt es beide. Jeder hat so seine eigenen Probleme. Die eine sehnt sich nach überhaupt einer eigenen Handtasche, für die andere sind eben 25.000 Euro ein besseres Trinkgeld.

Na und? Kann keiner ändern, ist eben so. - Oder: Viel Spaß dabei!

Der Sinn einer Zeitschrift besteht aber nicht in dem Umbau der Gesellschaft - sieht man mal von dem "Neuen Deutschland" oder dem "Stürmer" ab - sondern in einer Beschreibung der Umstände sowie der Welt, in der wir leben. Wen es stört einen solchen Artikel zu lesen, der braucht es auch nicht tun. DIESE Freiheit hat ein jeder von uns.
Justin75 (20.06.2008, 11:21 Uhr)
Ein Fall für den Presserat
... mehr kann man zu diesem Werbe-Geschmiere nicht sagen.
Asteriskina (20.06.2008, 11:08 Uhr)
uij...Werbung pur
Auch Stern sollte Redaktion und Werbung strikt trennen. Puh........!
tagora-sagittara (20.06.2008, 10:47 Uhr)
Sowas hässliches kaufen...
nur gelanweilte Amöben... SEHEN - KLICK - GEKAUFT,... mehr Gehirnmasse ist einfach nicht vorhanden :-))
Kalox (20.06.2008, 08:50 Uhr)
spinner gibt es überall...
...die einen kaufen solche hässliche taschen, die anderen rufen bei nepp-sendern an, für jeden geldbeutel das passende!
Crossbow (20.06.2008, 07:54 Uhr)
Für diese Oma-Tasche...
...mehr als 5.000.- Euro??? Sieht aus wie aus Omas Schrank der 50er/60er Jahre. Es steht wohl wirklich jeden Morgen ein Depp auf, man muß ihn nur finden.
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