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5. Juni 2010, 09:10 Uhr

Der Erfinder der Holografie wird 110

Lange Zeit galten holografische Abbildungen als Science Fiction: Bilder, die dreidimensional in der Luft schweben, wurden erst mit der Erfindung des Lasers möglich. Das Prinzip dahinter beschrieb der ungarische Physiker Dennis Gábor allerdings schon 1948 - und erhielt für seine Grundlagenforschung über zwanzig Jahre später den Nobelpreis für Physik.

Wie so häufig stand der Zufall Pate bei der Erfindung der Holografie: Eigentlich war der ungarische Physiker Dennis Gábor nur auf der Suche nach einer neuen Methode, um das Auflösungsvermögen von Mikroskopen zu verbessern.

Quasi als Beiprodukt entdeckte er 1947/48 das Prinzip, das zweidimensionale Abbildungen in die dritte Dimension katapultierte - die Holografie. Die mit seiner Methode bearbeiteten Motive schienen plötzlich bei der Betrachtung frei im Raum zu schweben.

Das zugrundeliegende Prinzip beschrieb er in einer grundlegenden Arbeit mit dem Titel "Die verzerrte Front elektromagnetischer Wellen", für die er 1971 den Nobelpreis erhielt.

Allerdings war Gábors eigener Versuch, das Hologramm eines zwei Quadratmillimeter kleinen Dias aufzunehmen, nur von bescheidenem Erfolg gekrönt. Dem Ungarn stand noch kein monochromatisches Licht zur Verfügung, das zur Erstellung eines ausreichend scharfen Hologramms benötigt wird. Enttäuscht wandte er sich anderen Forschungsbereichen zu.

So sollte es noch einige Jahre dauern, bis Gábors theoretische Überlegungen mit der Erfindung des Lasers im Jahre 1960 in die Tat umgesetzt werden konnten. Erst jetzt stand monochromatisches Licht zur Verfügung, das eine ausreichend scharfe Darstellung der Bildebenen ermöglichte.

Andere Köpfe griffen Gábor Grundlagenarbeit auf und verfeinerten sie, so dass holografische Techniken heut längst zum Alltag gehören. Allerdings werden Holografien nur selten so spektakulär, eingesetzt wie wir es aus Science Fiction-Filmen gewohnt sind: Hauptanwendungsbereiche sind die Erstellung fälschungssicherer Signaturen z.B. für Kreditkarten oder die Medizintechnik.

jw
 
 
 
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