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Google schließt Frieden mit Verlegern

Mit einer Zahlung von 60 Millionen Euro ist die Sache vom Tisch: Google wird in Frankreich für die Verlinkung von Artikeln nicht zur Kasse gebeten.

  Sind sich einig: Frankreichs Präsident Francois Hollande und Google-Manager Eric Schmidt (r.)

Sind sich einig: Frankreichs Präsident Francois Hollande und Google-Manager Eric Schmidt (r.)

Der Streit zwischen dem US-Suchmaschinen-Giganten Google und französischen Presseverlegern über Nutzungsrechte im Internet ist vom Tisch. Google-Chef Eric Schmidt und der französische Präsident Francois Hollande unterzeichneten am Freitag eine entsprechende Vereinbarung, wie der Suchmaschinenbetreiber mitteilte.

Google zahlt demnach 60 Millionen Euro in einen neuen Medienfonds ein. Der US-Konzern wolle damit die Zeitungsverlage dabei unterstützen, ihre Internetaktivitäten weiterzuentwickeln. Für die Verlinkung von Texten wird Google im Gegenzug künftig nicht zur Kasse gebeten.

Die Verlage hatten von Google eine Abgabe dafür gefordert, dass ihre Artikel in den Suchdiensten des US-Unternehmens gelistet werden. Die Regierung hatte für den Fall, dass es zu keiner Einigung kommt, mit einem entsprechenden Gesetz zu Lasten von Google gedroht.

In Belgien hatte Google bereits im Dezember einen Streit mit den Verlegern mit einer Kooperationsvereinbarung beigelegt. In Deutschland berät der Bundestag hingegen derzeit noch ein Gesetzesvorhaben, wonach Suchmaschinen Lizenzen von den Verlagen benötigen, um deren Texte aufzunehmen. Google erzielt mit der Verlinkung auf Webinhalte anderer Seiten Werbeeinnahmen in Milliardenhöhe.

In der Auseinandersetzung mit der EU um den Vorwurf unlauterer Geschäftspraktiken hat der Suchmaschinen-Riese zudem neue Zugeständnisse gemacht. Die Europäische Kommission teilte zum Wochenschluss mit, detaillierte Vorschläge von Google erhalten zu haben.

Google droht von den Wettbewerbshütern in Europa eine deutlich härtere Behandlung als in der Heimat. EU-Wettbewerbskommissar Joaquin Almunia verdächtigt das Internetunternehmen, seine dominante Marktmacht im Suchmaschinengeschäft zu missbrauchen. Seit zwei Jahren geht die Gemeinschaft Beschwerden nach, der Konzern nutze seine herausgehobene Stellung, um Konkurrenten wie Microsoft zu blockieren. Den Vorwürfen zufolge gibt der Internetriese den Rivalen bei den Suchergebnissen schlechtere Plätze in der Rangfolge und verschafft eigenen Produkten und Diensten damit einen unfairen Vorteil.

anb/Reuters/Reuters
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