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Die Kamerawagen rollen wieder

Microsoft hat mit den Aufnahmen für den Panoramadienst Bing Streetside in Deutschland begonnen. Bereits im Sommer sollen die ersten deutschen Städte zu sehen sein - frühestens dann ist ein Widerspruch möglich.

Die nächste Welle der Kamerautos rollt durch Deutschland: Microsofts Panoramadienst Bing Streetside soll die bisherige Kartenfunktion von Bing Maps erweitern und tritt damit in direkte Konkurrenz zu Google Street View. Die ersten Fahrten werden in Nürnberg, Erlangen und Fürth durchgeführt. Dabei katalogisieren die 360-Grad-Kameras mehr als 150.000 Streckenkilometer, sagt Microsoft-Sprecherin Miriam Kapsegger. Mehr als vierzig weitere Städte sollen bis zum Sommer folgen.

Microsoft hat den Start seines Panoramadienstes bewusst verzögert: Die Kritik gegen das überstürzte Vorgehen von Konkurrent Google im vergangenen Jahr entfachte eine wochenlange Debatte über den Datenschutz im Internet. Auch Microsoft rückte ins Visier der Datenschützer. Die fordern eine Vorab-Widerspruchsfrist für Bürger, die ihr Haus nicht im Netz abgebildet sehen wollen, wie es auch Google tun musste. Microsoft befindet sich nach eigener Aussage derzeit im Gespräch mit den zuständigen Datenschutzbeauftragten in Bayern. "Wir sind weiter an einer konstruktiven Lösung interessiert", so Kapsegger.

Umstrittener Schutz der Privatsphäre

Den Schutz der Privatsphäre will Microsoft durch eine generelle Anonymisierung von Gesichtern und Autokennzeichen gerecht werden. Weitere Widersprüche bearbeitet der Konzern erst, wenn die Bilder bereits im Netz sind. Vor allem das Recht am eigenen Bild muss gewahrt werden - das bedeutet, dass niemand Bilder einer Person ohne deren Erlaubnis aufnehmen oder veröffentlichen darf.

Das Recht am eigenen Bild ist auf die eigene Person beschränkt. Abbildungen von Haus und Garten müssen jedoch hingenommen werden, wie das Gesetz zur Panoramafreiheit festlegt. Alles darf fotografiert und veröffentlicht werden, was von einem öffentlichen Platz aus einsehbar ist. Datenschützer kritisieren jedoch, dass die Kamera-Autos aus einer Höhe von 2,50 Metern fotografieren. Damit sind Plätze einsichtig, die für normale Passanten verborgen bleiben würden - beispielsweise Innenhöfe. Grundsätzlich ist eine Aufnahme unter dem Aspekt der Panoramafreiheit nur ohne Hilfsmittel wie Stative oder Teleobjektive zulässig. Bisher gab es im Bezug auf die umstrittenen Panoramadienste jedoch noch kein Urteil.

cf/dpa/DPA

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