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29. Mai 2006, 09:57 Uhr

Bei SMS oder Mail soll die Steuerkasse klingeln

Was haben Emails oder SMS-Nachrichten mit dem EU-Haushalt zu tun? Bis jetzt noch nichts, aber wenn es um zusätzliche Einnahmequellen - sprich Steuern - geht, sind Politiker gerne kreativ. Was jetzt der Vorschlag einiger EU-Abgeordneter belegt.

Steuern auf Emails und SMS: "Das sind doch Peanuts für jeden Einzelnen"© Jörn Pollex/DDP

Abgeordnete des EU-Parlaments haben eine europaweite Steuer auf Emails und SMS ins Gespräch gebracht, mit der die zukünftige Finanzierung der Staatengemeinschaft gesichert werden soll. Eine Arbeitsgruppe des Parlaments diskutiert derzeit einen Vorschlag des französischen Abgeordneten Alain Lamassoure, der Aufschläge von 1,5 Cent pro Kurznachricht und 0,00001 Cent pro Email für alle Bürger innerhalb der Europäischen Union (EU) vorsieht.

"Das sind doch Peanuts für jeden Einzelnen, aber insgesamt könnte das angesichts der Milliarden von Nachrichten jeden Tag eine immense Summe einbringen", sagte Lamassoure. Er gilt als einer der bekanntesten EU-Abgeordneten aus Frankreich und gehört der regierenden UMP von Präsident Jacques Chirac an.

Auf der Suche nach neuen Finanzierungsquellen

Das EU-Parlament kann neue Gesetze allerdings nur anregen. Auf den Weg bringen müsste sie die EU-Kommission. Bisher setzt sich der EU-Haushalt aus einer Kombination von Einfuhrzöllen, Mehrwertsteuer-Einnahmen sowie direkten Beitragszahlungen der 25 Mitgliedstaaten zusammen, die auf Basis der jeweiligen Wirtschaftsleistung eines Landes berechnet werden. Nach dem zähen Ringen um das derzeitige Budget und die Einigung im Dezember sollen nun bis 2008/2009 neue Finanzierungsquellen aufgetan werden. Eine eigene EU-Steuer ist unter den Mitgliedstaaten dabei umstritten. Neben der Steuer auf Emails und SMS sind derzeit auch Vorschläge für eine Extragebühr auf Flugtickets sowie Sonderabgaben für Ölkonzerne im Gespräch.

"Warum noch eine zusätzliche Steuer?"

Als unverständlich empfinden einige deutsche Telekommunikationsanbieter diesen Vorschlag. So hält Bettina Donges, Pressesprecherin bei Vodafone Deutschland, eine entsprechende Steuer als nicht gerechtfertigt. Schließlich würde auf Mobilfunkdienste bereits der übliche Steuersatz von 16% erhoben - "Warum also noch eine zusätzliche Steuer?".

Ihre Meinung

Emails und SMS-Nachrichten sollen versteuert werden, um die EU-Staatengemeinschaft zu finanzieren. Eine sinnvolle Idee? Oder eher Abzocke?

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ule mit Material von Reuters
 
 
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