Zur mobilen Ansicht
Wechseln Sie für eine bessere Darstellung
auf die mobile Ansicht
Weiterlesen Mobile Ansicht
Startseite

Facebook startet Initiative gegen Hass im Netz

Nach langem Zögern verspricht Facebook, entschiedener gegen jeglichen Online-Extremismus vorzugehen. Offenbar will das Netzwerk es nicht alleine beim Löschen belassen, sondern nimmt nun auch Geld in die Hand.

Mitarbeiter im Hauptquartier von Facebook in Dublin

Mitarbeiter im Hauptquartier von Facebook in Dublin: Hier gehört auch das Löschen von Hass-Kommentaren zu den Aufgaben

Facebook hat zusammen mit Menschenrechtsorganisationen und Forschungseinrichtungen die europäische "Initiative für Zivicourage Online" ins Leben gerufen. "Das Internet lässt Stimmen für die Toleranz zu Wort kommen", sagte Facebook-Topmanagerin Sheryl Sandberg am Montag in Berlin. Die Aktion hat sich zum Ziel gesetzt, Extremismus und Hassrede im Internet zu bekämpfen.

Die Initiative kann Nichtregierungsorganisationen fördern, die sich im Kampf gegen Online-Extremismus in Europa engagieren. Das Fördervolumen von mehr als einer Million Euro besteht zur Hälfte aus freien finanziellen Mitteln und zur anderen Hälfte aus der Unterstützung von Marketing-Aktivitäten auf Facebook.

An der Gründung der Initiative beteiligen sich neben Facebook die Amadeu Antonio Stiftung, die sich in Deutschland einen Namen im Kampf gegen Rassismus gemacht hat, das International Centre for the Study of Radicalisation and Political Violence (ICSR) sowie das Institute for Strategic Dialogue (ISD).

Die Initiative von Facebook soll in Berlin sitzen

ICSR und ISD sind Einrichtungen, die sich wissenschaftlich und beratend mit den Themen Radikalisierung und politischer Gewalt auseinandersetzen. Die Initiative soll europaweit aktiv sein und in Berlin sitzen.

Zuvor hatte Facebook angekündigt, gegen Hass-Kommentare künftig auch von Deutschland aus aktiv zu werden. Dabei setzt das Netzwerk auf die Bertelsmann-Tochter Arvato, die über hundert Mitarbeiter für diese Aufgabe zur Verfügung stellt.

Das angekündigte Engagement war in der Form nicht unbedingt zu erwarten: Für den bisherigen, recht schleppenden Umgang mit Hasskommentaren stand das Unternehmen wiederholt am Pranger und auch im Visier von Anwälten.

"Mehr als nur Botschaften des Hasses löschen"

"Wir wollten aber mehr unternehmen, als nur Botschaften des Hasses zu löschen", betonte Sandberg. Sie erinnerte an die Aktion der Initiative "Laut gegen Nazis", die dazu aufgerufen hatte, die Facebook-Seite der rechtsextremen NPD in einer "Like-Attacke" mit kreativen Sprüchen zu überfluten. Die neue Initiative soll unter anderem Instrumente entwickeln, mit deren Hilfe sich Menschen bei ihrer Gegenrede gegen Hassbotschaften im Netz engagieren.

Anetta Kahane, Vorstandsvorsitzende der Amadeu Antonio Stiftung, sagte, es gebe einen direkten Zusammenhang zwischen Hassreden in den sozialen Netzwerken und Angriffen auf Flüchtlingsheimen. Es sei eine enorme gesellschaftliche Herausforderung, die Angriffe im Netz einzudämmen.

tim/DPA
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools