. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. September 2009, 18:02 Uhr

Aus dem Leben eines Abhängigen

Bei Facebook sind wir alle Freunde. Doch Freundschaften wollen gepflegt werden, am besten täglich. stern.de-Redakteur Gerd Blank hat sich im sozialen Netz verfangen und erzählt von seiner Sucht.

Facebook, Soziale Netzwerke, Social Web, Web 2.0

Facebook ist das größte soziale Netz der Welt und hat auch stern.de-Redakteur Gerd Blank fest im Griff© Loic Venance/AFP

Wie viele Freunde kann man haben? Ich muss da nicht schätzen, denn ich weiß es ganz genau. Ich habe 85 Freunde, so steht es schwarz auf weiß in meinem Facebook-Profil. Facebook ist so etwas wie der digitale Pausenhof im Internet. Hier trifft man sich, tauscht sich aus und gibt Lebenstipps. Mehr als 200 Millionen Menschen auf der ganzen Welt haben sich bei Facebook angemeldet und bleiben so mit ihren Freunden in Kontakt. Auch ich bin dabei. Das Telefon hat für mich als Sprachrohr fast ausgedient - heute reicht mir eine Statusmeldung, um die verknüpften Menschen über mein Befinden zu informieren.

Einen Großteil meiner digitalen Freunde sehe ich so gut wie nie im wahren Leben. Da wird kein Bier gemeinsam getrunken, kein Videoabend veranstaltet. Ich muss mich nicht schick machen, um sie bei Facebook zu treffen. Das Leben in und mit Facebook ist so herrlich unkompliziert und unverbindlich. Hier trifft die Phrase "alles kann, nichts muss" voll ins Schwarze. Doch was macht den Reiz dieser unwirklichen Wirklichkeit aus? Ändert sich durch Facebook die Sicht auf Freundschaft an sich?

Bevor es Facebook gab, war mein Freundeskreis sehr überschaubar, gerade eine Handvoll Menschen würde ich als wirkliche Freunde bezeichnen. Menschen, auf die ich mich verlassen kann, die ich auch mitten in der Nacht anrufen könnte, um ihnen von meinem Leid zu erzählen. Mit einigen von ihnen fahre ich mal in den Urlaub, mit anderen treffe ich mich regelmäßig zum Kino-, Spiel- oder Kneipenabend. Groß ist dagegen die Zahl meiner Bekannten, also alte Schulkameraden, Arbeitskollegen, Freunde von Freunden und Nachbarn. Menschen, die mich zwar auch privat kennen, mit denen ich aber nicht ständig zu tun habe. So weit, so durchschnittlich.

Digitales Déjà-vu-Erlebnis

Inzwischen bin ich digital und sozial vernetzt, viele meiner Bekannten allerdings noch nicht. Deren Umgang mit Facebook erinnert mich an die Zeit, als ich mein erstes Handy erwarb. Vor rund zwölf Jahren schloss ich meinen ersten Vertrag ab und war stolz auf meine erste Handy-Nummer. In meinem Freundeskreis war ich einer der ersten mit einem Mobiltelefon. "Ich will gar nicht immer erreichbar sein", hörte ich damals oft von Freunden und Kollegen. Ich musste mich rechtfertigen, warum ich dieses Gerät nutzte. Inzwischen hat sich viel geändert: In Deutschland gibt es mehr Handys als Festnetzanschlüsse und wohl kaum einen Bundesbürger ohne Mobiltelefon.

Nun bin ich wieder in Erklärungsnot. Warum schaue ich täglich bei Facebook nach, was meine Freunde machen? Warum schreibe ich selbst dauernd über belanglose Dinge aus meinem Leben? Ich wurde von meinen nicht vernetzten Freunden bereits als "Heavy-User" und "Facebook-süchtig" gebranntmarkt. Wahrscheinlich gar nicht mal ganz zu unrecht.

Seite 1: Aus dem Leben eines Abhängigen
Seite 2: Schwimmen im sozialen Netz
 
 
KOMMENTARE (5 von 5)
 
Motzerator (13.09.2009, 19:39 Uhr)
Bewerbungs Profiler
Da inzwischen immer mehr Arbeitgeber bei Facebook und Co. nach den bewerbern googeln, sollte man hier lieber ein schickes Profil einstellen und nix Privates von sich preisgeben.
klabautermann79 (13.09.2009, 09:44 Uhr)
Dann
muß ich mich wohl auch als abhängig bezeichnen. Ich bin allerdings in einem anderen Netzwerk und ich finde es eigentlich ganz praktisch. Wie viel man von sich preisgeben will und wen man an den eigenen Bildern etc. Freude haben läßt, kann man einstellen. Also auch wenn jemand von außerhalb (bspw. neugierige Vorgesetzte o.ä.) mich dort finden sollte, kann er mein Profil nicht einsehen, weil ich eingestellt hab, dass das nur Leute aus meiner Freundesliste können. Ansonsten hält sich die Abhängigkeit aber in Grenzen. Ich war eine Woche weg und hab nicht eine Sekunde ans Netzwerk gedacht. ;)
1valentino (12.09.2009, 23:08 Uhr)
Da habe ich diesen Artikel gelesen...
...und mir ist irgendwie nur ein wenig schlecht geworden. "Ein Schritt in die falsche Richtung" dachte ich mir eben. Wohl einer von vielen in der heutigen Zeit. Wenn wir uns einmal nur gestatten, einen Blick in dieses dunkle Nichts, genannt "Internet", zu werfen, dann wird einem klar, das wirkliche Leben findet hier wohl nicht statt. Hier bestimmt nicht. Na dann! Ich schalte ab.
bali (12.09.2009, 21:34 Uhr)
Apropos....
..."gebranntmarkt" kommt nicht von "Branntwein", deshalb schreibt man "gebrandmarkt". Das tut schon richtig weh....!!
iniparis (12.09.2009, 21:01 Uhr)
Wie wahr
Ich kann dem Bericht voll und ganz zustimmen.
MEHR ZUM ARTIKEL
In eigener Sache Wollen wir Freunde werden?

Ab sofort hat stern.de auf Facebook ein eigenes Profil. Beim größten Freundesnetzwerk der Welt pflegt man Kontakte und plaudert über aktuelle Artikel. Neben ausgesuchten Artikel gibt es auch täglich einen exklusiven Nachrichtenüberblick als Video. Zum Start wird unter allen neuen Fans ein iPod Touch verlost. mehr...

Sicherheitslücken Phischer in sozialen Netzen

Nutzer von Facebook & Co. geraten immer mehr ins Visier krimineller Banden. Die Attacken reichen von heimlich installierter Spam-Software bis zum Identitätsklau. stern.de sagt, wie Sie sich schützen. mehr...

Tipps für den digitalen Alltag Der gläserne Mensch

Die soziale Vernetzung via Internet schreitet unaufhörlich voran - und so mancher unbedarfte Community-Jünger aus Facebook, StudiVZ und Co. gibt mehr über sich preis, als ihm lieb sein sollte. Oft genug folgt ein bitteres Erwachen, denn das Netz vergisst nie. mehr...

Facebook "Ich hasse meinen Job"

Wer über seinen Boss lästert, sollte das nicht öffentlich tun. Und wer bei Facebook lästern will, sollte vorher kurz prüfen, ob der Chef in der eigenen Freundesliste aufgeführt ist. Sonst kann es schnell den Job kosten. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft