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21. September 2011, 11:59 Uhr

Nachrichten sollen schöner strömen

Kurz vor seiner Entwicklerkonferenz F8 hat Facebook noch schnell den Nachrichtenstrom überarbeitet: Die Neuigkeiten von Freunden sollen sinnvoller als bisher sortiert und den Erwartungen des Lesers entsprechend angezeigt werden. Und einen Echtzeit-Ticker gibt es auch.

Facebook, Google+, soziales Netzwerk, Konkurrenz, Twitter

Facebooks neuer News Feed sammelt Top Storys und zeigt Bilder größer an© Facebook

Im Wettlauf mit Google überarbeitet Facebook die Darstellung der Nachrichten. Die Beiträge der Freunde sollen persönlicher und lebendiger präsentiert werden. Zum einen versucht Facebook, die relevanten Neuigkeiten seit der vergangenen Anmeldung stärker in den Mittelpunkt zu stellen. Zum anderen sollen neue Kurzmeldungen es leichter machen, mit den Freunden direkt über neue Einträge zu diskutieren.

Es gehe darum, es einfacher zu machen, über das Leben der Personen auf dem Laufenden zu bleiben, die einem wichtig seien - egal, wie häufig oder selten man sich bei Facebook anmelde, erläuterte der zuständige Manager Mark Tonkelowitz in einem Blogeintrag.

Intelligenter Nachrichtenstrom

Konkret sehen die Veränderungen so aus: Die beiden Schaltflächen "Hauptmeldungen" und "Neueste Meldungen" über der mittleren Spalte werden verschwinden. Diese beiden Ströme von Nachrichten sollen auf "intelligente" Weise zusammengeführt und angezeigt werden - nämlich gemäß der Bedürfnisse der Nutzer.

Wer länger nicht bei Facebook eingeloggt war, bekommt die wichtigsten Neuigkeiten seit dem letzten Besuch prominent als Top Story angezeigt. Diese Nachrichten sind mit einem blauen Dreieck gekennzeichnet. Es soll möglich sein, Facebook mitzuteilen, ob eine Top Story tatsächlich wichtig war oder nicht. Umgekehrt werden sich auch Postings als Top Story markieren lassen, die Facebook übersehen hat. Auf diesem Weg soll das System lernen, was wem am Wichtigsten ist. Intensive Nutzer, die sich häufig einloggen, bekommen die Einträge in chronologischer Reihenfolge angezeigt, sortiert von neu nach alt. Eine weitere Änderung betrifft Fotos, sie werden größer dargestellt. Der neue Nachrichtenstrom soll sich verhalten wie "eine persönliche Zeitung", schreibt Facebook-Manager Tonkelowitz.

Facebook, Google+, soziales Netzwerk, Konkurrenz, Twitter

In der rechten Spalte läuft ein Echtzeit-Ticker mit den Aktivitäten der Freunde© Facebook

Im Echtzeitticker die Freunde beobachten

Während sich die mittlere Spalte von Facebook mit der Vergangenheit beschäftigt, wird es auch noch einen Echtzeit-Ticker für die Aktivitäten der Freunde geben. Statusänderungen, Freundschaften, Ortsangaben und Statusupdates werden in der rechten Spalte oberhalb der Chatliste durchlaufen. Per Mausklick kann man sich jeden Tickereintrag mit mehr Details anzeigen lassen und Kommentare abgeben. Ziel dieser Neuerung: Die Nutzer sollen mehr interagieren und kommunizieren, während sie irgendetwas anderes tun. Eine Funktion, die bisher vor allem von Twitter erfüllt wird.

Wie immer wird Facebook die Änderungen nach und nach seinen 750 Millionen Mitglieder zur Verfügung stellen.

Neue Features im Wochentakt

Facebook schraubt damit weiter das Innovationstempo hoch. Vor einer Woche stellte das Netzwerk verfeinerte Freundeslisten vor sowie die Möglichkeit, öffentliche Einträge anderer Nutzer zu abonnieren, ohne ihr Facebook-Freund zu werden. Am Donnerstag werden weitere grundlegende Neuerungen von der Facebook-Entwicklerkonferenz F8 erwartet. Laut US-Medienberichten geht es unter anderem um eine tiefere Integration von Inhalten wie Musik und Video.

Nur wenige Stunden vor der jüngsten Facebook-Ankündigung am Dienstag schaltete Google seinen Konkurrenzdienst Google+ nach einer dreimonatigen Testphase für alle frei. Google+ ist ein ambitionierter Versuch des Internet-Riesen, in dem von Facebook beherrschten sozialen Web Fuß zu fassen. Dabei bindet Google seine Dienste wie die Video-Plattform Youtube oder den Foto-Service Picasa in das neue Netzwerk ein. Es geht um das Geschäft mit personalisierter Werbung, in dem Facebook mit seiner gewaltigen Nutzerbasis stark ist.

Ralf Sander mit DPA
 
 
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