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Leben retten? Like!

Facebook-Gründer Mark Zuckerberg hat eine neue Funktion vorgestellt, mit der sich Nutzer als Organspender registrieren können. Auf die Idee brachte ihn seine Freundin, eine Medizinstudentin - und der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs.

Von Christoph Fröhlich

  In Deutschland sterben täglich drei Menschen, die auf der Warteliste für eine Organtransplantation stehen.

In Deutschland sterben täglich drei Menschen, die auf der Warteliste für eine Organtransplantation stehen.

Organspenden können Leben retten, doch nach wie vor gibt es viel zu wenige Spendewillige. Allein in Deutschland warten mehr als 12.000 Menschen auf eine Transplantation, im Schnitt stirbt bundesweit alle acht Stunden ein Patient, der auf der Warteliste steht. Nur etwa jeder fünfte Deutsche hat laut der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) einen Spenderausweis. In anderen Ländern ist die Situation ähnlich brisant: So befinden sich in den USA derzeit 114.000 Patienten auf der Warteliste, 18 sterben täglich. Um mehr Menschen für das Thema Organspende zu sensibilisieren, hat das soziale Netzwerk Facebook jetzt eine neue Funktion gestartet, bei der sich Nutzer mit wenigen Mausklicks als Spender registrieren können.

Dabei können Nutzer in ihrer Chronik angeben, dass sie ihre Organe im Falle des Todes für eine Transplantation zur Verfügung stellen: In der Einstellung "Lebensereignis" unter dem Punkt "Gesundheit und Wellness" gibt es nun die Funktion "Organspender" zur Auswahl. Ist man noch nicht registriert, wird ein Link zur offiziellen Registrierung angeboten.

Derzeit können sich nur britische und US-amerikanische Nutzer registrieren, doch in Kürze soll das Programm auch auf andere Länder ausgeweitet werden. Die Anleitung gibt es bereits in deutscher Sprache.

  Eine neue Facebook-Funktion bietet den Nutzern die Möglichkeit, sich für Organspenden zu registrieren.

Eine neue Facebook-Funktion bietet den Nutzern die Möglichkeit, sich für Organspenden zu registrieren.

Inspiriert von Steve Jobs

"Facebook ist wirklich gut, wenn es um Kommunikation und das Verbreiten von Geschichten geht", erklärt Mark Zuckerberg in einem Interview mit dem US-Sender ABC. "Wir glauben, dass Menschen das Bewusstsein für Organspenden stärken können. Und das kann wirklich helfen, die Krise da draußen zu lösen." Auf die Idee sei er beim Abendessen mit seiner langjährigen Freundin Priscilla Chan gekommen: Sie ist Medizinstudentin und erlebt täglich, wie Menschen verzweifelt auf Organe warten. Wenn einer der Patienten schließlich das lebenswichtige Organ erhält und es ihm wieder besser gehe, sei das "unglaublich", so der 27-jährige Facebook-Gründer.

Doch auch der Tod von Apple-Gründer Steve Jobs, ein Freund von Zuckerberg, bewegte den ehemaligen Harvard-Studenten zu diesem Schritt. Jobs hatte sich im Jahr 2009 einer Lebertransplantation unterzogen und starb im Oktober 2011 an den Folgen seiner Krebserkrankung. Zwar habe Zuckerberg nie mit Jobs über eine Spender-Funktion auf Facebook gesprochen, erklärt er im Interview, doch viele Mitarbeiter wollten nach dessen Tod dieses Projekt realisieren.

Organspendeausweis zum Herunterladen

Ärzte und Organisationen hoffen auf einen positiven Einfluss der Facebook-Funktion. "Ich denke, dass sie dabei helfen könnte, die Wartelisten zu verkleinern", sagt Andrew Cameron, Transplantationschirurg an der John Hopkins Universität für Medizin, gegenüber dem Fernsehsender ABC.

Wenn Sie sich für das Thema Organspende interessieren, können Sie sich hier informieren. Auf den Seiten der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kann auch ein Organspendeausweis bestellt oder heruntergeladen werden.

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