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Anwalt: "Die beiden sind nicht gefährlich"

Die Behörden fahnden immer noch nach den mutmaßlichen Betreibern von kinox.to. Nun wurde die Öffentlichkeit eingeschaltet. Der Anwalt der beiden gesuchten Brüder hält das Vorgehen für übertrieben.

  Mit diesen Fotos fahnden die Behörden nach den mutmaßlichen Kinox.to-Betreibern Kreshnik (l.) und Kastriot S. (rechts)

Mit diesen Fotos fahnden die Behörden nach den mutmaßlichen Kinox.to-Betreibern Kreshnik (l.) und Kastriot S. (rechts)

Eine Woche nach der Razzia gegen die mutmaßlichen Betreiber des Streamingportals kinox.to sind die beiden flüchtigen Brüder Kastriot und Kresnik S. (25 und 21 Jahre alt) zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben. Die beiden Beschuldigten sollen hinter den Streamingdiensten Kinox.to und Movie4k stecken, laut Behördenaussagen waren sie auch bei den Raubkopien-Foren MyGully und Boerse.sx und den Hosting-Diensten Bitshare und Freakshare beteiligt. Polizeiangaben zufolge sind die Flüchtigen seit mehreren Wochen nicht mehr in Deutschland.

Laut der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) wurde damit erstmals eine Öffentlichkeitsfahndung gegen mutmaßliche gewerbsmäßige Urheberrechtsverletzer eingeleitet. "Dies ist bislang mit Abstand der schwerwiegendste Fall von organisierter Wirtschaftskriminalität mit strukturell urheberrechtsverletzenden Online-Angeboten in Deutschland", sagt GVU-Geschäftsführer Matthias Leonardy. "Das aktuelle Verfahren zeigt eindeutig, dass die illegale Verwertung von Kreativinhalten im Netz mittlerweile fest in den Händen von Verbrechern liegt."

Die Polizei hat die Brüder als "gewaltbereit" eingestuft. Laut Wolfgang Klein, Pressesprecher der Generalstaatsanwaltschaft Dresden, sind beide "möglicherweise bewaffnet", wie er der "Welt" sagte.

Anwalt kennt Aufenthaltsort nicht

Der Lübecker Rechtsanwalt Stefan Tripmaker, der die beiden Brüder vertritt und schon länger kennt, hält die Anschuldigungen für übertrieben. "Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die beiden gefährlich sind", sagte er dem stern. Den Einsatz des Spezialeinsatzkommandos (SEK) am vergangenen Mittwoch halte er für übertrieben, bis heute wurde ihm noch kein Haftbefehl zugestellt.

Zudem zeigt sich der Anwalt für Strafrecht verwundert über den Vorwurf, dass die beiden mit Raubkopien ein Millionenvermögen verdient haben sollen: "Die Familie lebt in einfachen Verhältnissen, beide Brüder wohnten noch in ihrem Kinderzimmern. Es ist mir schleierhaft, wo das Geld gewesen sein soll." Nach eigenen Angaben weiß der Jurist nicht, wo sich die beiden Brüder derzeit aufhalten.

cf
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