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3. April 2003, 11:09 Uhr

"Herakles" versetzt Kinderpornografen einen Schlag

Mit einer bundesweiten Razzia ist das BKA gegen Anbieter von Kinderpornografie im Internet vorgegangen. Durchsucht wurden Wohnungen und Geschäftsräume von 57 Verdächtigen in zwölf Bundesländern.

Jede Menge Material wurde sichergestellt

Mit einer bundesweiten Razzia ist das Bundeskriminalamt (BKA) gegen Anbieter von Kinderpornografie im Internet vorgegangen. Durchsucht wurden Wohnungen und Geschäftsräume von 57 Verdächtigen in zwölf Bundesländern. Die Beamten stellten 72 Computer, 5.144 Disketten und CD-ROMs sowie 405 Videos sicher. Die Beschuldigten hatten in der Internet-Tauschbörse "KaZaA" kinderpornografische Fotos und Videos zum Tausch angeboten.

Die Jäger sind Spezialisten von der ZaRD

Eine speziell ausgebildete BKA-Fahndungsgruppe mit zwanzig Spezialisten, die Zentralstelle für anlassunabhängige Recherche in Datennetzen (ZaRD), hatte die Tauschbörse mehrere Monate lang beobachtet und deutsche Nutzer herausgefiltert. Ergebnis waren die Razzien, die in der Zeit vom 18. bis zum 28. März stattfanden. Beteiligt waren mehrere hundert Polizeibeamte.

Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren drohen

Gegen alle Tatverdächtigen leiteten die jeweiligen örtlich zuständigen Staatsanwaltschaften Ermittlungsverfahren ein. Die Auswertung des sichergestellten Materials dauert laut BKA noch an, doch räumte die Mehrzahl der Beschuldigten zumindest den Besitz kinderpornografischen Materials ein. Den Beschuldigten drohen Freiheitsstrafen von drei Monaten bis fünf Jahren.

Codename "Herakles"

Die Operation trug den Namen "HERAKLES" und wurden von der BKA-Zentralstelle "Kinderpornografie" koordiniert. Anlass der Ermittlungen zur Internet-Tauschbörse "KaZaA" waren selbstständige Recherchen der ZaRD sowie Hinweise von Privatpersonen und Polizeidienststellen.

Das BKA kündigte an, auch in Zukunft das Internet im Rahmen anlassunabhängiger Recherchen aktiv auf verbotene Inhalte zu überprüfen und Straftäter zu ermitteln.

Kinderpornografie - für viele nur ein Geschäft

Im September 2002 hatte das BKA beim bislang größten Schlag gegen Kinderpornografie im Internet bundesweit mehr als 1.100 Wohnungen in 14 Bundesländern durchsucht. Dabei wurden fast 47.000 Datenträger und 25.000 Videos sichergestellt. Die damalige Aktion "Pecunia" richtete sich vor allem gegen Besteller von Porno-Material. Hintergrund waren Ermittlungen gegen die US-Firma Landslide, die im Internet kommerziell Zugang zu rund 300 kinderpornografischen Websites bereitstellte. Laut BKA erwirtschaftete die Firma auf diese Weise rund 5,5 Millionen US-Dollar (rund 5,6 Millionen Euro).

 
 
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