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Sarkastische Botschaften vom Mars

Ein Spaßvogel gibt sich auf Twitter als Marsrover "Curiosity" aus. Er flucht über die Zustände auf dem Roten Planeten und unterhält damit zehntausende Follower.

Von Verena Kuhlmann

  "Curiosity" auf dem Mars - eine von der Nasa veröffentliche künstleriche Darstellung

"Curiosity" auf dem Mars - eine von der Nasa veröffentliche künstleriche Darstellung

  • Verena Kuhlmann

Was geht in einem Riesenroboter vor, der auf einen fremden Planten geschossen wird? Was hält so ein Apparat davon, dass er bei Minusgraden in einer unbewohnten Ödnis die Neugierde der Menschen befriedigen soll? Eine mögliche Antwort: "Toll…100.000.000 Meilen geflogen, und ich stecke in einem verdammten Krater fest. Prächtig." Mit dieser Botschaft beginnt "SarcasticRover" am 6. August seinen Feed auf Twitter. Seitdem kommentiert das Alter Ego des Marsrovers "Curiosity" in nörgelndem Ton die neuesten Ereignisse. Wer hinter dem Account steckt, ist nicht bekannt. Doch die Maschine hat großen Erfolg, nach vier Tagen und 272 Tweets hat sie bereits 55.614 Follower auf der ganzen Welt.

Mehrmals am Tag beschwert sich der Rover über seine Mission und die fremde Umgebung, von der er nicht wirklich begeistert zu sein scheint: "I'm super curious about all these lame rocks and shit." Auch mit seiner Ausstattung und dem Equipment ist er nicht zufrieden. Er moniert zum Beispiel sein langweiliges Design, das keine Aliens abhalten könne. ("2.5 Billion dollars, and no one thought to paint some bad-ass flames on me so these aliens know who the boss is?")

Über Olympia weiß er Bescheid

Bei all den Dingen, die er im All entdeckt und kommentiert, erwähnt er eine Sache besonders häufig: sein Heimweh. Und er ist auffällig gut darüber informiert, was auf der Erde so passiert. So twitterte "SarcasticRover" nach dem spektakulären 100-Meter-Rennen bei Olympia am Sonntag: "Ich erreiche die Atmosphäre des Mars mit 20.000 Stundenkilometern - und ihr nennt Usain Bolt 'schnell'. Ihr Arschlöcher!“

Dass die Nasa ihre Follower an den Erfolgen von Raumstationen und Sonden teilhaben lässt, ist üblich. Erst im vergangenen Jahr schickte Ron Garan, Crewmitglied einer Raumstation, als @Astro_Ron regelmäßig Fotos und Eindrücke auf die Erde herunter. Nun sendet die Nasa unter dem offiziellen Kanal "MarsCuriosity" fleißig Bilder und Neuigkeiten aus dem All. So konnten die Twitter-Nutzer hier die spektakuläre Landung auf dem Mars verfolgen und erhalten fast stündlich Informationen zu den neusten Messergebnissen.

"SarcasticRover" hat schon Nachahmer

Währenddessen nutzt "SarcasticRover" den Mikroblog, um die "Sensation 'Curiosity'" humorvoll auf die Schippe zu nehmen. Und er hat schnell Nachahmer gefunden: Kurz nach dem Auftauchen seines Accounts twitterte "AngryGaleCrater" in der Rolle eines verstimmten Mars-Kraters am selben Tag: "@MarsCuriosity, was zur Hölle war DAS?" Die Resonanz: 448 Follower und eine Menge Lacher.

Mittlerweile kommunizieren die beiden Twitter-Humoristen sogar untereinander. So großer Beliebtheit wie der sarkastische Rover kann sich der Mars-Krater aber nicht erfreuen, denn sein Konkurrent ist einfach einfallsreicher. Sein neuestes Vorhaben gegen die Langeweile: Er plant seine ganz eigene Version von E. L. James' SM-Roman "50 Shades of Grey". Vom Roten Planeten aus will er darüber berichten, wie es sich anfühlt, sich den Menschen zu unterwerfen und ihnen zu dienen. Titel: "50 Shades of Red".

Verena Kuhlmann

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