. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
12. Februar 2009, 18:23 Uhr

Ringen um den Kinderporno-Filter

Die Internetwirtschaft stuft die Regierungspläne für eine Sperrung kinderpornografischer Seiten als wirkungslos ein. Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen hält dennoch an ihren Plänen fest. Das Fernmeldegesetz soll in Kürze geändert werden.

Kinderporno, Filter

Familienministerin von der Leyen hält an ihren Plänen fest© Sean Gallup/Getty Images

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) setzt ungeachtet der Kritik von Internetanbietern auf die Sperrung von Kinderpornografie im Netz. Die Blockade solcher Seiten sei ein wichtiger, noch fehlender Baustein im Kampf gegen den sexuellen Missbrauch von Kindern, sagte die Ministerin am Donnerstag in Berlin. Von der Leyen rechnet damit, dass die geplante "verbindliche Abmachung" mit allen großen deutschen Internetanbietern in vier Wochen unterschrieben ist. In einigen Monaten könnten dann die ersten Webseiten blockiert werden. Parallel werde an einer Klarstellung im Telemediengesetz gearbeitet.

Die SPD unterstützte von der Leyen grundsätzlich in ihrem Eintreten gegen die Kinderpornografie. Sperrverfügungen dürften aber nur auf einer gesetzlichen Grundlage erfolgen, erklärten die Medienpolitiker der Fraktion.

Als unnütz kritisiert

Bei einer Bundestagsanhörung bezweifelten Experten die rechtliche und technische Machbarkeit der geplanten Sperren. Der Verband der deutschen Internetwirtschaft (eco) kritisierte von der Leyens Vorhaben als weitgehend wirkungslos. Eine Blockade der Domain-Adresse schade nicht, nütze aber auch nichts, erklärte Internetexperte Hannes Federrath. "Alle, die Kinderpornografie konsumieren wollen, werden die Inhalte sehen."

Nach Auffassung des eco-Vorstandsvorsitzenden Michael Rotert kollidieren die vorgeschlagenen Sperren mit dem geltenden Fernmeldegeheimnis. Internetanbieter dürften demnach keine Kenntnis von Inhalten nehmen. Nach Ansicht des Verbandes, der die Interessen großer Internetanbieter vertritt, können die Zugangsbeschränkungen leicht umgangen werden.

Vorbild Skandinavien

Es soll eine Technologie eingesetzt werden, die ähnlich bereits in skandinavischen Ländern genutzt wird. Die Wirksamkeit einer solchen gezielten Sperrung einzelner Seiten ist unter Experten jedoch umstritten.

Wesentlicher Bestandteil des Systems ist eine Liste von kritischen Internet-Adressen, die nach jüngsten Plänen vom Bundeskriminalamt erstellt und täglich aktualisiert werden soll. Sie soll alle Seiten enthalten, auf die etwa die Polizei aufmerksam geworden ist. Internetzugangs-Anbieter sollen dann verpflichtet werden, die über ihre Server aufgerufenen Webseiten mit der Sperrliste automatisch abzugleichen und gegebenenfalls die Ansteuerung zu blockieren und stattdessen einen Warnhinweis anzuzeigen. Eine Blockade einzelner Seiten lässt sich relativ einfach erzielen, indem zum Beispiel die jeweilige Domain-Adresse nicht mehr eindeutig in die ihr zugeordnete Nummern-Adresse (IP) übersetzt wird.

DPA
 
 
KOMMENTARE (10 von 24)
 
screne (13.02.2009, 14:34 Uhr)
@SirDidimus
Du scheinst mit Deiner Meinung allein auf weiter Flur zu stehen.
Außerdem: Wenn Du behaupten willst, eine Abkürzung verharmlose etwas - ich halte Dir nicht vor, dass Du Kinderpornografie orthografisch völlig falsch geschrieben hast. Und ich schlussfolgere daraus auch nicht, dass Dir der Begriff und das Leid der Kinder offenbar so egal sein muss, dass Du das Wort nicht korrekt schreiben willst oder kannst. Das wäre auch absurd. Merkst Du was? :)
Eisenbaer (13.02.2009, 14:27 Uhr)
Es ist schon sehr lustig....
...wenn man sieht, dass mit welchen Mitteln das Lesen dieser Seiten bekämpft wird, andererseits aber so gut wie gar nicht gegen die deutschen Anbieter und Webhostern auch von solchen Seiten vorgegangen wird.

Das ist genauso, als wenn man die Leute bestraft, die sich an einem brennenden Haus die Finger wärmen, die Brandstifter aber in Ruhe lässt.

Es liegt wohl auch daran, dass Frau von der Leyen gar keine Ahnung hat, wie das funktioniert, was sie bekämpfen will. - Wenn die Frau der Maßstab ist, dann wundert es mich nicht, dass manche Unternehmen einigen ihrer weiblichen Angestellten deutlich weniger zahlen, als der Durchschnitt ausmachen würde... ;-))
kralli19 (13.02.2009, 13:18 Uhr)
Zensur
Bin mal gespannt, wann die ersten kritischen Seiten zur Politik und Regierung dann dem KiPo-Filter zum Opfer fallen...Indymedia oder Nachdenkseiten z.B.
Im übrigen sind die Grenzen mit dem neuen Sexualstrafrecht so weit gefasst worden, das mit dieser Zensur sogar die Dr.Sommer-Seiten der BRAVO gesperrt werden könnten und müssten.
Malt hats schon ganz richtig erkannt: China, wir holen auf !
SirDidimus (13.02.2009, 12:45 Uhr)
screne
schlimmer an der sache finde ich unter anderem, dass eine so widerlichen sache wie kinderpornografi durch das wort "kipo" verniedlicht wird.
ich bin der meinung, dass der zugriff auf kinderpornografische inhalte so erschwert wird wie möglich, und täter so hart es geht bestraft werden. darin bekommen politiker all meine unterstützung!
phocs (13.02.2009, 12:37 Uhr)
Schon wieder eine deutsche Diktatur.
Ich finde es absolut beängstigend, mit welcher Selbstverständlichkeit hier die Möglichkeiten zur Zensur ausgelotet werden, guter Zweck hin oder her. Zensur bedroht die Freiheit! Wollen hier wirklich schon wieder alle, daß Behörden bestimmen und kontrollieren dürfen, was die Leute schreiben, sagen und denken ? Das Freiheit in Deutschland nicht viel Wert ist, habe ich verstanden, aber nichts ? Garnichts ? Nur Feiglinge hier ? Sind für dieses hasenherzige Elend die Besseren unserer Vorfahren gestorben ?
Atrocity (13.02.2009, 11:58 Uhr)
In dem Artikel fehlt ein Detail:
Frau von der Leyen wurde wohl sehr still als ein Journalist sie darauf hinwies das der Großteil der im Europäischen Ausland gesperrten KiPo Seiten in den USA, den Niederlanden und... oh welch Ironie... in Deutschland gehostet werden.
screne (13.02.2009, 11:58 Uhr)
@SirDidimus
Was meinst Du wird passieren, wenn man z.B. 10 Jahre lang Kipo filtert? Das Thema wird ganz aus dem Bewusstsein der Leute verschwinden - Kipo ist ja weit und breit nicht mehr zu sehen. Wird dadurch den Kindern geholfen? Nein. Man muss die Täter angehen. Das mag schwierig sein. Kinderpornos sind auch nicht überall auf der Welt verboten. Vielleicht sollte sich Frau von der Leyen mal lieber *darum* kümmern, als Kipo in Deutschland zu filtern und der Wirtschaft hier Schaden zuzufügen. Das würde nämlich den Kindern wirklich helfen und nicht diese "Ich-sehe-KiPo-nicht-also-gibt-auch-kein-KiPo"-Spielchen.
Malt (13.02.2009, 11:55 Uhr)
Von wegen blinder....
...Aktionismus! Die wissen genau was sie tun.. China, wir kommen!
Countryjoe (13.02.2009, 10:43 Uhr)
Vorwand
Mal wieder dient die Verbrechensbekämpfung als Vorwand die Freiheit zu beschneiden. Das hatten wir ja schon einmal als unter dem gleichen Vorwand alle Kreditkartennutzer durchleuchtet wurden. Sehr geschickt ist es ja auch ein Verbrechen zu wählen, dessen Bekämpfung, egal wie sie aussehen mag, sich niemand, auch wenn sie nur ein Vorwand ist, sich in den Weg zu stellen wagt.
Blacky007 (13.02.2009, 10:04 Uhr)
Ganz haben die Pädophilen neue Vertriebswege
Eine Interetsperre würde zudem auch recht wenig bringen. Wie in mehreren Gazetten und auch im TV zu erfahren war, setzen die Pädos auf neue Vertriebswege per Handy. Wie will unsere Super-Nanny-Leyen denn dagegen vogehen?
MEHR ZUM ARTIKEL
Familienministerium Der Kinderporno-Filter kommt

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen setzt ihren Willen durch: "Noch in dieser Legislaturperiode" werde der von ihr geforderte Filter für kinderpornografische Inhalte umgesetzt. Die deutschen Internetanbieter müssen dann bestimmte Websites blockieren - welche, das entscheidet das BKA. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
Leser werben Leser

Jetzt den stern empfehlen und attraktive Prämie sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (22/2012)
Dick im Geschäft