. .
Online-Neuigkeiten und Internet-Trends
Schlagzeilen Themen Mobil iPad Blogs Investigativ Hefte
 
Fotocommunity
Fotocommunity

Treffpunkt für ambitionierte Amateurfotografie. Bilder hochladen und bewerten, sich mit anderen Austauschen. mehr...

Weblogs bei stern.de
Weblogs bei stern.de

Die Online-Tagebücher bei stern.de: Freie Autoren schreiben hier persönlich, direkt und eigenständig. mehr...

Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka
sternTV - Information und Unterhaltung mit Steffen Hallaschka

Vertiefende Informationen zu der aktuellen und den vergangenen Sendungen von sternTV. mehr...

stern Investigativ
stern Investigativ

Das Recherche-Team des stern. Erfahren Sie mehr über die Recherchespezialisten und ihre Enthüllungen von Terrorismus bis Wettmanipulation. mehr...

 
15. Januar 2009, 14:51 Uhr

Der Kinderporno-Filter kommt

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen setzt ihren Willen durch: "Noch in dieser Legislaturperiode" werde der von ihr geforderte Filter für kinderpornografische Inhalte umgesetzt. Die deutschen Internetanbieter müssen dann bestimmte Websites blockieren - welche, das entscheidet das BKA.

Familienministerin von der Leyen will Kinderpornografie im Netz einschränken© Fredrik von Erichsen/DPA

Im Kampf gegen die Kinderpornografie im Internet will Familienministerin Ursula von der Leyen (CDU) mit einem Filter den Zugang zu entsprechenden Seiten sperren lassen. Dazu erwartet die Ministerin bis Anfang März eine "verbindliche Abmachung" mit allen sieben großen deutschen Internet-Anbietern, die 95 Prozent des Marktes abdecken. Zugleich werde zusammen mit dem Innen- und Wirtschaftsressort eine rechtliche Klarstellung im Telemediengesetz vorbereitet, kündigt von der Leyen in Berlin an.

Für die Sperrung der Seiten soll Technologie aus Norwegen genutzt werden, die dort bereits seit 2004 erfolgreich eingesetzt werde, sagte von der Leyen. Dazu soll das Bundeskriminalamt künftig regelmäßig die Kinderporno-Angebote im Internet aufspüren und täglich aktuelle Listen mit den zu sperrenden Seiten den Anbietern melden. Nach dem norwegischen Modell wird inzwischen auch in Schweden, Dänemark, Finnland, den Niederlanden, Schweiz, Italien, Großbritannien und Neuseeland gearbeitet. Die Behörden tauschen untereinander die Internetadressen aus.

Kinderporno-Markt "empfindlich stören"

Mit der Sperrung der Seiten soll nach den Worten von der Leyens der weltweite Kinderporno-Markt mit seinen Millionen-Umsätzen "empfindlich gestört werden". Die Zahl der Kinderporno-Angebote im Internet habe sich in den vergangen Jahren verdoppelt. "Die Opfer werden immer jünger, die Taten immer brutaler", sagte die Ministerin. Der Experte der norwegischen Polizei, Björn-Erik Ludvigsen, berichtete von Kinder-Vergewaltigungen vor laufenden Kameras sowohl in professionellen Studios als auch im privaten Umfeld - durch die eigenen Eltern oder durch Verwandte.

Hat die Polizei ein Kinderporno-Angebot im Internet identifiziert, wird es nach dem norwegischen Modell den Anbietern zur Blockade gemeldet. Klickt der Nutzer dann eine entsprechende Seite an, erscheint auf seinem Bildschirm automatisch ein rotes Stopp-Schild. Ludvigsen: "Wir erheben nicht den Zeigefinger, sondern machen nur darauf aufmerksam, dass hier der Zugang zu einer Seite mit verbotener Kinderpornografie gesucht wird." Oft gebe es auch "irrtümliche Einwahlversuche". Zwischen 15.000 und 18.000 mal am Tag erscheine heute auf norwegischen PC-Bildschirmen diese Stopp-Seite. Die Nutzer würden nur gezählt, nicht namentlich erfasst.

Weniger Nachfrage, weniger Produktion?

Von der Leyen sagte, hochgerechnet für die Bundesrepublik würde dies die verhinderte Nutzung von über 300.000 Kinderporno-Seiten am Tag bedeuten. Bis zu 80 Euro monatlich zahle ein Nutzer in Europa für den Zugang zu einer Kinderporno-Seite, berichtete die Ministerin unter Hinweis auf eine britische Studie. Wenn aber die Nachfrage sinke, werde auch weniger produziert, berichtete Ludvigsen über die bisherigen Erfahrungen in Skandinavien. Von der Leyen: "Wir wollen vor allem die Opfer schützen." Die Initiative ziele nicht auf den Nutzer. Sie richte sich vor allem gegen die Betreiber solcher Seiten.

Kinderpornografie sei in Deutschland eindeutig verboten. Selbst "aktives Suchen" danach sei strafbar, sagte von der Leyen. Die Ministerin wies zugleich Einwände zurück, ein solches Filtersystem könne auch zur Zensur anderer Themen und Inhalte im Internet eingesetzt werden. Anders als etwa bei Gewaltdarstellungen sei Kinderpornografie "klar abgrenzbar". Die Ministerin: "Das Aufspüren der Seiten ist Sache des Bundeskriminalamtes". Dafür übernehme der Staat die Verantwortung. Die Sperrung müsse dann durch die Internet- Anbieter erfolgen. Nach anfänglicher Skepsis hätten sich jetzt alle Anbieter zur Zusammenarbeit entschieden.

DPA
 
 
MEHR ZUM ARTIKEL
Kinderpornografie Von der Leyen will Internetseiten sperren

Die Bundesregierung will das Massengeschäft mit Kinderpornografie zerschlagen. Durch eine Änderung des Telemediengesetzes sollen Internetanbieter verpflichten werden, Seiten mit Kinderpornos zu blockieren, erklärte Familienministerin Ursula von der Leyen. Fahnder hätten bereits 1000 Websites aufgelistet, die sofort gesperrt werden könnten. mehr...

Kindesmissbrauch Internet-Forum für Pädophile ausgehoben

Sie tauschten Kinderpornos und Tipps für den Umgang mit kleinen Mädchen. Hunderte Benutzer einer Internet-Plattform für Pädophile konnten jetzt von Schweizer Ermittlern identifiziert werden. Die Betreiber der Website und die Mehrzahl der Nutzer kommen aus Deutschland. mehr...

Kinderpornos Großaktion gegen tausende Pädophile

Es ist eine der größten Aktionen gegen Pädophile überhaupt: Nach jahrelanger Ermittlung hat die Polizei tausende Kinderporno-Konsumenten in fast 100 Ländern hochgenommen. Allein in Deutschland gibt es annähernd 1000 Verdächtige. Alle Fälle basieren auf dem Herunterladen von zwei Filmen. mehr...

 
Partnerangebot Der stern.de-DSL-Vergleich Der stern.de-DSL-Vergleich Sparen bei DSL-Flatrates

Mit einem DSL-Tarif-Vergleich finden Sie einfach und schnell den zu Ihnen passenden Anbieter. Kostenlos, schnell und sicher! mehr

 
 
 
stern testen, Serie sichern

Jetzt den stern inklusive der aktuellen Gesundheits-Serie testen! Jetzt sichern!

 
 
 
 
 
stern - jetzt im Handel
stern (7/2012)
Unser täglich Fleisch