HOME

Er löste gezielt einen epileptischen Anfall aus – nun wurde er gefasst

Im Dezember bekam der Trump-kritische Journalist Kurt Eichenwald eine Gif-Datei per Twitter zugeschickt und erlitt durch das flackernde Bild einen epileptischen Anfall. Nun hat das FBI einen Verdächtigen festgenommen.

Stroboskopische Lichter können bei Epileptikern gefährliche Anfälle auslösen. Ein Twitter-User attackiert so den Journalisten Kurt Eichenwald

Stroboskopische Lichter können bei Epileptikern gefährliche Anfälle auslösen. Ein Twitter-User attackiert so den Journalisten Kurt Eichenwald

Wie die "New York Times" berichtet, verhaftete das FBI am Freitag den 29-jährigen John Rayne Rivello in seinem Haus in der amerikanischen Kleinstadt Salisbury,Maryland. Ihm wird vorgeworfen, am 15. Dezember per Twitter eine Gif-Datei an den Journalisten Kurt Eichenwald geschickt zu haben und damit bei diesem gezielt einen epileptischen Anfall ausgelöst zu haben.

Unter dem Namen "jew_goldstein" hatte ein User Eichenwald ein animiertes Bild gesendet, das flackernde stroboskopische Lichter enthielt, die zu einem epileptischen Anfall führen können. Versehen hatte er die Datei mit der Anmerkung: "Du verdienst einen Anfall." Tatsächlich brach Eichenwald nach dem Öffnen der Datei zusammen. Nach Angaben seines Anwalts war der Journalist nach der mehrere Tage lang arbeitsunfähig, hatte das Gefühl in seiner linken Hand verloren und litt einige Wochen lang unter Sprachproblemen.

Racheaktion wegen Kritik an Trump

Eichenwalds Ehefrau Theresa hatte ihren Mann nach dem Anfall gefunden und dem Täter geantwortet: "Dies ist seine Ehefrau, Sie haben einen Anfall ausgelöst. Ich habe Ihre Daten und die Polizei gerufen." Das FBI und die Polizei in Dallas hatten anschließend die Ermittlungen aufgenommen. Auch die -Verantwortlichen hatten sich beteiligt.

Geplant war die Attacke offenbar als Racheakt eines Unterstützers von US-Präsident Donald Trump. Eichenwald, der für die Zeitschriften "Newsweek" und "Vanity Fair" tätig ist, hatte zuvor kritisch über Trump berichtet und dadurch den Unmut vieler Nutzer auf sich gezogen.

Bis zu zehn Jahre Haft möglich

Wie genau das dem mutmaßlichen Täter auf die Spur gekommen ist, wollten die Ermittler zunächst nicht mitteilen. Rivello wird nun wegen Cyberstalkings mit der Absicht zu töten oder zu verletzen angeklagt. Ihm drohen im Falle einer Verurteilung bis zu zehn Jahre Haft.


epp
täglich & kostenlos
Täglich & kostenlos

Stern Logo Das könnte Sie auch interessieren

Partner-Tools