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23. September 2009, 11:20 Uhr

Internetsperre für Raubkopierer durchgewunken

Das französische Gesetz gegen Raubkopierer hat das Parlament passiert - nach mehreren Anläufen. Im nächsten Jahr können Personen, die dreimal beim Herunterladen urheberrechtlich geschützten Materials erwischt werden, vom Internet abgeklemmt werden.

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Hadopi, Frankreich, Raubkopierer,

Frankreichs Präsident Sarkozy will Wiederholungstäter abschrecken© Emmanuel Dunand/AFP

Nach mehreren vergeblichen Anläufen hat das französische Parlament die umstrittenen Internetsperren für Raubkopierer gebilligt. Nach dem Senat stimmte am Dienstag auch die Nationalversammlung einem entsprechenden Gesetzentwurf der konservativen Regierung mit 258 gegen 131 Stimmen abschließend zu. Danach kann ein Richter Wiederholungstätern den Internet-Anschluss maximal ein Jahr lang sperren lassen. Die oppositionellen Sozialisten, die bereits eine erste Version des Gesetzes zu Fall gebracht haben, wollen gegen das Vorhaben aber erneut vor den Verfassungsrat ziehen.

Auf Antrag der Sozialisten hatten Frankreichs oberste Verfassungshüter im Juni den ursprünglichen Plan gekippt, die Internetsperre direkt durch eine Behörde verhängen zu lassen. Nun muss ein Richter über diese Frage entscheiden. Eine eigens eingerichtete Überwachungsbehörde verschickt dabei zunächst zwei Abmahnungen. Werden weiter Musik, Filme oder andere geschützte Werke illegal heruntergeladen, kann die Kontrollstelle gegen den Raubkopierer vor Gericht ziehen. Neben der Sperre drohen ihm eine Geldbuße von bis zu 300.000 Euro und eine zweijährige Gefängnisstrafe.

Die linke Opposition kritisiert an dem Gesetz, dass auch Anschlussinhaber verurteilt werden können, die gar nicht für Raubkopien verantwortlich sind, weil diese ohne ihr Wissen erfolgten. Zudem warnt sie vor einer "Schnelljustiz", da ähnlich wie bei leichteren Verkehrsdelikten nur ein Richter über die Fälle entscheiden soll. Die Sozialisten schlagen statt der Sperre eine Urheberrechts-Abgabe vor, um Künstler für die kostenlose Verbreitung ihrer Werke über das Netz zu entschädigen.

Die Regierung lehnt das jedoch klar ab. Die Behörde für die Verbreitung von Werken und den Schutz von Urheberrechten im Internet (Hadopi) werde nun ab November eingerichtet, erklärte das Kulturministerium. Sie könne ab Anfang 2010 erste Abmahnungen verschicken. Im Gegenzug zur verschärften Verfolgung der Raubkopierer hatte sich die Musik- und Filmindustrie gegenüber Staatschef Nicolas Sarkozy verpflichtet, ihre Angebote künftig ohne Kopierschutz auf den Markt zu bringen.

AFP
KOMMENTARE (4 von 4)
 
facilidad_de_ser (23.09.2009, 20:41 Uhr)
Tja, dann werden...
wohl einige Millionen Franzosen ihre ADSL Verträge kündigen, das dürfte ein Milliarden Verlust für die Betreiber, und damit auch für den Staat werden. Clever!
Wie gut dass ich eine ORiNOCO Gold habe.
Mikeorganizer (23.09.2009, 14:48 Uhr)
Wie im Mittelalter......
so ein Schwachsinn ! Nicht das ich hier für Raubkopierer sprechen möchte aber dennoch ist das prinzipiell gegen die Grundgesetze.
Dies ist nun, Dank unserer Zensurula wohl auch in Deutschland keine Utopie mehr.
Grundrechte mit Füßen treten scheint auch in anderen Länder in Mode gekommen zu sein.
Wo das endet wissen wir ja bereits - jeder in unserem Land steht prinzipiell unter einem Generalverdacht.
tarpan8 (23.09.2009, 13:03 Uhr)
Super !
So eine neue Behörde für die Verbreitung von Werken und den Schutz von Urheberrechten im Internet könnten wir ja auch einrichten.
Dann gibt es wieder einen Ministerposten mehr zum Posten schachern. Und wir nehmen der armen Unterhaltungsindustrie
die Arbeit ab. Die können sich endlich mehr um ihre Kernkompetenzen kümmern und müsste nicht mehr selbst auf Verbrecherjagt gehen.
Frau Merkel, übernehmen Sie.
screne (23.09.2009, 12:23 Uhr)
Na dann...
... werden Dieben in Frankreich demnächst auch die Hände abgehackt und Börsen-Insiderhändlern werden die Ohren abgeschnitten, nicht wahr... Damit sie keine Straftaten mehr begehen können.
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