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Diese Dienste schützen vor Datenspionage

Kein Netz, keine Überwachung - die digitale Abstinenz ist der beste Schutz vor neugierigen Augen und Ohren von Geheimdienstlern. Doch es geht auch weniger radikal. Tipps zum persönlichen Datenschutz.

Von Christoph Fröhlich

  Die Telekom testet in Neubaugebieten eine wirtschaftlich günstigere Lösung als Festnetzanschlüsse: die Installation von drahlosen Netzwerken

Die Telekom testet in Neubaugebieten eine wirtschaftlich günstigere Lösung als Festnetzanschlüsse: die Installation von drahlosen Netzwerken

Ein Datenskandal erschüttert die Welt, und sein Ausmaß wird immer größer. Vor knapp einem Monat hat der Whistleblower Edward Snowden mit spektakulären Enthüllungen für Schlagzeilen gesorgt. Seitdem ist bekannt, dass der britische und US-amerikanische Geheimdienst massenhaft Daten im Internet sammeln, auch von deutschen Nutzern. Glasfaserkabel, die den weltweiten Internetverkehr übertragen, werden von High-Tech-U-Booten angezapft. Die größten Internetkonzerne der Welt, darunter Microsoft, Yahoo, Google, Facebook, AOL und Apple kooperieren mit den staatlichen Datenschnüfflern.

Doch was bedeutet das für die Nutzer? Soll man das Facebook-Profil löschen? Das iPhone zurückgeben? Das Google-Konto einmotten? So extrem muss es nicht gleich sein. Wer auf die Dienste nicht verzichten will, kann mit einigen Programmen private Daten verschlüsseln.

Browser

Jeder Aufruf einer Webseite hinterlässt Spuren. Zwar bieten viele Browser eine Art Privat-Modus, eine wirkliche Löschung der Daten ist das aber nicht. Eine sicherere Alternative ist es, die IP-Adresse mit Anonymisierungs-Software wie Tor zu verschlüsseln. Das Tool gibt es für Windows, Mac und Linux und kann auch bequem als Plug-in für Firefox und Co. installiert werden. Aber: Das Surfen im Netz kann mitunter extrem langsam sein, da die Signale häufig einmal quer über den Globus geschickt werden, um die Spuren zu verwischen. Außerdem können einige Dienste wie Paypal nur eingeschränkt mit Tor-Browsern verwendet werden.

Suchmaschinen

Google ist der unangefochtene Marktführer bei den Suchmaschinen. Doch der Internetriese speichert das gesamte Surfverhalten des Nutzers, um immer umfangreichere Profile zu generieren und Werbung besser platzieren oder die Informationen an Dritte weiterverkaufen zu können. Die US-Regierung hat mittlerweile eingeräumt, dass sie die so erfassten Daten im Kampf gegen den globalen Terrorismus nutzt.

Eine Alternative ist die US-Suchmaschine DuckDuckGo: Sucht ein Nutzer dort beispielsweise nach "Hypothek", könnte er Werbung von Banken erhalten, sein Profil sei im Gegensatz zu Google aber verschlüsselt, versichern die Entwickler. Bei der kalifornischen Suchmaschine Blekko können die User ihre Sicherheitseinstellungen so festlegen, dass ihre Daten nicht gespeichert werden. "Selbst wenn du kein Krimineller bist, machst du wahrscheinlich Recherchen, von denen dein Minister, dein Chef oder dein Ehepartner nicht wissen sollen", sagt Greg Lindahl von Blekko.

Soziale Netzwerke

Facebook ist mit mehr als einer Milliarde Nutzern das größte Online-Netzwerk der Welt. In Deutschland sind knapp 25 Millionen Menschen angemeldet. Stimmen die Enthüllungen vom Ex-Geheimdienstler Edward Snowden, hat die NSA auch beim Netzwerk von Mark Zuckerberg direkten Zugriff auf die Daten der Nutzer - egal ob Fotos, Veranstaltungen, private Nachrichten oder persönliche Informationen. Zwar gibt es auch alternative soziale Netzwerke wie Path, allerdings dürfte es aufgrund des kleinen User-Stamms für die meisten Nutzer unsinnig sein zu wechseln. Heimische Alternativen mit ähnlich vielen Nutzern sucht man vergebens. Die einzige Option: den Rechner ausschalten und sich mit Freunden im Café in der Stadt treffen.

E-Mail

Monatlich werden 500 Millionen E-Mails, SMS oder Chats in Deutschland abgefangen, schreibt der "Spiegel" in seiner aktuellen Ausgabe. Einer der Big Player ist der Suchmaschinenriese Google. Mehr als ein Drittel der User nutzen auch den firmeneigenen E-Mail-Dienst. Deutsche Anbieter wie GMX oder die Telekom kooperieren zwar nicht mit den US-Geheimdiensten, sind aber nicht unbedingt sicherer: Auch hier werden die Nachrichten über Glasfaserleitungen verschickt, die von Agenten abgefangen werden können. Experten raten deshalb zur sogenannten End-to-End-Verschlüsselung. Eine empfehlenswerte Software dafür ist GnuPG (GNU Privacy Guard), mit dem sich vertrauliche Informationen so verschlüsseln lassen, dass nur die Empfänger sie wieder entschlüsseln können. Eine weitere Alternative sind auf Datenschutz spezialisierte Online-Postfächer wie posteo.de.

Cloud-Dienste

Fotos direkt vom Handy in die Cloud zu laden ist ungemein praktisch. Spätestens seit einigen Wochen steht aber fest: Man ist nicht der einzige, der theoretisch Zugriff auf die privaten Urlaubserinnerungen und Kinderfotos hat. Datenschutzexperten empfehlen deshalb, US-Dienste wie Dropbox und Evernote zu vermeiden, da die Unternehmen durch den Patriot Act verpflichtet sind, US-Behörden volle Zugriffsrechte auf ihre Server einzuräumen. Wer nicht auf die bequemen Online-Festplatten verzichten will, kann zumindest seine Dateien vor dem Hochladen verschlüsseln - beispielsweise mit der Software Truecrypt. Damit ist es möglich, Dateien für Fremde so unlesbar zu machen, dass selbst ein Geheimdienst viel Aufwand betreiben muss, um die Datei zu knacken.

Online-Telefonie

Die wohl beliebteste Software zum Telefonieren übers Internet ist Skype. Allerdings gehört das Programm Microsoft, die wiederum mit dem US-Geheimdienst NSA kooperieren. Wer sicher sein will, nicht abgehört zu werden, muss sich also in Abstinenz üben.

Weitere Alternativen finden Sie auf der Übersichtsseite "prism-break.org".

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cf

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