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11. Juli 2007, 18:12 Uhr

Online-Noten für Lehrer sind erlaubt

Lehrer dürfen online nicht nur für ihren Unterricht benotet werden, auch Kategorien wie "sexy" oder "cool" seien erlaubt - wie das Landgericht Köln entschied. Eine Lehrerin hatte geklagt, nachdem sie auf einem Bewertungsportal schlecht weggekommen war.

Schüler dürfen ihren Lehrern per Internet Zensuren erteilen - auch in Kategorien wie "sexy" oder "cool". Das hat das Landgericht Köln entschieden und damit die Klage einer Lehrerin aus Moers gegen die Betreiber der Internet-Seite "spickmich.de" abgewiesen.

Drei Kölner Studenten geben auf der Internetseite Schülern die Möglichkeit, zur Abwechslung einmal ihre Lehrer zu benoten. Kategorien sind unter anderem "sexy", "cool und witzig", "menschlich" oder "guter Unterricht". Veröffentlicht wurden im Fall der Klägerin auch Name und Schule sowie die von ihr unterrichteten Fächer. Die Frau hatte nach den Angaben des Gerichts in vier Kategorien Bewertungen einen Notenschnitt von 4,3 erhalten.

Die Richter sahen die Benotung von Lehrern vom Grundrecht auf freie Meinungsäußerung gedeckt. Es handele sich nicht um Tatsachenbehauptungen, sondern um Werturteile. Das sei erlaubt, wenn die Grenze zur unsachlichen Schmähkritik nicht überschritten werde. Die Kammer hielt es auch für zulässig, bei einer solchen Bewertung Kategorien wie "sexy" oder "cool" zu verwenden. Ob jemand die in der Note gegebenenfalls abzulesende Kritik für falsch halte, sei nicht von Bedeutung.

Die Veröffentlichung der persönlichen Daten sei ebenfalls zulässig, da diese mit Einverständnis der Klägerin auf der Homepage der Schule von jedermann einzusehen seien, entschied das Gericht. Es wies allerdings darauf hin, dass die Betreiber der Internetseite verantwortlich gemacht werden könnten, würden beispielsweise in der Rubrik "Zitate" falsche Tatsachenbehauptungen oder Schmähkritik veröffentlicht. Das sei im vorliegenden Fall aber nicht gegeben gewesen. (Aktenzeichen: LG Köln 28 O 263/07).

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
IsyAltklug (12.07.2007, 12:09 Uhr)
Wozu....
muss die Öffentlichkeit wissen, wie Frau XYZ unterrichtet? Der Verdacht liegt nahe, dass auf derlei Internetseiten lediglich Frust abgelassen werden soll. Zu denken gibt, warum es solche Seiten überhaupt geben muss. Würden unsere Schulen intern generell Kritikmöglichkeiten bzw. ein Beurteilungssystem von Schülern über Lehrer anbieten, so dass diese sich ein Bild von der Meinung ihrer Schüler machen könnnen, wäre dem System schon sehr geholfen. Vielen Lehrern würde ein wenig mehr Selbstkritik ganz gut stehen. Sachliche schulinterne Schüler-Foren sind meines Erachtens der bessere Weg.
05Chrissy (12.07.2007, 11:18 Uhr)
Umgekehrt
würde es einen Aufschrei geben: Wenn Lehrer ihre Schüler auch mal öffentlich nach subjektiven Kriterien bewerten würden. Auftreten, Kleidung, sprachliches Ausdrucksvermögen, vertanes Potenzial... unter unbelehrbar.de
Evil-King (12.07.2007, 10:52 Uhr)
Selbst dran schuld
Vielleicht sollte die gute Frau mal ihre Unterrichtsführung ändern, dann bekommt sie auch keine schlechte Bewertung und kann sich den Gang zum Gericht sparen...
Ziemlich oft lässt sich an schlechten Noten der ganzen Klasse nicht die Unwissenheit der Schüler ablesen sondern die schlechte Wissensvermittlung der Lehrkraft.
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