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10.000 Euro für den letzten Kommentar

Der Münchner Radiosender Charivari versprach in einem Facebook-Gewinnspiel jenem Nutzer, der als letzter einen Kommentar abgibt, 10.000 Euro. Und schoss damit ein schönes Eigentor.

Von Ellen Ivits

700.000 Kommentare und 40.000 Likes sammelte das Facebook-Gewinnspiel des Senders Charivari

700.000 Kommentare und 40.000 Likes sammelte das Facebook-Gewinnspiel des Senders Charivari

Wie gewinnt man ganz schnell ganz viele neue Facebook-Fans? Die Moderatoren des Münchner Radiosenders Charivari Jan Herold und Jenna Depner hatten eine ganz pfiffige Idee. Sie nahmen viele bunte 500-Euro-Scheine in die Hände, schossen ein Foto und posteten es auf der Facebook-Seite des Senders. Eine kurze Erklärung lockte innerhalb weniger Stunden tausende User an: "10.000,- Euro!!! Der letzte Facebook-Kommentar bekommt die Kohle!!"

Das Gewinnspiel machte in Windeseile im Netz die Runde. Hunderttausende Facebook-Nutzer überschlugen sich in dem Wetteifer, den letzten Post zu schreiben. Innerhalb nur eines Tages schaffte der Radiosender, der bis dahin nur 23.000 Fans hatte, 700.000 Kommentare unter dem Beitrag zu sammeln. Rund 40.000 mal wurde der Post geliked. So etwas schaffte noch keine deutschsprachige Facebook-Seite.

Shitstorm statt Werbeerfolg

Doch was als ein Riesenerfolg begann, entpuppte sich als ein Reinfall. Denn der Sender missachtete die Gewinnspiel-Richtlinien von Facebook und musste den Beitrag löschen. Die Teilnahmebedingungen fehlten, ein Hinweis zur Teilnahmeberechtigung und zum Datenschutz ebenso. Doch was wohl am schwersten wiegt: Es gab keinen Endzeitpunkt. Das Gewinnspiel hätte theoretisch noch Jahre laufen können. Die Begeisterungswelle schlug in einen Shitstorm um.

Die Pinnwand des Senders wird mittlerweile von verärgerten Kommentaren überflutet. Betrugsvorwürfe werden laut. Viele fordern, dass die Gewinnsumme trotz der Sperrung ausbezahlt wird. "WER hat den nun den letzten Kommentar gepostet? Nun wurde die Aktion, wenn auch durch einen Dritten, beendet UND es gibt den letzten Kommentar. Heißt die 10.000,- € MÜSSEN ausbezahlt werden. Rechtlich betrachtet stand in der Beschreibung NICHT, dass die Aktion durch Charivari beendet werden muss, sondern es ging um den letzten Kommentar", schrieb eine Userin.

Täuschung oder Versehen?

Dass der Gewinn tatsächlich noch ausgeschüttet wird, ist fraglich. Facebook erlaubt seit kurzer Zeit die Durchführung von Gewinnspielen. Da aber die Richtlinien missachtet worden sind, ist es nicht deutlich, ob ein rechtlicher Anspruch erhoben werden kann. Zudem bleibt die Frage, ob die Nutzer bewusst hinters Licht geführt werden sollten oder ob das Gewinnspiel einfach unbedacht gestartet worden ist. Schließlich ist es bei den veröffentlichten Gewinnspielbedingungen möglich, dass der Betreiber selbst den letzten Kommentar abgibt.

Viele Fans konnte der Radiosender mit dem Gewinnspiel nicht gewinnen. Trotz der 700.000 Kommentare und 40.000 "Gefällt mir"-Angaben für den Beitrag, liketen nur 5000 Nutzer den Facebook-Auftritt von Charivari. Statt zahlreichen neuen Hörern hinterlässt die Aktion viele verärgerte User und die Frage, wer denn jetzt den letzten Kommentar abgegeben hat.

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