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Vater und Sohn schreiben Brief an Google

Weil Michael und sein Sohn Timm Wiethe in ihrem Urlaub keinen Internet-Empfang haben, schreiben sie ihre Suchanfrage einfach per Brief an Google – und bekommen eine Antwort!

Von Andrea Suhn

  Mit diesem Brief haben Vater und Sohn ihr Suchanfrage gestellt.

Mit diesem Brief haben Vater und Sohn ihr Suchanfrage gestellt.

Wie koche ich eine Hühnersuppe? Wie wird das Wetter heute? Oder: Was läuft heute im Kino? Es gibt wohl kaum eine Frage, auf die Google keine Antwort hat. Eine Suchanfrage kostet nicht viel und spuckt innerhalb weniger Sekunden eine Antwort aus - vorausgesetzt man hat Zugang zum Internet. Doch was macht man, wenn man offline ist? Man besinnt sich alter Tugenden - und schreibt einen Brief. So wie Michael und Timm Wiethe. Sie haben eine Frage. Aber weil sie in ihrem Urlaub kaum Internet-Empfang haben, schicken sie ihre Suchanfrage mit einem handschriftlichen Brief per Fax an Google Deutschland.

"Hey Google, da wir hier zur Zeit keinen Zugang zum Internet haben, möchten wir Sie bitten, in Ihrer gewohnt schnellen und umfassenden Weise, eine Suchanfrage zu beantworten. Wir benötigen Infos und Bilder zu:

"Deichhörnchen"

Hinzu fügen die beiden den Hinweis, dass der Suchmaschinen-Anbieter auch ruhig Werbung mitschicken könne, um die Frage kostenfrei beantworten zu können.

Was dann passiert, hätten Vater und Sohn wohl nicht erwartet, denn Google antwortet - per Brief, mit Hand geschrieben, aber dennoch so, wie man es auch online erwarten würde.

  Die (analoge) Antwort von Google.

Die (analoge) Antwort von Google.

Die analoge Suchanfrage landet - natürlich - im Netz. Und hier wittern Usern gleich eine geschickte Marketing-Strategie von Google.

Die Geschichte hinter dem Bild

Doch weit gefehlt. Denn die Geschichte stimmt. Wir erreichen Michael Wiethe im Sommerlager Otterndorf in Niedersachsen. "Ja, es stimmt, mein Sohn und ich haben den Brief geschrieben", berichtet er am Telefon. Wiethe arbeitet als Sanitäter der Johanniter Niedersachsen in dem Ferienlager. "Abends werden hier immer Geschichten vorgelesen. Unter anderem die des Deichhörnchens", erzählt Wiethe. "Mein Sohn wollte wissen, ob es das wirklich gibt. Aber weil wir hier aber so schlechten Internet-Empfang haben, konnten wir nicht einfach googlen. Da kam mein Sohn auf die Idee mit dem Brief. Natürlich hätten wir aber nie damit gerechnet, eine Antwort zu bekommen."

Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten und kam nur wenige Tage später. Wiethe fand den Google-Brief so origniell, dass er ein Bild davon auf seinem privaten Facebook-Account postete - von dort fand der geniale Briefwechsel den Weg ins Internet. Doch statt sich zu freuen, macht sich Wiethe Gedanken: "Ich habe ja gar nicht damit gerechnet, dass es solche Wellen schlägt. Hoffentlich bekommt der freundliche Google-Mitarbeiter jetzt keinen Ärger."

Diese Sorge dürfte unbegründet sein. Denn bei Google dürfte man sich über die kostengünstige Werbung freuen. Zwar wollte der Mitarbeiter des "Google Offline Team" sich nicht zu dem Briefwechsel äußern. Gegenüber stern.de kommentierte das Unternehmen den Briefwechsel aber so:

"Das Hamburger Google Team hat sich sehr über die Frage nach dem mysteriösen Deichhörnchen gefreut. 15 Prozent aller Suchanfragen, die täglich bei Google eingehen, sind komplett neu für uns - das Deichhörnchen gehörte auch dazu. Schade, dass es schon ausgestorben ist."

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