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1. März 2007, 13:45 Uhr

"Online bestellt? Das ist schon mal schlecht"

Online-Shopping gehört zum Alltag. Könnte man denken. Doch manchmal erinnert der Einkauf im Internet an eine Reise in die Vergangenheit. Zum Beispiel, wenn man bei einem Versandhändler eine Waschmaschine bestellen will. Ein Erfahrungsbericht von Thomas Borchert

Quelle preist viele Waschmaschinen an© Quelle.de

Wir schreiben das Jahr 2007. Deutschland ist fest verankert im Internet-Zeitalter. Ganz Deutschland? Nein, einer der größten Versandhändler der Republik wehrt sich standhaft: Quelle.

Natürlich hat Quelle eine Website, natürlich zählt Quelle in den Hitlisten der deutschen Internethändler zu den Spitzenreitern. Aber machen Sie bloß nicht den Fehler, daraus zu schließen, es gehe bei Quelle so zu wie bei einem richtigen Internethändler, Amazon zum Beispiel.

Bei Quelle geht das so

Ich brauchte eine neue Waschmaschine. Also zu Quelle, mein Wunschmodell rausgesucht und in den virtuellen Warenkorb gelegt. Da lief noch alles wie immer: "lieferbar" stand da, und ich wurde nach der Zahlungsart gefragt. Eine breite Auswahl zum Ankreuzen: Kreditkarte, Lastschrift, Rechnung und so weiter. Ich wählte Rechnung und schloss das Geschäft ab. Vielleicht hätte ich das Kleingedruckte lesen sollen - aber wer macht das schon bei einem renommierten Händler? Am Schluss kam dann die Anzeige der Bestellbestätigung, mit einem überraschenden Zusatz: "Eine definitive Lieferzusage können wir Ihnen momentan leider nicht geben." Was heißt denn das? Das Teil ist doch lieferbar.

Anruf bei der Service-Hotline - die gibt's immerhin, und da geht auch einer ran. Aber dann begann das Grauen:

"Ich habe bei Ihnen eine Waschmaschine bestellt"

"Wie denn?"

"Im Internet."

"Tja, das ist schon mal schlecht."

Sagt der Mann. Einfach so. Bei einem Versandhändler. Im Jahr 2007!

Es ging weiter: Ich sei schließlich Neukunde, da müsse man erstmal sieben bis zehn Tage lang meine Kreditwürdigkeit prüfen. Danach bekäme ich dann auch einen Liefertermin. Hätte ich "per Kreditkarte zahlen" ausgewählt, wäre es vielleicht schneller gegangen. "Vielleicht? Das stand so nicht im Internet", sagte ich. Die Antwort: "Tja, davon weiß ich nichts". Und nein, jetzt könne er nicht meine Bestellung am Computer aufrufen und etwas beschleunigen, die wäre erst morgen bei ihm "im System". Aber keinesfalls vor 14 Uhr. Dann könne ich ja noch mal anrufen. Am Zeitablauf änderte das nichts.

Bitte mal hergehört

Liebe Leute bei Quelle, so wird das nichts. Die Zeiten der guten alten Bundespost und offenbar auch des guten alten Versandhandels sind vorbei. Ein Händler ist keine Behörde, Kunden sind keine Bittsteller. Wer will denn hier was von wem? Ihr wollt doch wohl Geschäfte machen. Ich dagegen kann meine Waschmaschine auch woanders kaufen.

Ich war willens, Euch 600 von meinen sauer verdienten Euro zu geben - keine Kleinigkeit. Aber das muss dann auch so laufen, wie ich es heute von jedem kleinen Online-Händler gewöhnt bin: Heute bestellt, morgen in den Versand, das Ganze mit ständiger und ausführlicher Information über den Status der Bestellung - und zwar ab sofort nach der Bestellung. Das ist noch nicht mal besonderer Service, das ist unterster Standard.

Offensichtlich hat Amazon bei allem Erfolg Eurem Geschäft immer noch nicht genug geschadet. Sonst wüsstet Ihr, dass man im Jahr 2007 so nicht mehr mit seinem Kunden umgehen kann.

Ihre Meinung

Haben Sie auch schlechte Erfahrungen beim Online-Shopping gemacht?

Diskutieren Sie mit! Bisherige Beiträge (15)
Ein Erfahrungsbericht von Thomas Borchert
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
tsicher (04.03.2007, 09:47 Uhr)
Auch bei Amazon...
@becks031180
....sollte man das Kleingedruckte lesen: bei der ersten Bestellung auf Rechnung ist bei 100.- Euro Schicht! Kreditkarte oder Bankeinzug ist dann angesagt, wie bei Quelle. Also: Kirche im Dorfe lassen ;-)
Die telefonische "Beratung" ist sicherlich untragbar und sollte schnellstens unterbunden werden!! Da hat der Autor recht, so wird das nix.
becks031180 (02.03.2007, 12:54 Uhr)
Achso....
@tsicher: Sehr sinnvoller Kommentar!
Aber neuerdings kann man auch bei amazon nicht nur Bücher sondern auch Fernseher und sogar Waschmaschinen kaufen - und das funktioniert reibungslos!
tsicher (02.03.2007, 11:05 Uhr)
Amazon-Quelle??
Man kann doch einen Bücherversender nicht mit einem Grossversandhaus vergleichen. Klar kann ich ein Buch für 10.- ohne Kreditprüfung bestellen aber eine Waschmaschine für 600.- ?? Man sollte die Kirche schon im Dorfe lassen.
catchme (02.03.2007, 08:45 Uhr)
Nicht nur online - Quelle ist immer schlecht !
Schon vor Jahren habe ich den Fehler begangen und bei Quelle eine Einbauküche für richtig viel Geld gekauft ... im Quelle-Küchencenter mit sog. Küchenberater - eine Katastrophe: falsche und verspätete Teile-Lieferungen führten zu einer 6-wöchigen Zeit ohne Küche; ein Leben mit der Mikrowelle. Nie wieder Quelle !!
steinbeisser123 (01.03.2007, 18:35 Uhr)
Alte und Neue Welt
Tja, so ist das leider mit den althergebrachten und den neuen Firmen im E-Commerce.
Während die ersteren der Meinung sind, es ginge im Mail-Order noch alles so zu wie in den 60er oder 70er Jahren (inkl. des dazu gehörenden Kundendienstes), sind die anderen da doch schon etwas schlauer geworden. Und Kunden orientierter.
Aber es möge jede(r) selbst entscheiden, wo er/sie (un-) glücklicher wird...
claudia_f (01.03.2007, 18:10 Uhr)
Das geht auch bei Neckermann!
Bei Neckermann bin ich schon viele Jahre lang Kunde. Kürzlich wollte ich online bestellen. Immerhin war es möglich, den Artikel beim zehnten Anlauf in den Warenkorb zu legen und meine Kundennummer einzugeben. Aber zu früh gefreut - statt Bestellbestätigung erhielt ich die Mitteilung, ich möge mich umgehend mit dem Kundenservice in Verbindung setzen. Gewappnet mit der letzten Rechnung und meinem letzten Neckermann-Kontoauszug (Ihr Saldo: 0 Euro) war ich bereit. Ich hatte eine Dame am Telefon, die aufgrund eines starken Akzents kaum verständlich war. Sie teilte mir nach längerer Recherche auf meine Telefonkosten mit, dass alles in Ordnung sei bei mir, allerdings nicht auf der Seite, denn die Online-Bestellung funktioniere nicht in allen Fällen. Ich dürfe ihr aber gerne telefonisch meine Bestellung durchgeben, bitte aber nur mit Katalogseite, da eine Bearbeitung sonst nicht möglich sei. Mein höflicher Hinweis, dass ich den Artikel online gefunden hätte und keinen aktuellen Katalog zur Hand, wurde mit Blättern beantwortet. Nach ewigem Warten (immer noch auf meine Telefonkosten), war es soweit - ich durfte bestellen und bekam tatsächlich auch eine Lieferung.
heiner5362 (01.03.2007, 17:51 Uhr)
na irgendwo hörts mal auf
wenn mir nach einer Internetbestellung per Nachnahme(gleichzusetzen mit Barzahlung)
ein Schreiben der Schufa ins Haus rauscht wg. einer Abfrage durch dieses Versandunternehmen
und mich die Auskunft auch noch 7,60 € kostet um zu wissen wer das war...
na das ist Einkaufen.
Hab nen Accout bei Conrad und kann auch auf Rechnung bestellen, arm bin ich auch nicht. Aber meine Zahlungsmodalitäten sind mir doch zur Wahl gestellt ?!?
Ich kauf da nix mehr es gibt noch andere Unternehmen.
Lauschangriff auf Verdacht kenne ich sonst nur von unserem "Rechtsstaat",
aber die Privatisierungswelle rollt.
Mitleserin (01.03.2007, 15:45 Uhr)
Einfach
Da ich in einem Versandhandel arbeite, kenne ich die Abläufe. Bei vielen Bestellungen dauert die Übernahme ins System einen Tag. Dann ist ja wohl klar das Bonitätprüfungen gemacht werden. Hat sich der Autor mal die Zahl der Privatinsolvenzen angeschaut? Gerade Quelle kann oft hohe Geldbeträge abschreiben. Würde der Autor jemandem fremdes Geld leihen?
Es ist ein Geben und ein Nehmen. Der Kunde möchte Ware und der Versandhandel Geld. Der Autor möchte kostengünstige Ware mit guten Qualität und prüft ebenso verschiedene Anbieter, so prüft der Versandhandel den Kunden.
Ich habe übrigens eine Waschmaschine von Quelle, diese ist mit nach 3 Jahren das erste mal kaputt gegangen.
Ich rief beim Callcenter an und wollte wissen welcher Typ meine Waschmaschine sei, für den Hauseigenen Reparaturservice. Ich habe die Dame am Telefon gebeten auf der Rechnung zu schauen. Die Rechnung lag mir nicht vor da es eine Sammelbestellung von einer Bekannten deren ihre Bekannte war.....Die Mitarbeiterin meinte eine Rechnungskopie koste extra. Ich habe 3x darauf hingewiesen, dass ich keine Kopie möchte, sondern nur den Typ meiner Waschmaschine wissen wolle. Irgendwie wurde das nicht verstanden, ich habe dann aufgelegt. Da sind die Mitarbeiter der externen Callcenter sehr schlecht ausgebildet.
Bei Quelle hat mich gestört, dass die Waschmaschine nach 3 Jahren kaputt ging und ein halbes Jahr nach der Reparatur gerade wieder. Ich kaufe da keine Waschmaschine mehr.
smartwhv (01.03.2007, 15:07 Uhr)
kann ich nicht bestätigen
Vorgestern einen Ergometer bei Quelle bestellt (Internet), per Kreditkarte bezahlt, Lieferung in 2 Collies, eines gestern, das zweite heute. Wo ist das Problem?
smartwhv
RHart (01.03.2007, 15:03 Uhr)
Besonders lustig wird's ...
... wenn man den online erworbenen Gegenstand dann vom Quelle-Kundendienst repariert haben will. Die wollen nämlich wissen, in welchem Katalog und auf welcher Seite der Artikel angeboten wurde. Woher soll man das aber wissen, wenn man sich die Ware online ausgesucht hat? Ohne diese Angaben gibt's keinen Kundendienst.
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