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Alles dreht sich um das Riesenrad

Der Bau eines Riesenrads zeugt von reiner Ingenieurskunst. Gewürdigt wurde das Werk von George Ferris jedoch erst nach seinem Tod. Der Erfinder wäre heute 154 Jahre alt geworden.

Von Daniela Späth

  Ein Riesenrad gehört auf jede Kirmes. Der Erfinder George Ferris wäre heute 154 Jahre alt geworden.

Ein Riesenrad gehört auf jede Kirmes. Der Erfinder George Ferris wäre heute 154 Jahre alt geworden.

Als der 33-jährige George Ferris zur Weltausstellung 1893 in Chicago auf die Idee kam, ein riesiges vertikales Karussell zu bauen, hielten ihn alle für verrückt. Das Riesenrad sollte den Besuchern aus luftiger Höhe einen Überblick über das gesamte Ausstellungsgelände ermöglichen und selbst dem zur Weltausstellung 1889 in Paris errichteten Eiffelturm die Show stehlen. Die Idee des Ingenieurs für Eisenbahntechnik und Brückenbau wurde nur mit einem müden Lächeln abgetan. Die Verantwortlichen der Weltausstellung hatten Bedenken, dass das Rad der Beanspruchung nicht standhalten und einstürzen könnte. Doch George Ferris hielt an seinem Vorhaben fest und finanzierte sein Riesenrad, das nach ihm benannte "ferris wheel", schließlich einfach selbst.

Auch der Faktor Zeit war ein Problem: Das Riesenrad wurde erst am 21. Juni 1893, mit sieben Wochen, Verspätung fertig. An dem Mammutprojekt waren neun Stahlbaufirmen beteiligt, die die Einzelteile des Rades herstellten. Die größte Herausforderung war die Radnabe - mit 56 Tonnen war sie das schwerste Einzelteil, das bis dahin geschmiedet worden war. Das Gesamtgewicht des Riesenrads lag bei 4100 Tonnen. Ein teures Vergnügen - die Gesamtkosten beliefen sich auf eine Viertelmillion US-Dollar. Doch bei einem Fahrpreis von 50 Cent kam ein Gesamterlös von etwa 725.000 US-Dollar zusammen, denn das Riesenrad wurde zum größten Publikumsmagneten der Weltausstellung.

Riesenräder brachten kaum kommerziellen Erfolg

Nach seinem Erfolg auf der Weltausstellung konnte Ferris einige kleinere Riesenräder an Vergnügungsparks in den USA verkaufen. Diese waren für ihn kommerziell jedoch kein Erfolg. Er investierte viel Geld in die Entwicklung größerer Räder, für die er allerdings keine Abnehmer fand. Am 22. November 1896 starb Ferris vereinsamt und verarmt in einem Krankenhaus in Pittsburgh im Alter von nur 37 Jahren an Typhus. Von Ferris' Idee profitierte schließlich der US-Amerikaner James Graydon. Er meldete im September 1893 das Patent für ein Riesenrad an, das in Prinzip eine Kopie von Ferris' Erfindung war. Das Patent wurde vom britischen Marineoffizier Walter Basset gekauft, der daraufhin das erste Riesenrad in Europa auf dem Londoner Messegelände Earls Court errichten ließ. Am 25. Mai 1895 wurde es eröffnet, weitere Bauten folgten in Blackpool (1896), im Wiener Prater (1897) und schließlich in Paris (1900) anlässlich der Weltausstellung.

Google verbindet die Hommage auf George Ferris mit dem Valentinstag. Wie zwei Glücksräder drehen sich die beiden Riesenräder auf dem Jahrmarkt. Wenn man den Herzknopf in der Mitte drückt, geraten die Räder in Bewegung und bleiben in einer bestimmten Konstellation stehen. Dann wird in Comic-Bildern eine kurze "Liebesgeschichte" zwischen Tieren erzählt, die auf den Rädern zu sehen sind.

Der in Illinois geborene US-Amerikaner wäre am 14. Februar 2013 154 Jahre alt geworden. Das Massachusetts Institute of Technology (MIT) kürte George Ferris zum Erfinder der Woche.

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