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10. Januar 2006, 10:50 Uhr

E-Books nur mit Genehmigung

Google würde am liebsten die ganze Weltliteratur scannen und ins Netz stellen. Nach Protesten der europäischen Verleger ist das Multimedia-Unternehmen nun etwas kleinlauter geworden.

Google will Bücher aus europäischen Bibliotheken gratis ins Internet stellen© Jae C. Hong/AP

Google-Gründer Larry Page hat die umstrittene Digitalisierung von Büchern aus europäischen Bibliotheken verteidigt und gleichzeitig den Regierungen in Deutschland und Frankreich eine Zusammenarbeit angeboten. "Wir zeigen urheberrechtlich geschützte Bücher nur komplett, wenn eine ausdrückliche Zustimmung der Verlage vorliegt", sagte Page am Sonntag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur am Rande der Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas. Liege keine Zustimmung vor, könnten die Google-Anwender nur kleine Textschnipsel sehen. "Mit Google Print schaffen wir das digitale Gegenstück zur Karteikarte in den Bibliotheken."

Mehrere Regierungen in Europa hatten die Pläne von Google kritisiert, Bücher aus europäischen Bibliotheken im Rahmen des Programms Google Print digital zu erfassen und gratis ins Internet zu stellen. Im April 2005 hatte der deutsch-französische Ministerrat in Paris beschlossen, gegen die Vormachtstellung von Google eine europäische Suchmaschine "Quaero" aufzubauen. Page und Google-Chef Eric E. Schmidt, betonten in dem DPA-Gespräch, eine europäische Suchmaschine müsse nicht in Konkurrenz zu Google entstehen. "Wir möchten gerne mit Spezialanbietern kooperieren, damit die Google- Anwender den bestmöglichen Zugriff auf die Informationen und Inhalte bekommen", sagte Schmidt.

Kein Google-PC

Page und Schmidt dementierten in dem Gespräch Gerüchte, wonach Google einen eigenen Personal Computer auf den Markt bringen will. "Es gibt etliche Firmen, die sich dieser Aufgabe widmen. Wir wollen das nicht tun. Wir wollen das beste Informationsangebot der Welt bieten." Auch die Unterstützung des "100-Dollar-Laptop"-Projektes der Non-Profit-Organisation "One Laptop per Child" von Nicholas Negroponte habe nichts mit einem Google-PC zu tun, sondern nur die Unterstützung eines gemeinnützigen Projektes. Die Idee eines Google-Computers war vor der CES kolportiert worden und hatte nach Ansicht von Analysten dazu beigetragen, den Aktienkurs von Google noch weiter in die Höhe zu treiben.

DPA
 
 
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