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Das sind die Highlights der Google-Show

Neues Android, bessere Smartwatches und ein kostenloser Foto-Dienst: Google hat auf seiner Hausmesse Google I/O geliefert - und trotzdem einige enttäuscht.

Von Malte Mansholt

Auf der Google I/O setzte der Konzern vor allem auf Evolution - und überraschte mit dem kostenlosen Fotospeicher Google Fotos

Auf der Google I/O setzte der Konzern vor allem auf Evolution - und überraschte mit dem kostenlosen Fotospeicher Google Fotos

Auf der Hausmesse Google I/O präsentiert der Internetgigant jedes Jahr seine neuesten Entwicklungen. Besonders die Eröffnungsrede strotzt jedes Mal vor Ankündigungen. Dieses Jahr standen überarbeitete Versionen von Android für Smartphones und - Watches, der immer mächtigere Assistent Google Now und eine völlig neue Foto-Verwaltung im Fokus. Doch ein richtiger Kracher fehlte.

Das erklärte Ziel des Suchmaschinenriesen: Die verschiedenen Dienste sollen noch weiter miteinander verschränkt werden, als es jemals der Fall war. Vom Smartphone über Wearables bis zum Rechner oder dem smarten Zuhause: will überall mitmischen.

Android M

Die nächste Version des Mobilsystems Android trägt aktuell noch den Codenamen "M". Erst im Laufe des Jahres dürfte es dann einen offiziellen Namen bekommen. Doch schon jetzt zeigte der Konzern: M ist keine Revolution, bringt aber viele willkommene Überarbeitungen.

So schafft es Google endlich einen der größten Kritikpunkte des Systems zu beheben. Bislang konnten Nutzer die Berechtigungen, die eine App für sich beansprucht nur als Paket akzeptieren - oder die App nicht nutzen. Die Folge: Googles App-Shop Play Store ist vollgestopft mit , die im Hintergrund die Nutzer ausspionieren. Spiele verlangen etwa Zugriff auf die Kontakte oder wollen den Standort des Nutzers tracken - ohne dafür irgendeinen vernünftigen Grund zu haben. Mit Android M kann jeder Nutzer diese Zugriffe gezielt verbieten, wie es etwa iPhone-Nutzer schon länger können. Ein überfälliges Feature.

Auch die Akkulaufzeit hat Google in Angriff genommen. Im neuen, Doze (zu deutsch genannten Standby-Modus lassen die Geräte Apps seltener Nachrichten abrufen und sparen so . Eine bis zu zwei Mal längere Laufzeit soll so möglich sein, verspricht Google.

Außerdem verpasst Android M vielen Funktionen einen Feinschliff, etwa dem Öffnen von Links aus Apps heraus. Zudem bringt es die systemweite Unterstützung für einen Fingerabdruckscanner mit und erlaubt Herstellern, den neuen USB-Standard USB C zu verbauen.

Android Wear

Das Smartwatch-System Android Wear erhält ebenfalls ein größeres Update. Apps lassen sich jetzt dauerhaft im Vordergrund anzeigen und werden dadurch deutlich nützlicher. So lassen sich etwa Kartenausschnitte oder Einkaufslisten so lange am Handgelenk zeigen, wie sie benötigt werden. Das kann die Apple Watch nicht. Auch das die Apps direkt auf der Uhr laufen und daher eine kürzere Ladezeit und direkten Zugriff auf die Sensoren der Smartwatches erhalten, haben die Android-Uhren der Apple Watch in Zukunft voraus.

Zudem bekommen die Uhren mehr Möglichkeiten für den Einsatz als Fitness-Tracker - entsprechende Sensoren vorausgesetzt. Ob sie dann mit den wirklich tollen Fitness-Funktionen von Apples Erstling mithalten können, muss sich zeigen.

Andere Features wie die Steuerung über mit dem Handgelenk ausgeführte Gesten wirken eher wie Spielereien. Ob sie im Alltag tatsächlich nützlich oder doch in erster Linie nervig sind, hängt von der Umsetzung ab.

Android Pay

Wie auch Apple setzt Google mit Android Pay auf einen eigenen Zahlungsdienst für Smartphones. Auch der beschränkt sich wohl vorerst auf die USA. Mit McDonalds, Dunkin' Donuts und Uber sind zwar große Namen an Bord, Apple hatte aber zum Start mehr Partner zu bieten.

Internet of Things

Mit Macht will Google, wie andere Hersteller auch, in die "echte Welt" eindringen. Der in der Vergangenheit gekaufte Thermometer-Dienst Nest war nur der Anfang. Über eine "Weave" genannte Technologie sollen Cloud-Dienste, Smartphones und Hausgeräte miteinander kommunizieren und dabei den Nutzern immer das gleiche Interface bieten. Das Internet der Dinge soll so zugänglicher und vor allem einheitlicher werden.

Google Now - der unheimlich gute Assistent

Eine gewaltigen Sprung macht Googles digitaler Assistent . Der soll nun den Kontext von Nutzerhandlungen verstehen und daraus Antworten und Handlungen ableiten, die der Nutzer gerade benötigt. Etwa daran erinnern zu tanken, wenn man mit seinem Mietwagen zum Flughafen fährt - und gleich zu zeigen, wo die nächsten Tankstellen sind.

Besonders beeindruckend - und auch etwas beängstigend - ist das neue "Now on Tap" genannte Feature: Drückt man den Home-Button seines Android-Smartphones, erfasst Now, was genau der Nutzer gerade tut - und bietet gleich passende Aktionen an.

Hört man ein Lied, kann man einfach fragen "Wie heißt er wirklich" und Now erkennt, dass man sich auf den Musiker bezieht - und liefert gleich die richtige Antwort. In einer SMS genannte Filme werden zum Beispiel erkannt, Now bietet passende Informationen an.

Auch mit verschiedenen Aufgaben innerhalb einer Nachricht kam Google Now in der Präsentation klar: In einem Chatverlauf wurde ein Restaurant erwähnt und um einen Gefallen gebeten. Now erkannte beide Kontexte korrekt - und bot sowohl Infos zum Restaurant, als das Angebot, eine Erinnerung an den erbetenen Wäschereibesuch anzulegen. Wirklich beeindruckend - und etwas unheimlich.

Google Fotos

Eine der wenigen, echten Überraschungen gelang Google mit seinem im Laufe des Tages anlaufenden Dienst Google Fotos. Der vereint Apps, PC-Software und einen Cloud-Dienst und will so die ultimative Foto-Lösung sein.

Google Fotos gruppiert automatisch sämtliche je gemachte Bilder des Nutzers nach gezeigten Personen, dem Aufnahmeort, dem Datum - und sogar nach dem gezeigten Inhalt. Sie lassen sich dann nach Schlagwörtern oder Namen durchsuchen. In der Präsentation etwa wurden Baseballbilder oder die Fotos eines Mädchens automatisch gefunden - bis zum Tag ihrer Geburt.

Der Nutzer muss lediglich seine Bilder hochladen. Dafür bekommt er von Google jede Menge Platz: Für Fotos bis zu einer Auflösung von 16 Megapixel und FullHD-Videos in 1080p bietet Google jetzt unbegrenzten Speicherplatz. Eine echte Ansage an die Konkurrenten von Dropbox, Apple und Co. - die sich den Speicher teuer bezahlen lassen.

Offline-Maps und mehr

Die sonstigen Teile der Präsentation richteten sich eher an Entwickler. Ein kleines Highlight war noch die Nachricht, dass sich Google Maps in Zukunft auch offline benutzen lässt - inklusive Navigation. Zudem engagiert sich Google sehr aktiv dafür, Entwicklungs- und Schwellenländer ins Internet zu bringen.

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