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244.000 wollen unsichtbar bleiben

Google hat die Zahl der Widersprüche gegen Street View veröffentlicht: 244.000 Bürger wollen demnach nicht, dass ihr Haus dort erscheint. Die digitalen Daten müssen nun per Hand bearbeitet werden.

Gut 244.000 deutsche Haushalte haben bisher verlangt, die Abbildung ihrer Häuser aus Googles Straßenatlas Street View zu entfernen. Das seien knapp drei Prozent der Haushalte in den 20 Städten, für die Street View bis Ende des Jahres starten soll, teilte Google am Donnerstag in einem Blog-Eintrag mit. "Wir sind sehr froh, dass sich manche Umfragen nicht bewahrheitet haben", so ein Sprecher des Unternehmens. Diese hätten teilweise Millionen Widersprüche vorhergesagt. So hatte eine Emnid-Erhebung im Auftrag der "Bild am Sonntag" ergeben, 52 Prozent der Deutschen seien gegen die Abbildung ihrer Wohnung oder ihres Hauses in Street View.

Google habe exakt 244.237 Anträge erhalten, schrieb der verantwortliche Produktmanager. Das entspreche 2,89 Prozent der Haushalte in den 20 Städten. Zwei von drei Anträgen seien über das seit August verfügbare Online-Tool gestellt worden. Per Brief konnte ein Mieter oder Immobilienbesitzer bereits seit April 2009 Google auffordern, sein Haus bei Street View unkenntlich zu machen. Der Internet-Konzern betont, dass die Anträge auch nach dem Start des Dienstes jederzeit gestellt werden können.

Für das Verbraucherschutzministerium liegen die Zahlen im Rahmen der Erwartungen. Aber: "Es handelt sich um eine hohe Zahl", betonte das Ministerium. Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte wiederholt kritisiert, Google verletze mit Street View die Privatsphäre.

Wie sich die Zahl der Einsprüche regional aufteilt, analysiert Google nach eigenen Angaben nicht. Es ist das erste Mal, dass der Internet-Konzern die Zahl der Anträge nennt.

Onlinedaten werden manuell bearbeitet

Nun beginnt bei Google von Hand die Auswertung der Formulare. 200 Google-Mitarbeiter seien mit den Einsprüchen beschäftigt. Nach einem Widerspruch werden die Gebäude in den Panorama-Straßenansichten unscharf dargestellt. Für jedes Gebäude müssen mehrere Bilder verändert werden, damit es aus allen Blickwinkeln nicht zu erkennen ist. Wenn auch nur ein Mieter eines Mehrfamilienhauses dies fordert, wird das ganze Gebäude "verwaschen" angezeigt. Die Aktion kann nicht rückgängig gemacht werden, da Google dafür die Originalbilder verändert.

Mit den Datenschutzbehörden ist vereinbart, dass alle Einsprüche abgearbeitet sind, bevor der Dienst online geht. Google stellt sich bereits auf neue Beschwerden von Bürgern und Datenschützern ein: "Wir wissen, dass es Fehler geben wird. Der manuelle Verarbeitungsprozess ist sehr komplex", so der Sprecher. Zum Beispiel seien in einigen Fällen die angegebenen Adressen nicht eindeutig zuzuordnen, weil Angaben nicht lesbar oder die Beschreibungen eines Gebäudes nicht eindeutig gewesen seien.

Verfahren gegen Google in Spanien

Die Vorab-Widerspruchsfrist für die 20 größten deutschen Städte war am Freitag abgelaufen. Google hatte das Zeitfenster für Anträge über ein Online-Tool nach Forderungen aus der Politik auf acht Wochen verdoppelt. Unter anderem Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) hatte dem US-Konzern wiederholt vorgeworfen, mit Street View die Privatsphäre zu verletzen.

Für zusätzlichen Ärger sorgte dabei, dass die Fahrzeuge über Jahre auch Informationen aus offenen WLAN-Netzen abgriffen. Google betont, das sei nur versehentlich durch einen Software-Fehler geschehen, die Daten seien nicht genutzt und inzwischen vernichtet worden. Zuletzt wurde deswegen in Spanien diese Woche ein Verfahren gegen Google eingeleitet.

Lesen Sie dazu auch bei unserem Partner in der Schweiz, 20 Minuten Online: "Die lustigsten Bilder aus Google Street View"

swd/DPA/DAPD/Reuters/DPA/Reuters

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