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23. März 2010, 13:30 Uhr

Die smarte Hongkong-Connection

Googles Entscheidung, seine zensierte Version für China abzuschalten, ist ein politischer Schachzug. Das US-Unternehmen zensiert nicht mehr - ist aber mit seinen Plänen zunächst gescheitert. Ein Kommentar vor Dirk Liedtke

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Blumen drücken die Trauer über Googles Rückzug aus China aus© Li Xin/AFP

Wer in den 70er Jahren aus dem Westen in die DDR reiste, wurde an der Grenze gefilzt. Mürrische Grenzer kassierten Zeitungen, Zeitschriften und sogar Comics. Ähnlich funktionierte bis gestern die Zensur der chinesischen Google-Version: Wer in Peking oder Shanghai googelte, bekam andere Ergebnisse angezeigt als Nutzer in Berlin oder San Francisco. Hat Google mit dem Abschalten der zensierten Fassung seiner Suchmaschine das kommunistische Regime in Beijing wirklich ausgetrickst? Nein. Aber Google hat sich als politischer Player profiliert. Wirtschaftliche Interessen treten hinter moralischen Prinzipien zurück.

Bislang setzte Google auf das Prinzip Hoffnung, den Wandel durch Annäherung - Entspannungspolitik wie im Kalten Krieg zwischen der Bundesrepublik und der DDR. Irgendwann werden die Machthaber schon mürbe. Information will frei sein. Die Kraft des Internets werde die Zensur aushöhlen. Diese Hoffnungen wurden aber enttäuscht. Die ausgeklügelten Hack-Attacken auf Google und zwei Dutzend andere ausländische Firmen haben eher den Verdacht erhärtet, dass die Chinesen den autoritären Kurs noch verschärfen wollen.

Ein guter Kompromiss?

Ein smartes Manöver ist die Umleitung der Google-Anfragen aus China in die Enklave Hongkong trotzdem. Ähnlich wie West-Berlin vor dem Bau der Mauer eine Insel der Freiheit war, herrscht auch in Hongkong Meinungsfreiheit ähnlich dem Verständnis europäischer Staaten oder der USA. Google betont zudem den gesetzeskonformen Charakter der Hongkong-Connection. Äußerungen von Googles Chefjurist David Drummond und Mitgründer Sergey Brin drücken die Hoffnung aus, einen guten Kompromiss gefunden zu haben.

Erste Reaktionen aus Beijing lassen noch keinen klaren Kurs erkennen: Einerseits wird Google mit viel Propagandadonner vorgeworfen, gegen bestehende schriftliche Vereinbarungen zu verstoßen. Andererseits verkündet die chinesische Führung, dass die ohnehin angespannten Beziehungen zu den USA durch Googles Schachzug nicht beschädigt worden seien.

Die Machthaber in Peking haben alles in der Hand. Sie lassen sich schon aus Tradition nichts von einem westlichen Unternehmen vorschreiben oder provozieren. Google ist auf ihr Entgegenkommen angewiesen. Die große chinesische Firewall ist noch immer in Betrieb: Wer von China aus die Hongkong-Seite von Google anklickt, erhält zensierte Resultate.

Historischer Moment - auch im negativen Sinn

Wird Google langfristig trotzdem zur demokratischen Öffnung in China beitragen können? Das ist heute nicht abzusehen. Immerhin: Der fast vier Jahre währende faule Kompromiss mit einem unfreien System ist beendet. Google hatte selbst den nach Staatsvorgaben gefilterten Suchindex gepflegt. Jetzt ist es wieder die staatliche Zensurtechnik, die die Suchergebnisse von Google einschränkt. Das Unternehmen bleibt so seinem oft als zynisch belächelten Firmenmotto "Tue nichts Böses" zunächst treu. Das Abschalten der zensierten Google-Version ist aber auch ein historischer Moment im negativen Sinn: Im ersten Anlauf ist die Entspannungspolitik klar gescheitert.

Ob die chinesische Zensurmauer so lange stehen wird wie die Berliner, entscheidet natürlich die Regierung in Peking und nicht eine Internetfirma aus dem Silicon Valley. Vielleicht wirkt der Wandel durch Annäherung auf Dauer ja doch. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

Ein Kommentar vor Dirk Liedtke
 
 
KOMMENTARE (10 von 15)
 
STR_EDDS (23.03.2010, 22:11 Uhr)
@LaoLu
Tja sehen Sie - das ist das Schöne hier: ich darf öffentlich mit Dreck werfen, ohne dafür im Gefängnis zu landen. Danke für die Beweisführung und einen schönen Abend.
LaoLu (23.03.2010, 21:24 Uhr)
Tja, STR_EDDS, das war dann wohl ein klassisches Eigentor
Sie haben gestern um 16:09 angefangen, mit Matsch zu schmeißen ("Geld direkt vom Politbüro")

Beschwehren Sie sich jetzt bitte nicht über die Spritzer!

Und ich bitte um Beachtung des Ü!
STR_EDDS (23.03.2010, 18:53 Uhr)
@Bettlermoensch
Meine Güte - Sie schreiben sich ja richtig in Rage. Aber das wichtigste Element in ihrer seidendünnen "Argumentationskette" hatten Sie ja schon selbst erwähnt: "es ist ein Witz". Danke - und nun lassen Sie es gut sein. Sie drehen sich nur im Kreis. Es wird langweilig.
Bettlermoensch1 (23.03.2010, 18:13 Uhr)
@STR_EDDS
?das war kein Witz. Das ist eine Frechheit und zudem Propaganda. Aber das haben Ihnen bereits Andere in anderen Foren ebenso mitgeteilt.?

Alle Meinungen, die von der kapitalistischen Ideologie abweichen und unabhängig sind, sind in Ihren Augen der Propaganda aus China. Gut so, jetzt kapiere ich endlich, wie die einfachen Meinungen für die einfachen Menschen gemacht und gefördert werden. Leider sind nicht alle Menschen heutzutage so dumm, wie Sie vorgestellt haben.
Bettlermoensch1 (23.03.2010, 18:02 Uhr)
@STR_EDDS
Ich habe geschrieben: ?ich zitiere??, darf man nicht zitieren? Oder wenn man zitiert, dann hat man schon Kontakte mit Politbüro? Wenn diese Argumentationsweise stimmt, dann haben Sie vielleicht schon hundertmal Kontakte mit Politbüro. Schön, dass es bis heute solche Betonkopfe gibt, der immer aus radikaler ideologischer Position die Welt beobachtet. Schön hat das KP-System solche gedankenlose Roberte produzier! Oh, ich vergesse, Ihnen zu sagen, KP bedeutet hier nicht die Kommunistische Partei, sondern der Kapitalismus!
STR_EDDS (23.03.2010, 17:38 Uhr)
@Bettlermoensch
Vielen Dank. Sie haben sich mit Ihrem letzten Posting gerade selbst diskreditiert und ein Outing par excellance hingelegt.
.
Und - Mr. "This is only a Joke": das war kein Witz. Das ist eine Frechheit und zudem Propaganda. Aber das haben Ihnen bereits Andere in anderen Foren ebenso mitgeteilt.
.
Um einen gesunden Menschenverstand zu haben und Menschenrechte zu achten, muss niemand "gebürtiger Deutscher" sein. Lassen Sie doch einfach die dummen Anspielungen auf Nationalismus. Das ist ja peinlich.
franz0501 (23.03.2010, 17:18 Uhr)
Google entdeckt "seine" Menschenrechte
nach 4 Jahren, schön. Die Eigen-Politur Googles ramponierten Images wird nur kurze Zeit anhalten.
Bettlermoensch1 (23.03.2010, 17:16 Uhr)
@STR_EDDS
Take it easy, this is only a joke. Sie verdächtigen jede, die unterschiedliche Sichtweise vertritt, als die jenen aus dem Politbüro, deswegen muss jeder/e Berichter/in beweisen, dass er oder sie gebürtiger/e Deutscher/Deutsche ist. Ich habe Mitleid mit solchen Personen wie Ihnen, der nur verstehen kann, dass der westliche Kapitalismus und die westliche Position die einzige richtig Sichtweise sind. Vive le capitalisme occidental! Ist es jetzt für Sie OK?
Falcon030 (23.03.2010, 16:40 Uhr)
Haha,
Bettlermoensch, klasse Witz.
Wo kriegen Sie nur solche Brüller her?
Ich hab immer noch die Lachtränen in den Augenwinkeln.
Jetzt aber huschhusch zurück an die Mao-Bibel!
STR_EDDS (23.03.2010, 16:09 Uhr)
@Bettlermoensch1
Und Sie meinen dieser Witz wird lustiger, wenn Sie ihn in verschiedenen Foren (SPON, z.B.) unter verschiedenen Pseudonymen x-mal wiederholen?
.
Leute mit Ihrer fehlerhaften Syntax und ohne Umlaute beziehen Ihr Gehalt meistens direkt aus dem Politbüro.
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