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Herr Kutcher und die "Amen"-App

Hitlisten für alles: Die neue App "Amen" eines Berliner Start-Ups teilt die Welt konsequent in Tops und Flops auf. Das Geld für die Social-Media-Anwendung, die heute offiziell startet, haben die deutschen Firmengründer unter anderem von Hollywoodstar Ashton Kutcher bekommen.

Von Anna Miller

Amen", das ist nicht mehr nur das Ende eines Stoßgebetes, sondern auch der Name einer neuen Social-Community-App, die es in sich hat - US-Prominenz inklusive. Denn niemand Geringeres als Schauspiel-Beau Ashton Kutcher und der Manager von Madonna, Guy Oseary, haben sich bereits vor Monaten mit zwei Millionen US-Dollar in die Firma Amen Internet GmbH eingekauft und sponsern so deren App, die dem Nutzer neue Social-Media-Horizonte eröffnen soll.

Ab Dienstag ist die App "Amen" nach einer Testphase mit 3000 Teilnehmern für alle zu haben. Dazu muss man sich aber erst auf www.getamen.com einschreiben - und ein wenig Geduld mitbringen. "Wir schalten nach und nach die Anfragen frei", sagt Mitgründer Felix Petersen zu stern.de. Das sei aber keine Schikane. "Bei uns kann sich jeder anmelden. Wir wollen damit bloß verhindern, dass das System überfordert ist, wie das bei Twitter am Anfang der Fall war", sagt Petersen.

Die Website verlautet: "Der beste Ort der Welt, um eine Meinung zur haben. Amen." Mehr als diesen Slogan brauchten die vier Gründer Felix Petersen, Florian Weber, Caitlin Winner und Ricki Vester Gregersen in den vergangenen Monaten nicht, um ihre Idee schon vor ihrem offiziellen Start international bekannt zu machen.

Was ist aber das Besondere an "Amen"? "Amen ist ein Ort, wo darüber entschieden wird, ob etwas das Beste überhaupt oder das Allerschlechteste auf der Welt ist", sagt Petersen. Ein Beispiel: "Avatar ist der beste Film aller Zeiten". Dieser Aussage eines Users kann ein anderer User entweder für richtig erklären, und sein "Amen" darunter setzten, also einem "Like"-Button bei Facebook gleich. Oder aber, er stimmt damit nicht überein. "Dann muss er selbst aber einen Vorschlag machen, der seiner Meinung nach besser ist", sagt Petersen.

So entstehen mit der Zeit Hitlisten von allen möglichen Dingen. "Das Ganze soll Spaß machen, einen spielerischen Umgang mit Meinung ermöglichen", so Petersen. Daneben sei es aber ein langfristiges Ziel, wertvolle Listen zu generieren. Zum Beispiel mit guten Restaurants, dem TV-Tipp fürs Wochenende oder der besten Kirche fürs Heiraten. "Eine Einschaltquote für alles eben", sagt Petersen.

Bisher nur in englischer Version

Vorerst gibt's die "Amen"-App nur in englischer Version. Eine deutsche ist nicht geplant. "Das würde den Rahmen sprengen. Es gibt auch in Deutschland genug Leute, die so weit Englisch beherrschen, dass sie unsere App nutzen können", so Petersen.

Angst, dass keiner Lust auf eine weitere App hat, die ihm Zeit des Lebens raubt? Da bleibt Petersen gelassen. "Die Leute vertreiben sich grundsätzlich gerne ihre Zeit mit dem Smartphone. Die Frage ist nur, mit welchen Diensten." Neben der neuartigen Idee ist das aktuelle Team keine schlechte Startformation für eine Erfolgsgeschichte: Felix Petersen war Gründer des Start-Ups Plazes, dass 2008 an Nokia verkauft wurde. Florian Weber war bei der Entwicklung von Twitter als einziger Europäer von Anfang an dabei. Wohl daher kommen auch die Verbindungen der Berliner Firma zu potenten US-Investoren.

Obwohl die Website www.amenhq.com bis heute noch über keinerlei Inhalte verfügte, ist sie laut "stuffgate.com" schon über 27.000 US-Dollar wert.

Die Geheimniskrämerei, gemischt mit einer Prise Hollywood-Glamour und einem auserwählten Test-Nutzerkreis, haben "Amen" jedenfalls schon im Vorfeld seines Starts für eine breitere Masse zu einem kleinen Phänomen gemacht. Bleibt nur noch abzuwarten, was das gemeine, englischaffine Volk davon hält. Die PR hat jedenfalls schon mal bestens funktioniert.

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