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Die schönste Uhr im Web

Braucht noch jemand eine tolle Uhr für den Silvesterabend, die die Zeit bis zum Jahreswechsel aufsehenerregend anzeigt? Humanclock.com stellt jede Minute des Tages als Foto dar - mal offensichtlich, mal geheimnisvoll. Und den passenden Kalender gibt es auch.

Von Ralf Sander

Das Jahr geht zu Ende. Silvester nähert sich und damit einer dieser Tage, an dem Uhren eine besondere Rolle spielen. Schließlich will niemand den Jahreswechsel verpassen. Einen der schönsten Zeitanzeiger gibt es seit Jahren im Internet, doch durch die stetige Mitarbeit der Netzgemeinde kommt er so frisch daher wie eh und je - Humanclock.com, die menschliche Uhr im Web.

Die Idee ist simpel und verrückt zugleich: Jede der 1440 Minuten eines Tages wird als Foto angezeigt. Die Bilder kommen von den Nutzern, jeder kann seine fotografierte Uhrzeit einfach hochladen. Die Ergebnisse sind so vielfältig wie genial. Die einfachste und häufigste Lösung ist, sich selbst zu fotografieren - mit einem Schild in der Hand, auf dem eine Uhrzeit geschrieben steht. Ebenfalls gern genommen: Fotos von Uhren. Seine ganze Schönheit zeigt die Humanclock allerdings bei den skurrilen Einsendungen: Das kann ein Auto im Graben sein, bei dem man die Uhrzeit (9:51 Uhr) erst nach längerem Suchen auf dem Nummernschild entdeckt. Oder eine Frau, die 5:17 Uhr mit einem Staubsauger auf völlig verdreckte Jalousien schreibt. Oder die Collage aus einem Teppichschneider, zwei Alubechern, einem Holzbohrer und einer Rolle Briefmarken, die 18:16 Uhr ergibt. Die Humanclock umfasst inzwischen rund 19.000 Fotos, jede Uhrzeit des Tages kommt in unterschiedlichen Varianten daher. Verschiedene Sortierungsfunktionen und ein Zufallsgenerator sorgen für Abwechslung. Außerdem lässt sich die Uhr von digitaler auf analoge Anzeige umstellen: Menschen stehen vor großen Ziffernblättern und stellen mit ihren Armen als Uhrzeiger die Zeit dar.

Der menschliche Kalender

Schöpfer der Humanclock ist Craig Giffen, der 2001 die erste Version der menschlichen Uhr ins Netz stellte. Sein offensichtliches Faible für merkwürdige Zeitmesssysteme hat der US-Amerikaner auch in einem weiteren Projekt ausgelebt. Humancalendar.com ist ein Monatskalender aus Porträtfotos. Derjenige, der den aktuellen Tag darstellt, schaut direkt in die Kamera, während alle anderen zu ihm hinblicken. Der Betrachter erkennt das Datum, indem den Ort auf dem Kalender sucht, an dem sich alle Blicke kreuzen. Das ist nicht praktisch, sieht aber einfach schön aus.

Praktisch ist die Humanclock auch nicht, außer vielleicht am Silvesterabend. Während der Party per Beamer an die Wand geworfen, ist die menschliche Uhr als künstlerisch wertvoller Mitternachts-Countdown ein echter Hingucker.

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