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Mysterium um 4000 Jahre alte Sprache: Knacken Forscher endlich das Rätsel?

Seit mehr als hundert Jahren rätseln Forscher, was hinter einer mysteriösen Sprache aus Indien steckt. Können Computer die 4000 Jahre alten Zeichen entziffern? Und was haben Einhörner damit zu tun?

Indus-Schrift Einhorn

Sind die mysteriösen Indus-Zeichen wirklich eine Schrift? Und warum zeigen die gefundenen Siegel Einhörner?

Es war eine der ältesten Zivilisationen der Welt: In der Zeit von 2800 bis 1800 vor Christus erbaute auf dem Gebiet der heutigen Staaten Pakistan, Indien und Afghanistan die nach dem Fluss benannte Indus-Kultur zahlreiche Städte. Außer der beeindruckenden Architektur ist über sie fast nichts bekannt - trotz tausender Artefakte mit einer mysteriösen Sprache, deren Geheimnis bis heute nicht gelöst ist. Können moderne es endlich knacken?

Seit der Entdeckung der ersten Fundstücke 1872 knobeln Experten auf der ganzen Welt an der Frage, was hinter der Indus-Schrift steckt. Ihre Geschichte ist selbst schon ein Rätsel: Sie tauchte plötzlich auf zahlreichen Gegenständen auf, mit dem rapiden Ende der Indus-Kultur verschwanden Kultur und Schrift wieder - ohne einen echten Nachfolger. Erst 1500 Jahre später tauchte mit der Brahmi-Schrift auf dem indischen Subkontinent eine neue Schriftform auf. Davor: Schweigen.

Ist es wirklich Schrift?

Selbst, dass es sich bei den Zeichen wirklich um eine Schrift handelt, ist umstritten. Die Texte fallen extrem kurz aus, der längste bekannte hat gerade mal 27 Zeichen. Meist sind es nur vier oder fünf, oft ist sogar nur ein einzelnes Zeichen. Das macht die Übersetzung schwierig.

Vor allem Siegel-Steine schmückte die Schrift. Daneben wurden aufwendige Abbildungen von Tieren dargestellt, mal ein Elefant, mal ein Tiger oder Krokodil. Am häufigsten zeigten sie aber - Einhörner. Dabei soll es sich Vermutungen zufolge allerdings nicht um Fabelwesen, sondern um stilisierte Rinder handeln. Obwohl es auch Bilder von Tieren mit zwei Hörnern gibt. Wegen der Nutzung auf Siegeln nehmen Skeptiker an, dass es sich bei der vermeintlichen Schrift um eine Art von Wappen-Symbolen handeln könnte, statt um echte Worte.

Kein Rosetta-Stein in Sicht

Die bisherigen Übersetzungs-Versuche liefen alle ins Leere. Das größte Hindernis sind die kurzen Texte, ein weiteres wiegt fast genauso schwer: "Wir wissen nicht, welche Sprache mit den Zeichen geschrieben wurde. Nicht mal die Sprachfamilie ist bekannt", sagte der indische Forscher Rajesh Rao gegenüber "The Verge". Ein Artefakt mit mehreren Sprachen, wie der zur Entzifferung der ägyptischen Hieroglyphen genutzte Rosetta-Stein, fehlt bislang.

Mit über 100 Versuchen gilt die Sprache als meistentzifferte der Welt - nur ein befriedigendes Ergebnis fehlt weiterhin. Dabei wurde schon alles mögliche versucht: "Die verrückteste Methode war sicher ein tantrischer Guru, der durch Meditation mit kosmischen Sphären in Kontakt gekommen sein will - die ihm den Inhalt der Schrift verrieten", erklärte Forscher Bryan Wells "The Verge".

Können Computer das Rätsel knacken?

Jetzt sollen Computer bei der Entschlüsselung helfen. Mit ihrer Hilfe versuchen Rao und seine Kollegen, Muster in den gefundenen Texten zu entdecken. Etwa welche der Zeichen häufig aufeinander folgen, welche öfter einen Satz beginnen oder abschließen. Eine spannende Erkenntnis: Je nach Fundort sind die Zeichen oft anders angeordnet. Das spricht dafür, dass mit den Zeichen experimentiert wurde - und sie vielleicht sogar für unterschiedliche Sprachen genutzt wurden.

Auch die Erkennung neuer Artefakte soll mit Computern deutlich beschleunigt werden. "Unser Ziel ist es, aus einem Foto sofort die passenden Zeichen auslesen zu lassen", erklärte Satish Palaniappan "The Verge". Der Physiker und ein Kollege arbeiten an einer App, mit der Forscher die Fundstücke einfach abscannen können. So stehen sie viel schneller für die Entzifferung bereit.

Die Sprache als Politikum

Die politische Situation in der Region ist bei der Entschlüsselung alles andere als hilfreich. Weil die Indus-Kultur als erste die Region besiedelte, versuchen verschiedene Gruppen, die Nachfolge für sich zu beanspruchen. Schließlich ließe sich daraus ein Erbanspruch auf indischen Subkontinent ableiten. "Ich kenne Leute, die Morddrohungen erhielten, weil sie sagten, es sei nicht Sanskrit oder es sei nicht Dravidisch", sagt Wells.

Für die Forschung hat das ganz konkrete Folgen: Die Bilder der Artefakte sind auf zwei Sammlungen verteilt: eine für Artefakte aus und eine für die aus Pakistan. Wells und seine Kollegen konnten erstmals alle Daten in in einer Datenbank sammeln. Die im März vorgestellte Sammlung umfasst knapp 3700 Schriftstücke - und 417 individuelle Zeichen. Der Suche nach dem Schlüssel geht weiter.

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