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Unerwünschte Einblicke in Twitter

Einige der von einem Hacker gestohlenen internen Dokumente des Mikroblogging-Dienstes Twitter sind veröffentlicht worden. Neben Umsatzprognosen finden sich auch Erwartungen zur Mitgliederentwicklung: eine Milliarde Nutzer bis 2013.

Der populäre Kurznachrichtendienst Twitter hat große Pläne. Nach internen Unterlagen peilte das junge Internet-Unternehmen Anfang 2009 das Erreichen der Marke von einer Milliarde Nutzern in vier Jahren an. Außerdem sah die damalige langfristige Planung für 2013 einen Umsatz von 1,5 Milliarden Dollar und mehr als 100 Millionen Dollar Gewinn vor.

Das Internet-Blog TechCrunch veröffentlichte die Prognosen aus einem Paket von mehr als 300 internen Dokumenten, die bei Twitter über das Internet gestohlen worden waren. Ein Hacker hatte Passwörter geknackt und so Zugang unter anderem zu Unterlagen von Mitbegründer Evan Williams bekommen. Später bot er die Dokumente diversen Technologie-Blogs an. Twitter räumte die Sicherheitspanne ein und betonte, dass keine Daten von Nutzern in fremde Hände geraten seien.

Twitter verdient bisher kein Geld und hatte zuletzt nach rasantem Wachstum nach verschiedenen Schätzungen 20 bis 25 Millionen Nutzer. Bei dem Dienst werden Nachrichten mit bis zu 140 Zeichen verschickt, die von allen gelesen werden können. Man kann auch Links zu Bildern, Videos oder Webseiten einfügen. Zuletzt war Twitter ein wichtiges Kommunikationsmittel für die Opposition im Iran während der Proteste gegen das Ergebnis der Präsidentenwahl. Auch große Ereignisse wie der Tod von Michael Jackson treiben Nutzer zu Twitter.

TechCrunch veröffentlichte die ausgewählten Informationen nach Verhandlungen mit Twitter-Anwälten. Von Twitter hieß es zu den Zahlen, es handele sich um inoffizielle Überlegungen, die nicht mehr aktuell seien. Es blieb offen, ob die neuen Prognosen höher oder niedriger sind. Beim Kundenwachstum jedenfalls überholte Twitter die Projektionen vom Februar deutlich: Die Marke von 25 Millionen Nutzern war erst für Ende 2009 angepeilt. Ob im dritten Quartal tatsächlich erste spürbare Umsätze von 400.000 Dollar erwirtschaftet werden, muss sich dagegen noch zeigen. Die für 2013 genannte Zahl von 5200 Mitarbeitern zeugt von weitreichenden Geschäftsplänen. Noch kommt Twitter mit wenigen Dutzend Beschäftigten aus.

Bisher tat sich Twitter schwer, ein tragfähiges Geschäftsmodell zu entwickeln. Das im Jahr 2006 gegründete Unternehmen lebt von den mehr als 50 Millionen Dollar, die es sich von Investoren beschafft hatte. Angesichts der wachsenden Popularität gibt es immer wieder Spekulationen um Übernahmeangebote. Eine Offerte des Online-Netzwerks Facebook schlug Twitter aus, als angebliche weitere Interessenten wurden in Medienberichten auch Google und Apple genannt.

Auch stern.de twittert. Eine Übersicht über unsere Twitter-Angebote finden Sie hier.

DPA/DPA

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