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Frischzellenkur für Ebay

Das Online-Auktionshaus zeigt sich im neuen Outfit - mit Podcasts, Videos, Communitys und Social Networking. Mit den Web 2.0-Tools will das Unternehmen vor allem Privatkunden anziehen - und alte Mitglieder reaktivieren.

Von Kathrin Warncke

Ebay nimmt Kurs auf Web 2.0: Etwas verspätet meldet sich das Online-Auktionshaus mit Angeboten wie Podcasts, Blogs und Communitys. Das Unternehmen Ebay hat seit Gründung der deutschen Website zum ersten Mal das Portal neu gestaltet. Nach einer Erklärung von Ebay gehe es vor allem darum, das Privatkundengeschäft zu stärken. 95 Prozent der Ebay-Mitglieder sind derzeit privat, der Rest von ihnen Profi-Verkäufer. Trotzdem mussten sich auch Privatkunden bisher durch das reguläre Verkaufsformular wühlen, das für gewerbliche Verkäufer mit zahlreichen Optionen bespickt war. Damit soll nach Angaben von Ebay jetzt Schluss sein. Mit einem Kurzformular unter den Namen "Verkaufen in drei Minuten" bietet das Auktionshaus nun ein übersichtlicheres, zweiseitiges Formular an. Am Preis hat Ebay auch ein wenig geschraubt: Ein Artikel mit Galeriebild kostet ab sofort 49 Cent anstatt einen Euro.

Darüber hinaus können Videos in die Artikelbeschreibung eingehängt werden. Neben den Verkaufsoptionen gehört eine Community zu den wichtigsten Neuerungen des Portals. Das Unternehmen scheint keine andere Wahl zu haben - von den derzeit angeblich 24 Millionen Mitgliedern in Deutschland seien laut Ebay geschätzte zwei Drittel inaktiv. Den Umbau der Website bezeichnet Geschäftsführer Stefan Groß-Solbeck als die "fundamentalste Änderung, die wir seit 1999 durchgeführt haben".

Trendbarometer für heißeste Artikel

Zu den neuen Tools gehört auch ein Trendbarometer. Das soll, auf einen Blick und nach Kategorien sortiert, die heißesten Artikel auf dem Markt zeigen. Neulinge, Aufsteiger, Meistgesuchte, Gefragte und Meiste Gebote heißen die fünf Trendkategorien. Sie sollen Verkäufern Überblick für Trends und Kaufverhalten geben.

Dem eigenen Ruf wird noch mehr Wert verliehen: In einem Expertensystem können Nutzer über andere Mitglieder abstimmen. Ein Experte ist, wer bei den Geschäften Engagement und Qualität zeigt. Für den "guten Ruf" bei Ebay sorgt dann ein Bewertungssystem, dass die Mitglieder auf einen Experten-Status heben.

Für traditionsorientierte Nutzer hat sich jedoch nicht viel verändert - die Kategorien und das Suchfeld sind noch am selben Platz, die Auktionen laufen ab wie zuvor. Doch um das alte Konzept hat das Internetauktionshaus nun ein paar Social-Network-Maschen gestrickt. Dies ist eine weitere Strategie, um mehr Privatkäufer- und verkäufer auf die Seite zu locken. Das Konzept ist von Social Networks wie Facebook und dem deutschen StudiVZ abgekupfert. Das Ziel ist klar: Zerstreuung und Unterhaltung sollen die Community-Angebote bieten. Geht es nach Ebay-Chef Groß-Solbeck, verbringen die Nutzer ab sofort die letzte halbe Stunde der laufenden Auktion mit Communitys und Blogs.

Für Plaudertaschen

Waren die Ebay-Nutzer zuvor Verkäufer und Kunde, vernetzen Sie sich jetzt in der Community. Reden, reden, reden - Plaudertaschen und Kommunikationsjunkies könnten an dem neuen Website-Aufbau Gefallen finden. Mit themenbezogenen Communitys, Foren und Hilfe-Gruppen entschwinden die Anbieter und Käufer der vorherigen Anonymität. User wie rose23 und meinkleinertiger bewerten nicht nur das gemeinsame Geschäft, sondern können sich miteinander vernetzen. Im eigenen Fotoalbum zeigen sie einfach mal den kleinen Tiger oder starten eine Umfrage zur Miezekatze. Oder die User erzählen unter "Meine Geschichte" von ihrem jüngsten Nervenzusammenbruch am Computer, der sich wenige Sekunden vor Auktionsende für den heiß begehrten Gokart einstellt. Und Kirchenmusikerin Christel berichtet von ihrem gewieften Handel mit der alten Orgel, wobei sie Spenden-Gelder für ihren Chor herausholte.

Während der Testphase, die noch bis Anfang Oktober läuft, können einige Ebay-Mitglieder ihr Profil in der Rubrik "Mein Ebay" bereits voll ausschöpfen. Ob persönliche Notizen mit Erinnerungsfunktion oder auch ein eigener Blog - der Community-Aspekt kommt im Profil nicht zu kurz. Die Nutzer können auch auf ihren Skype-Account zurückgreifen und online mit anderen Mitgliedern telefonieren.

Basics und Fallstricke im Video-Podcast

Die Optik hat Ebay nun auf das Leseverhalten im Netz angepasst. Bilder, Flash-Animationen, Strichmännchen und Icons - es wird bunter in der nahezu verstaubten Auktionshalle. Auch Multimedia-Inhalte wie Audio-und Videopodcasts sind auf der neuen Seite veröffentlicht. Im Trainingsportal lernen User, wie sie am schlausten ihre Artikel bei Ebay an den Kunden bringen. In Live-Mitschnitten von VHS-Kursen erklären Trainer des Unternehmens Basics für Einsteiger und Fallstricke für Powerseller. Das richtige Foto, die beste Beschreibung des Artikels, die richtige Verkäuferbeurteilung - für jedes Problemchen steht ein eigenes Video zur Verfügung. Nach jeder Lektion spielt der User Prüfling und testet, ganz im Sinne der Interaktion, sein Ebay-Wissen mit einem Quiz. Artiges Lernen wird belohnt - mit einer Erfolgsbescheinigung.

Eine Mischung aus Service und Dauerwerbesendung enthält auch der Video-Podcast mit den Namen "Marktplatz 1". Moderator Thomas Geiger führt Interviews mit Experten für Rechts-und Sicherheitsfragen. Das Ganze ist immer mal wieder durchzogen von Episoden aus dem Leben der Werbefigur Curry-Kai. Der hat als Imbissbudenbesitzer mit seinem Currywurst-Gewerbe auf dem Ebay-Parkplatz in Berlin alle Hände voll zu tun - mit Nichtstun und dem Aufbau von Verschwörungstheorien. Trotz aller multimedialen Versorgung soll der Nutzer mehr im Vordergrund stehen. Neben der unzähligen Foren, Communitys und Diskussionsveranstaltungen können sich User eine "Mich-Seite" einrichten.

Frei nach dem Motto "Tu Gutes und rede darüber" hat sich Ebay auch der Wohltätigkeit verschrieben. In der Rubrik "Stars und Charity" können Ebay-Nutzer für wohltätige Zwecke Artikel von Stars und Sternchen ersteigern. Da gäbe es zum Beispiel das Original-Serienhemd aus Verbotene Liebe oder eine signierte Krawatte von Günther Jauch. Nur schade, dass alle Auktionen bereits beendet sind.

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