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19. November 2007, 11:05 Uhr

Online-Sucht betrifft oft Jugendliche

Sie surfen bis tief in die Nacht und verbringen jede freie Minute im Internet: Diese Internet-Nutzer sind von der Online-Sucht betroffen. Vor allem Jugendliche sind abhängig von Online-Spielen oder Chats. Dennoch ist die Sucht noch nicht als Krankheitsbild in Deutschland anerkannt.

Gefangen in einer virtuellen Welt: Vor allem junge Leute sind von der Online-Sucht betroffen© colourbox

Die Sucht nach dem Internet ist nach Meinung des Psychologen Thomas Hintz in erster Linie ein Jugendproblem. "Betroffen sind vor allem junge Leute zwischen 14 und 20 Jahren. Es geht dabei zum Beispiel um Spiele, Chats oder das Spielen mit der eigenen Identität in einer virtuellen Welt", sagte Hintz, Psychologe am Mannheimer Zentralinstitut für seelische Gesundheit, in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa. Häufig sei die Online- Sucht eine Folge von Problemen wie Angst vor sozialen Kontakten, fehlendem Selbstwertgefühl oder depressiven Neigungen.

Am 23. November gibt es auf der Berliner Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie, Psychotherapie und Nervenheilkunde ein Symposium über Ursachen, Folgen und Therapiemöglichkeiten einer Abhängigkeit vom Netz.

Online-Sucht als Impuls-Kontroll-Störung

Den Begriff einer Internet-Sucht gibt es seit 1996. Doch bis heute stritten Wissenschaftler darüber, ob es sich dabei um eine eigenständige Störung handele oder eher um den Teil eines tiefliegenderen seelischen Problems, erläuterte Hintz. Als Krankheitsbild anerkannt sei eine Online-Sucht in Deutschland nicht. Wie Spielsucht oder Kleptomanie könne sie aber in die Kategorie der "Impuls-Kontroll-Störungen" eingeordnet werden, ergänzte der Experte.

Nach Studien in den USA und in Berlin schätzten Forscher heute, dass rund zehn Prozent der Internet-Nutzer suchtgefährdet sind. Neben Jugendlichen seien es vor allem erwachsene Singles, berichtete Hintz. Ein Prozent der Nutzer sei durch diese Abhängigkeit in einen Teufelskreis geraten: Sie surften bis weit in die Nacht, fehlten in der Schule oder am Arbeitsplatz und hätten kaum noch Kontakt zu Freunden oder Familie. "Auch Offline kreisen die Gedanken um das Internet", sagte Hintz.

Durchschnittlich 35 bis 40 Stunden pro Woche verbrächten Süchtige im Netz; im Vergleich zu den vier bis zehn Stunden der üblichen Nutzer, die online vor allem nach Informationen suchten. "Süchtige befriedigen im Netz vor allem ihre sozialen Bedürfnisse", erläuterte Hintz. Sie suchten Gesprächspartner und Bestätigung in der virtuellen Welt und vernachlässigten darüber ihr soziales Leben in der Realität. "Vielen Süchtigen ist ihre Isolation bewusst und sie leiden darunter." Die Einsamkeit treibe sie dann aber wieder ins Netz - und wachse dadurch noch mehr.

DPA
 
 
KOMMENTARE (3 von 3)
 
bR4iNST0RM (19.11.2007, 18:53 Uhr)
Wie die Zeit vergeht!
Dank der Datenvorratsspeicherung ist es bald gar kein Problem mehr „Süchtige“ zu identifizieren und ggf. mit „Antiinternetsuchtschulungen“ aus diesem Abgrund zu retten!
kabuki (19.11.2007, 15:39 Uhr)
hehe,
Wie die Zeit vergeht :>
Ich bin btw. süchtig nach meiner Freundin. Seit 3 Wochen vernachlässige ich wegen ihr mein gesamtes Internetsozialleben.
Mein Clan, meine ICQ Buddies, meine
StudiVZ Freunde. Für niemanden hab
ich mehr Zeit und ich fühle mich
nicht mehr als vollwertiger
junger Student des 21. Jahrhunderts,
von dem das eigentlich zu erwarten wäre.
Das schlimme: Ich bin mir dessen durchaus bewusst, fühle mich sogar schlecht deswegen.
Als Folge gehe ich dann doch wieder zu meiner Freundin um mich davon abzulenken. :
Ein Teufelskreis.
Gruß J.
( Ich frage mich wer definieren darf auf welche Art Menschen zu leben haben? O.o )
havranek (19.11.2007, 13:09 Uhr)
Was??
Schon wieder 13 Uhr...?
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