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Er ist Innenminister, CDU-Mann und Establishment durch und durch. Und dennoch hat Thomas de Maizière mit seiner Rede zur Rolle des Staates im Internet einen Meilenstein beim Umgang mit der schönen, neuen Welt gesetzt.
Betrüger überschwemmen zur Zeit die Postfächer mit so genannten "Phishing-Mails" und machen richtig Kasse. Getarnt als seriöse Nachricht eines Kreditinstituts, werden die Empfänger aufgefordert, persönliche Daten zu aktualisieren.
Ressourcen aus Leitungen und Äther erweisen sich in Freetown als ungewohnt unzuverlässig. Tatsächlich gibt es den in den Kommentaren zitierten Wikipedia-Artikel, der von einer „durchgängigen Elektrifizierung“ spricht. Aber was hat „durchgängig“ in diesem Kontext zu bedeuten? Das „durchgängig“ von 11 bis 14.25 Uhr Strom da ist? Oder das „durchgängig“ vom East End bis zum Atlantik ein Kabel liegt? „Durchgehend“ 220 Volt? Oder das der Strom durch einen „durchgeht“, wenn man mit dem Schraubenzieher an der Steckdose spielt? Um ehrlich zu sein: ich weiß es nicht, den keins von alle dem entspricht der Wahrheit (außer das letzte vielleicht, ich werde es mal ausprobieren). Der Vorteil von Freetown im Zusammenhang mit Elektrizität ist, daß es sie theoretisch wirklich gibt. Sobald man die Stadtgrenze nämlich auch nur für einen Meter hinter sich läßt, ist sie sowas von weg, sowohl theoretisch als auch praktisch. Das heißt aber noch lange nicht, daß in der Stadt immer und ständig jeder Strom hat. Das hat mehrere Gründe. Erstens ist der Strom viel zu teuer. Nicht nur für die Einheimischen, für jeden. Die Preise, die die National Power Association (NPA, im Lokalslang auch synonym für „Mafia“) verlangt, sind ungefähr doppelt so teuer wie die in Deutschland, und es gibt keinen Mengenrabatt. Das weiß auch der Staat, und deshalb sind nur ein paar Hauptstraßen mit funktionierenden Laternen ausgestattet. Der Rest liegt im Dunkeln, pechschwarz, mit Glück ab und an von einer Gasfunzel von einem herumsitzenden Straßenverkäufer beleuchtet (siehe „ Die im Dunkeln sieht man nicht “). Freetown, bei Nacht Soviel zur räumlichen Ausdehnung der „durchgängigen Stromversorgung“. Nun zu den zeitlichen Grenzen. Mein Kumpel arbeitet bei einem Internet Service Provider am Stadtrand, der verständlicherweise rund um die Uhr mit Strom versorgt sein will. Man hat einen stolzen Vertrag mit der NPA. Tatsächlich hat die Firma durchschnittlich an zwei (!) von sieben Tagen in der Woche Strom aus der Leitung. Den Rest der Zeit knattern sich neben dem Haus die Generatoren durch ihr Diesel. Das witzige dabei: Der Generatorenstrom ist sogar günstiger als der von der NPA. Ich hab meinen Freund einmal gefragt, warum er denn dann überhaupt einen NPA-Anschluß hat. Seine Antwort: „Damit wir zwischendrin die Generatoren warten können.“ In seinem Fall wäre es also richtiger, dann von einem „Stromeinfall“ zu sprechen, oder von einer „Unterbrechung des Stromausfalls“. Das Haus, in dem meine Wenigkeit ihre Zeit verbringt, ist jedoch gesegnet, stromtechnisch, es hängt nämlich am selben Kabelzwirbel wie das Präsidentenbüro. Deshalb fällt der Strom bei uns nie für länger aus, denn die NPA-Mitarbeiter haben Köpfe und Familie. Trotzdem gibt es da doch einen Unterschied. In Deutschland geht man wie selbstverständlich davon aus, daß es eine Gleichzeitigkeit der Wohnungsressourcen gibt. Strom, Wasser, Internet: immer da. (Heizung laß ich jetzt mal weg). Und genau das ist der Unterschied. Ab und zu ist Strom da, sicher, ziemlich oft auch Leitungswasser. Internet klappt auch fast immer, es sei denn, natürlich, daß der Strom weg ist, oder „wir haben Probleme mit dem Satelliten“, oder „Ihre Antenne spinnt“, oder es regnet, oder das Internet funktioniert im Moment nicht. Ähnlich steht es um das Wasser. Aber wenn das Wasser mal weg ist, dann bleibt es auch weg, mindestens einen Tag, außer freitags. Wenn das Wasser freitags ausfällt, dann gibt’s halt erst montags wieder Trinken, Dusche und Klo. Zwischendrin ist das Wasser im Wochenende. Das Wasser hat in letzter Zeit zunehmend die Angewohnheit angenommen, freitags auszufallen. Vielleicht liegt das am Klimawandel. Das ganze entbehrt nicht eines gewissen Humors. Man steht morgens auf und, aha, der Strom ist weg. Also erstmal ne Dusche. Wenn man dann von oben bis unten eingeseift und –geschampoot ist, fällt das Wasser aus. Man tappelt durch die Bude und sucht was zum abwischen. In dem Moment kommt der Strom zurück, alle Lichter gehen an (guten Morgen, liebe Nachbarn!) und der Ventilator, den man in der Nacht schön auf volle Lautstärke gestellt hat, schießt einem das Handtuch vom Hintern. Oder: Der Wasserkasten der Toilette ist voll, denn das Wasser hat über Nacht kurz reingeschaut. Man legt sich den Spiegel von vor 6 Wochen zurecht, denkt sich: „das wird ne schöne Sitzung“, und mitten drin macht’s dann ZACK und man hockt im Dunkeln, begleitet von einem „JUCHUU“ aus allen Kehlen auf der Straße. Das gleichzeitige Vorhandensein der Ressourcen, das ist wahrer Luxus. An solchen Tagen wird man ganz hektisch, man fragt sich permanent, was denn man als erstes, was als nächstes Tun solle, wo man doch jetzt ALLES tun kann. Und natürlich verläßt man an solchen Tagen das Haus nicht, das wäre böses, böses Karma, und mit 99%iger Wahrscheinlichkeit wäre die Situation bei der Rückkehr entschieden anders. Elektrizität ist ein ernstes Problem in Sierra Leone. Die Starkstromkabel hängen hier herum, daß einem Angst und Bange wird. Die Stromqualität ist schlecht – ein Gerät ohne Stabilisatorkasten ans Netz anzuschließen, bedeutet, daß man sich mehr oder weniger schnell von diesem Gerät verabschieden kann. Alles flickert und flackert, funkt und knackt. „Durchgängige“ Elektrizität ist ein Grundpfeiler für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Ich hoffe, hier wird sich mit der Zeit etwas tun.
Zu Hause kabellos im Internet zu surfen, ist Normalität. Doch unterwegs gibt es häufig gar keine Hotspots oder ihre Nutzung ist teuer. Das spanische Unternehmen Fon will das mit einer globalen Funknetz-Community ändern.
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