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25. Oktober 2004, 14:23 Uhr

Die Revolution, die nicht ankommt

Das Internet gilt als Markplatz der Zukunft und soll den Handel revolutionieren. Allerdings zeigt eine neue Studie, dass 70 Prozent aller Deutschen noch nie auf Online-Einkaufstour waren.

Der Computer, für viele in Deutschland noch ein unbekanntes Wesen© Yuriko Nakao

Gut die Hälfte aller Deutschen (53 Prozent) nutzt höchstens einmal im Jahr den privaten Computer. Nach einer Studie des BAT-Freizeitforschungsinstituts, die am Montag in Hamburg veröffentlicht wurde, sitzen nur 13 Prozent täglich vor ihrem Heim-Computer. Mehr als zwei Drittel (70 Prozent) erklärten, noch nie von den Möglichkeiten des Online-Shoppings Gebrauch gemacht zu haben. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts sind 61 Prozent der privaten Haushalte mit einem PC ausgestattet.

Knapp ein Viertel der Bevölkerung (24 Prozent) hat schon einmal die Möglichkeiten des Online-Shoppings genutzt, während 88 Prozent angaben, den echten Einkaufsbummel vorzuziehen. "Der Computer ist für die privaten Verbraucher in erster Linie ein Kommunikations- und Unterhaltungsmedium und nur gelegentlich eine Informations- und Einkaufsbörse", analysierte Institutsleiter Horst Opaschowski. "Einkaufen per Mausklick ist kein Massengeschäft." Für den Erlebniskonsum habe das weltweite Netz noch wenig zu bieten. Die Internetrevolution sei bei den meisten Verbrauchern nicht angekommen.

Die digitale Spaltung

Laut BAT-Studie, bei der 3000 Bundesbürger ab 14 Jahren befragt wurden, bleibt die so genannte "digitale Spaltung" bestehen. Vom Homebanking machen den Angaben zufolge gerade einmal sechs Prozent der Hauptschulabsolventen mindestens einmal in der Woche Gebrauch. Dagegen ist der Anteil der Befragten mit Gymnasialbildung mehr als vier Mal so hoch (26 Prozent). Laut Opaschowski ist die Spaltung "vor allem ein Bildungsproblem und weniger eine Frage des Netzanschlusses oder der technischen Fertigkeiten. Mit dem Internetzugang lassen sich Bildungsmängel, also Defizite in Schule und Ausbildung, nicht ausgleichen."

Das Internet verdrängt das Fernsehen nicht

Opaschowksi hat zudem festgestellt, dass der Verdrängungswettbewerb "PC statt TV" nicht stattfindet. Seit mehr als 40 Jahren favorisieren die Deutschen demnach beim Medienkonsum Fernsehen, Radiohören und Zeitungslesen. Daran habe sich bis heute nichts geändert. Zu den regelmäßigen Freizeitbeschäftigungen gehören nach wie vor Fernsehen (97 Prozent), Radiohören (91 Prozent) und Zeitunglesen (84 Prozent). Für die technischen Neuheiten fehle den meisten nicht nur das Geld, sondern auch die Zeit.

AP
 
 
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