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Skype - Microsofts teurer Testballon

Für den angeschlagenen Konzernchef Ballmer steht viel auf dem Spiel. Die Integration des Internettelefonie-Anbieters muss ein Erfolg werden. Dabei könnte ausgerechnet Facebook helfen.

Von Helene Laube, San Francisco

  Microsoft-Boss Ballmer steht wegen den Skype-Kaufes in der Kritik

Microsoft-Boss Ballmer steht wegen den Skype-Kaufes in der Kritik

Seit Steve Ballmer im Mai den 8,5 Mrd. Dollar teuren Kauf von Skype angekündigt hat, steht der Microsoft-Chef gehörig unter Druck. Er selbst schwärmt zwar von "enormen Möglichkeiten" für die Integration von Video- und Sprachkommunikation in seine Bürosoftware Office, die Videospielkonsole Xbox und Internetdienste.

Auch hofft Microsoft auf mehr Onlinewerbeeinnahmen. Beobachter fragen sich allerdings, ob er mit der teuersten Übernahme in der 36-jährigen Firmengeschichte tatsächlich die Erfolge liefern kann, die den hohen Preis rechtfertigen würden. Der weltgrößte Softwarekonzern muss Skype gewinnbringend in seine umfangreiche Produktpalette einbauen, ohne damit die Mehrheit der etwa 170 Millionen Skype-Anwender zu vergraulen, die nur die kostenlosen Angebote des Internettelefondienstes nutzt.

Solide Umsätze fehlen

Zwar ist Skype der mit Abstand größte Anbieter von Internettelefonie. Doch das Unternehmen hat bislang noch keinen Weg gefunden, solide Umsätze zu erwirtschaften. Es hat seit seiner Gründung vor acht Jahren keine nennenswerten Gewinne geschrieben und wies im jüngsten Geschäftsjahr einen Verlust aus.

Für Ballmer steht mit der Milliardenwette, die noch von den Regulierungsbehörden abgesegnet werden muss, viel auf dem Spiel: Der Microsoft-Chef steht seit Jahren unter Beschuss, weil sein Konzern in Wachstumsmärkten wie Mobilfunk nicht gegen innovativere Konkurrenten wie Apple oder Google ankommt.

Der Markt wartet noch auf Ergebnisse einer im Februar verkündeten Allianz mit dem weltgrößten Handykonzern Nokia, der im Smartphonegeschäft ebenfalls im Hintertreffen ist. Eine weitere Baustelle ist das Suchmaschinen- und Suchanzeigengeschäft. Die Milliarden, die Ballmer hier seit Jahren investiert, haben an Googles Dominanz wenig geändert.

So dümpelt der Aktienkurs trotz Umsatzwachstum und Milliardengewinnen seit Jahren vor sich hin. Die Folge: Das einst wertvollste Technologieunternehmen hat mittlerweile einen geringeren Börsenwert als Apple. Im Mai überholte sogar das IT-Urgestein IBM Microsoft auf der Rangliste der wertvollsten Unternehmen.

Investor fordert öffentlich den Kopf von Ballmer

Analysten und Investoren halten die Aktie für unterbewertet, ein Investor fordert gar öffentlich den Kopf von Ballmer. Er habe "zugelassen, dass Rivalen Microsoft in riesigen Bereichen einschließlich Internetsuche, Software für mobile Geräte, Tablets und soziale Netzwerke schlagen", wütete David Einhorn, Präsident von Greenlight Capital, im Mai auf einer Investmentkonferenz.

Hilfe für Ballmer und Skype naht nun möglicherweise aus dem Silicon Valley. Facebook soll am Mittwoch Videochats für die Nutzer seines weltgrößten sozialen Netzwerks einführen. Die Funktion solle von Skype betrieben werden, berichtet der gewöhnlich gut unterrichtete #link;http://techcrunch.com/2011/07/01/facebook-will-launch-in-browser-video-chat-next-week-in-partnership-with-skype/#Technologieblog Techcrunch#, der sich auf eine nicht näher genannte Quelle beruft. Facebook hat Journalisten für Mittwoch zu einer Pressekonferenz im Hauptsitz in Palo Alto eingeladen.

Die Einladungen wurden am Freitag verschickt, allerdings fing die Gerüchteküche bereits am vergangenen Mittwoch an zu brodeln, nachdem Facebook-Chef Mark Zuckerberg Journalisten bei einem Besuch in der Facebook-Niederlassung in Seattle sagte, dass sein Unternehmen "kommende Woche etwas Hammermäßiges launchen" werde. Es wird auch spekuliert, dass Facebook die lange erwartete iPad-App oder neue Funktionen vorstellen könnte, mit denen Musik und andere Medienangebote sozialer gemacht werden sollen.

Eine engere Verknüpfung von Skype mit dem weltgrößten sozialen Netzwerk und seinen 700 Millionen Nutzern wäre nicht nur für Ballmer ein entscheidender Schritt, um die Nutzerzahl von Skype zu steigern. Microsoft und Facebook sind im Kampf gegen Google vereint. Für Facebook wäre die enge Skype-Integration ein Weg, Googles neuerlichen Anlauf bei sozialen Netzwerken abzuwehren. Google kündigte vergangene Woche den Service Google+ an, bei dem Gruppen-Videochats im Zentrum stehen.

Mit Skype-Videochat könnte Microsoft Facebook auch enger an sich binden. Der Konzern kaufte sich vor vier Jahren für 240 Mio. Dollar 1,6 Prozent an dem erfolgreichen Netzwerk, das Anfang 2012 an die Börse gehen könnte. Die beiden Unternehmen verknüpfen ihre Dienste seitdem immer enger miteinander: Microsofts Bing ist etwa die Suchmaschine in Facebook, bei Onlineanzeigen oder Kartensoftware wird auch kooperiert.

FTD

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