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Apple-Update sorgt für weltweite Serverausfälle

Menschen, die auf Ladebalken starren: Der riesige Ansturm auf iOS 7 für iPhone und iPad ließ die Apple-Server zusammenbrechen. Doch auch anderswo kämpft man mit den Folgen des Updates.

Von Christoph Fröhlich

  70 Stunden Wartezeit: Viele Apple-Server brachen am Mittwochabend im Zuge des Starts von iOS 7 zusammen.

70 Stunden Wartezeit: Viele Apple-Server brachen am Mittwochabend im Zuge des Starts von iOS 7 zusammen.

Monatelang haben Apple-Fans auf diesen Moment gewartet, am Dienstagabend war es so weit: Das mobile Betriebssystem iOS 7 konnte heruntergeladen werden. Die Software für iPhone, iPad und iPod Touch bietet einen völlig neuen Look und hunderte neue Funktionen, unter anderem ein Kontrollzentrum, Kamerafilter und eine männliche Stimme für Siri. Kurz vor 19 Uhr deutscher Zeit konnte das Update installiert werden - und viele Nutzer wurden erst einmal enttäuscht: Apples Server brachen unter dem riesigen Ansturm zusammen. "Softwareaktualisierung fehlgeschlagen. Beim Laden von iOS 7.0 ist ein Fehler aufgetreten" hieß es auf vielen Displays. Wem es gelang, den Download zu starten, musste stundenlange Wartezeiten über sich ergehen lassen. Einige Fotos auf Twitter zeigen Ladebalken mit bis zu 70(!) Stunden verbleibender Dauer an.

iPhone hängt in der Endlosschleife

Einige User erwischte es allerdings noch schlimmer: Nach erfolgreichem Download musste das Telefon erst wieder bei Apple angemeldet und aktiviert werden, doch auch die Registrierungsserver gingen in die Knie. Dadurch blieb die Updateprozedur in einer Endlosschleife hängen, tausende iPhones waren bis in die Morgenstunden unbrauchbar.

Schnell ließen die Updatewilligen in sozialen Netzwerken Dampf ab, auf Twitter ist iOS 7 noch immer das Trending Topic. Auch im offiziellen Apple-Forum hagelte es Beschwerden, innerhalb weniger Minuten gab es Hunderte Beiträge. Auch das blieb nicht folgenlos: Nach dem Update- und Anmeldeservern brach das Forum zusammen.

Wie gefällt Ihnen das neue iOS 7?

Einige User nahmen es mit Humor: "Puh, während #iOS7 lädt kann man ja glatt die neue Breaking-Bad-Episode gucken.", schreibt Stefan Rybkowski. Laut der US-Technikseite "Apple Insider" reagierte Apple schnell auf das Update-Chaos und trommelte zahlreiche Spezialisten zusammen, die das Problem schnellstmöglich beheben sollten.

Wer es dann schließlich doch geschafft hatte, war noch nicht automatisch glücklich: Viele User beschwerten sich über den neuen Look des Betriebssystems. Alle Apple-Standardapps wurden runderneuert, die Farben sind greller, es gibt eine größere Schrift und mehr Weißräume. Das Betriebssystem sehe aus, als würde es "direkt aus dem Kaugummiautomaten kommen", schreibt der Twitternutzer Schlafdefizit.

Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt und Updates sind weitgehend problemlos möglich.

Uni-Ausfälle durch Apple-Update

Die iOS-Euphorie vieler Nutzer konnten die Techniker einiger US-Universitäten nicht teilen. Dort brachen zeitweise die Wlan-Netze zusammen, weil Studenten im College-Funknetz ihr iPhone auf den neuesten Stand brachten. Betroffen waren unter anderem die New York University, die Ohio University und die Western Connecticut State University, wie der "Business Insider" berichtet. In der "Post", der Studentenzeitschrift der Ohio University, gab es zuvor eine Warnung: "In einer universitätsweiten E-Mail wurden alle Studierenden gebeten, mit dem Download von iOS 7, Apples neuem Softwareupgrade, zu warten, um eventuelle Beeinträchtigungen zu vermeiden." Genützt hat es offenbar nichts.

Schon vor dem Start von iOS 7 warnte der Verband der deutschen Internetwirtschaft Eco: "Die Umstellung auf das neue Betriebssystem iOS 7 für iPhone und iPad wird die Infrastruktur des mobilen Internets weltweit an ihre Kapazitätsgrenzen bringen." Bereits in den letzten Jahren habe die Veröffentlichung neuer iOS-Versionen für neue Höchstlasten im mobilen Web gesorgt.

Wie stark das Internet an seine Leistungsgrenzen gebracht wurde, zeigt die Grafik, die der Blogger Ramón Goeden am Mittwochabend getwittert hat. Der iOS-Release sorgte für glühende Leitungen in Mitteleuropa, gegen 20.25 Uhr lag der Traffic im Schnitt neun Prozent über dem Normallevel, in Großbritannien gar um 12,2 Prozent.

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